Erinnert ihr euch an die Austin Motor Company? Vor einigen Monaten kündigte sie ihre Rückkehr mit einem neuen, rein elektrischen Roadster namens „Arrow“ an. Nach 36 Jahren ohne Grossserienproduktion markiert das Modell die Wiederaufnahme der Fertigung.
Austin Arrow: elektrischer Roadster nach Leichtfahrzeug-Regeln
Der Arrow wurde gemäss den britischen Vorschriften für Leichtfahrzeuge entwickelt. Mit seinen Drahtspeichenrädern, winzigen runden Aussenspiegeln und dem hohen Kühlergrill sieht er zwar aus wie ein gewöhnlicher Roadster aus vergangenen Zeiten, ist es aber keineswegs. Unter der kompakten Karosserie arbeiten ein Elektromotor mit 20 PS und eine Lithium-Ionen-Batterie mit 20 kWh. Zusammen ermöglichen sie einen spritzigen Sprint in 7,8 Sekunden auf die Höchstgeschwindigkeit von 97 km/h sowie eine Reichweite von 161 km.
Das klingt vielversprechend – und Firmenchef Nigel Gordon-Stewart blickt ausgesprochen optimistisch auf die kommende Zeit.
„Der Arrow richtet sich an Menschen, die sich sonst ein Motorrad wie eine Harley-Davidson kaufen würden – also an Leute mit etwas verfügbarem Einkommen, die sonntags etwas Besonderes fahren möchten. Und das Konzept funktioniert: Er basiert auf den L7e-Vorschriften und ist damit ein Leichtfahrzeug ähnlich einem Citroën Ami oder einem Renault Twizy.
„Der Unterschied besteht darin, dass es keine Windschutzscheibe und kein Dach gibt und dein Hintern nur knapp über dem Boden sitzt – das Fahrerlebnis ist also völlig anders.“
Interessant. Wenn Austin es richtig angeht, scheint es durchaus eine Marktlücke zu geben. Doch angenommen, der Arrow wird ein Erfolg – wie geht es dann weiter?
Nach dem Arrow plant Austin ein zweites Modell
„Bei Austin geht es uns zunächst darum, das Erbe des Unternehmens wiederherzustellen. Ziemlich bald werden wir ein zweites Auto folgen lassen, das meiner Meinung nach sehr vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird. Dieses Fahrzeug wird uns wirklich auf die nächste Stufe bringen.“
Auf die mögliche Neuauflage eines Super Seven reagierte er zwar lediglich mit einem Achselzucken, lieferte jedoch etwas mehr Hinweise darauf, welche Art Auto uns erwarten könnte.
„Der Super Seven war neben dem Mini praktisch das erste echte Stadtauto. Er funktionierte damals, weil er eine vorausschauende Antwort auf die Kraftstoffkrise der späten 60er- und frühen 70er-Jahre war, und seine Abmessungen waren ausgesprochen sinnvoll. Ausserdem war er cool. Wir betrachten das als mögliche Gelegenheit.“
Austin zwischen Super Seven, Sheerline und Ulster
Stewart zufolge könnte Austin als vielseitige Marke künftig noch weit mehr Möglichkeiten erschliessen als lediglich ein kleines Stadtauto.
„Es gibt kaum etwas, das Austin nicht schon gemacht hat. Der Super Seven, der luxuriöse Sheerline und der offene Ulster sind der beste Beweis dafür. Wir hatten Verbindungen zu McLaren und Colin Chapman und haben mit Autos wie dem Frogeye auch unterhaltsame Bereiche besetzt. Vor uns steht also eine Marke mit einer faszinierenden Vergangenheit und einer enormen Fähigkeit, dorthin zu gehen, wohin wir gehen möchten.“
Was meint ihr: Ist Austins Rückkehr willkommen, und steckt Potenzial in der Zukunft der Marke?
Bilder: Rod Kirkpatrick
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