Saudi-Arabien richtet den Blick auf Elektroautos
Saudi-Arabien ist vor allem dafür bekannt, den Rohstoff zu fördern, mit dem unsere Verbrenner fahren. Nun widmet sich das Land jedoch einem völlig anderen Thema: Elektroautos.
Zu sehen sind der Exobot Sedan und der Exobot SUV. Entworfen und gebaut werden beide von dem Start-up CEER Motors, das sich als Saudi-Arabiens „erste einheimische Automobilmarke“ bezeichnet. Produktionsfreigabe erteilte persönlich der Kronprinz.
Exobot Sedan und Exobot SUV mit markantem Auftritt
An Selbstbewusstsein mangelt es ihnen offenbar nicht. Sowohl Limousine als auch SUV sind mehr als 5 m lang und 2 m breit und wirken ausgesprochen keilförmig. Zudem soll die 2,4 m lange Windschutzscheibe die grösste sein, die jemals in einem Serienfahrzeug verbaut wurde.
Beide Modelle besitzen fast 3 m lange, oben angeschlagene „Shahin Wing“-Türen. Sie sind angeblich nach dem gleichnamigen Falken benannt und verfügen über ein besonderes unteres Glaselement, das sich transparent oder blickdicht schalten lässt. Letzteres dürfte nützlich sein, wenn niemand bemerken soll, dass man keine Hose trägt.
Das gesamte Design soll „in der historischen Relevanz Saudi-Arabiens verwurzelt“ sein, auch wenn sich kaum nostalgische Details erkennen lassen. Stattdessen wirkt alles ziemlich futuristisch. Auffällig sind allerdings die 32 einzelnen Leuchten an Front und Heck: Sie verweisen auf das Jahr 1932, in dem das Königreich Saudi-Arabien gegründet wurde.
Lounge-Innenraum, Halo Cooling und drei Elektromotoren
Im Innenraum präsentiert sich das Fahrzeug als rollende Lounge. Ein gebogenes 8K-Display mit 48 Zoll erstreckt sich von A-Säule zu A-Säule, ergänzt durch einen zentralen 10,4-Zoll-Touchscreen. Selbst die Fondpassagiere erhalten ein eigenes 8-Zoll-Display. Ein Steuerhorn bleibt allerdings ausschliesslich dem Fahrer vorbehalten.
Wer befürchtet, dass sich der Innenraum angesichts der vielen Glasflächen im saudischen Klima stark aufheizt, soll beruhigt sein: Der Exobot verfügt über ein System namens „Halo Cooling“, das die Temperatur im Innenraum innerhalb von 10 Minuten von 65 °C auf 32 °C senken kann.
Die Lenkung arbeitet per Steer-by-Wire, während auch die Hinterräder einschlagen und beide Exobot-Modelle agiler machen sollen. Drei Elektromotoren treiben alle vier Räder an und leisten bis zu 1.096 bhp sowie 1.106 lb ft Drehmoment. Damit beschleunigt die Limousine in 2,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, der SUV benötigt 2,4 Sekunden. Viel Erfolg dabei, das Frühstück bei sich zu behalten.
Das Dreimotoren-System ist mit einer 112-kWh-Batterie gekoppelt. Sie soll der Limousine bis zu 669 km Reichweite ermöglichen, beim SUV sind es bis zu 560 km. Dank 800-Volt-Architektur soll das Laden von 10 auf 80 Prozent weniger als 30 Minuten dauern.
Produktion der CEER Motors Exobot-Modelle
Gefertigt werden die Fahrzeuge in der King Abdullah Economic City, der grössten Produktionsanlage im Nahen Osten. Die Exobots bilden den Auftakt von sieben Modellen, die bis 2030 auf den Markt kommen sollen. Das bleibt spannend.
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