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Mazda MX-30 im Test: Anders elektrisches Fahren

Roter Mazda MX-30 EV Elektro-SUV steht in einem modernen Autohaus mit großen Fenstern.

Vor rund einem Jahr vorgestellt, ist der Mazda MX-30 nicht nur das erste Elektroauto der Marke aus Hiroshima. Zugleich verkörpert er die Vorstellung des japanischen Herstellers davon, wie ein Elektrofahrzeug sein sollte.

Mazda, seit jeher daran gewöhnt, die Dinge „auf seine eigene Art“ anzugehen, zählt zu den wenigen Marken, die sich einer gewissen Vereinheitlichung der Automobilwelt widersetzen. Der MX-30 liefert dafür den Beweis. Bereits seine äußeren Proportionen verraten nicht, dass es sich um ein Elektroauto handelt, wie Guilherme Costa schon bei seiner ersten Begegnung mit dem Fahrzeug betonte.

Verantwortlich dafür ist die lange Motorhaube, die wie für einen Verbrennungsmotor geschaffen wirkt. Ab 2022 wird sie diesen Eindruck tatsächlich untermauern, denn dann erhält der Mazda einen Range Extender; in Japan ist zudem bereits eine reine Benzinversion des MX-30 erhältlich. Am Heck fallen vor allem die hinten angeschlagenen Türen auf: Sie erleichtern nicht nur den Einstieg in die hinteren Plätze, sondern heben den MX-30 auch deutlich von der Masse ab.

Elektrisch, aber vor allem ein Mazda

Ob Elektroauto oder Verbrenner: Moderne Mazda-Modelle zeichnen sich stets durch hochwertige Innenräume und ein zurückhaltendes Design aus.

Der Mazda MX-30 bildet dabei selbstverständlich keine Ausnahme. Sein Innenraum wirkt einladend und überzeugt sowohl mit einer sorgfältigen Verarbeitung als auch mit hochwertigen Materialien – darunter sogar portugiesischer Kork.

Beim Platzangebot helfen die hinten angeschlagenen Türen zwar beim Zugang zur zweiten Sitzreihe, doch Passagiere im Fond fühlen sich eher wie in einem Dreitürer als in einem Fünftürer. Dennoch finden zwei Erwachsene dort mehr als genug Raum, um bequem zu reisen.

Ein Elektroauto? Kaum zu merken

Guilherme hatte es bereits festgestellt, und nach etwa einer Woche am Steuer des MX-30 musste ich ihm uneingeschränkt zustimmen: Wäre da nicht die fehlende Geräuschkulisse, ließe sich der MX-30 kaum als Elektroauto identifizieren.

Natürlich stehen die 145 PS und vor allem die 271 Nm Drehmoment unmittelbar zur Verfügung. Die Reaktion der Bedienelemente und das allgemeine Fahrgefühl erinnern jedoch stärker an Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Fahrdynamisch knüpft der MX-30 an die bekannten Qualitäten anderer Mazda-Modelle an. Die Lenkung arbeitet präzise und direkt, die Karosseriebewegungen werden effektiv kontrolliert, und das Verhältnis aus Komfort und Fahrverhalten gelingt überzeugend.

Auch außerhalb des Bereichs, in dem Elektrofahrzeuge laut Mazda am sinnvollsten eingesetzt werden – der Stadt –, enttäuscht der MX-30 nicht. Er bietet eine gute Fahrstabilität und fühlt sich auf Landstraßen sowie Autobahnen stets wohler als etwa der kompaktere, aber ebenfalls eigenständige Honda e.

Ein kleiner (großer) Haken

Bis hierhin zeigt sich, dass Mazdas Ansatz für ein Elektroauto zu einem Fahrzeug geführt hat, das sich optisch von der Konkurrenz absetzt und ein für ein reines Elektroauto unerwartetes Fahrerlebnis bietet.

Doch wie das Sprichwort sagt: „Keine Schönheit ohne Makel“. Beim MX-30 hängt dieser Makel unmittelbar mit Mazdas Auffassung über den bevorzugten Einsatzort eines Elektroautos zusammen.

Wie bereits erwähnt, sieht Mazda die Stadt als das sinnvollste Umfeld für Elektrofahrzeuge an. Deshalb entschied sich die Marke für eine kleinere Batterie, um Kosten und Umweltbelastung zu senken.

Mit einer Kapazität von 35,5 kWh ermöglicht sie laut WLTP eine kombinierte Reichweite von 200 km (265 km in der Stadt). Wie du sicherlich weißt, sind solche offiziellen Werte unter realen Bedingungen nur schwer erreichbar; während des Tests zeigte die Anzeige nur selten mehr als 200 km an.

Reicht dieser Wert für den von Mazda vorgesehenen Einsatz des MX-30 aus? Natürlich, und bei Fahrten in der Stadt konnte ich feststellen, dass das Rekuperationssystem seine Aufgabe zuverlässig erfüllt. Es erlaubt sogar, die versprochenen Kilometer etwas „auszudehnen“ und den angegebenen Verbrauch von 19 kWh/100 km zu erreichen.

Das Problem besteht darin, dass man nicht immer ausschließlich in der Stadt unterwegs ist. Unter diesen Bedingungen werden die Grenzen von Mazdas „Vision“ beim MX-30 deutlich. Auf der Autobahn gelang es mir nur selten, unter 23 kWh/100 km zu bleiben, und sobald man das Stadtgebiet verlässt, macht sich Reichweitenangst bemerkbar.

Mit zunehmender Gewöhnung an den MX-30 erkennt man zwar, dass sich doch etwas weitere Strecken zurücklegen lassen. Dennoch kann das Mazda-Modell eine zusätzliche Reiseplanung erforderlich machen, damit am Zielort eine Lademöglichkeit für den MX-30 vorhanden ist.

Unternehmen „im Visier“

Wie alle Elektroautos ist auch der Mazda MX-30 für Unternehmen besonders attraktiv und profitiert von verschiedenen Kaufanreizen.

Während die Befreiungen von der Fahrzeugsteuer ISV und der jährlichen Kfz-Steuer IUC allen Besitzern von Elektrofahrzeugen offenstehen, profitieren Unternehmen von zusätzlichen Vorteilen.

Neben dem staatlichen Zuschuss von 2000 Euro, den Unternehmen beantragen können, ist der Mazda MX-30 von der autonomen Besteuerung befreit. Außerdem ermöglicht das portugiesische Körperschaftsteuerrecht IRC dem Unternehmen eine höhere Rückstellung für die zulässige Abschreibung von Elektrofahrzeugen.

Ist der Mazda MX-30 das richtige Auto für mich?

Der Mazda MX-30 beweist, dass nicht alle für dasselbe „Problem“ auf die gleichen Lösungen zurückgreifen müssen. Er ist für die Stadt konzipiert und fühlt sich dort „wie ein Fisch im Wasser“, kann aber auch einige (kleinere) Ausflüge in die Vororte rund um unsere Städte bewältigen.

Mit seiner beneidenswerten Verarbeitungs- und Materialqualität sowie einem Design, das ihn aus der Masse hervorstechen lässt, ist der Mazda MX-30 die ideale Wahl für alle, die Faktoren wie Erscheinungsbild und Qualität höher gewichten und auf (etwas) Reichweite verzichten können.

Hinweis: Die Bilder zeigen einen Mazda MX-30 First Edition, der nicht mehr verkauft wird. Der in den technischen Daten veröffentlichte Preis und die Ausstattung beziehen sich auf den Mazda MX-30 Excellence + Plus Pack mit vergleichbarer Konfiguration.

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