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Kia Picanto im ausführlichen Test

Blauer Kia Kleinwagen fährt auf einer Landstraße bei klarem Himmel, Fahrer mit Sonnenbrille sichtbar.

Der Kia Picanto war in den vergangenen sieben Jahren möglicherweise Kias meistverkauftes Auto. Hand aufs Herz: Das bisherige Modell wirkte jedoch etwas unbeholfen. Der von Grund auf neu entwickelte Nachfolger rückt dieses Bild gerade. Seit Peter Schreyer, der Designer des ersten Audi TT, bei Kia die kreative Leitung übernommen hat und Modelle wie den neuen Sportage verantwortet, löst sich die Marke mit Nachdruck von ihrem früheren Image.

Kia Picanto mit kräftigerem Auftritt

Während der Vorgänger rund um die Radhäuser schmal und beinahe unterernährt aussah, steht der neue Picanto deutlich satter da – und sieht schlicht gut aus. Eine markante Linie zieht sich vom Rücklicht nach vorn bis zur Oberkante des Vorderrads. Sie kaschiert die hohen Flanken und die niedrigen Fensterflächen, während die wuchtige Front den Eindruck eines grösseren Autos vermittelt.

Seine technische Basis teilt der Picanto mit dem Hyundai i10, doch die Karosserie wirkt hier entschlossener geformt und zeigt ausgeprägtere Sicken. Gegenüber dem Vorgänger ist der neue Picanto 6 cm länger. Zusammen mit der cleverer gestalteten Innenraumverpackung wächst das Kofferraumvolumen von 157 Litern auf 200 Liter.

Motoren, Ausstattungen und Preise

Zur Auswahl stehen zwei Motoren sowie drei Ausstattungsstufen, praktischerweise schlicht 1, 2 und 3 genannt. Ganz unkompliziert ist die Zusammenstellung dennoch nicht: Den bevorzugten Motor lässt sich nicht automatisch mit der gewünschten Ausstattung kombinieren. Wer den kleinsten Motor in der höchsten Ausstattung haben möchte, hat Pech.

Eine Auflistung sämtlicher Kombinationen würde den Rahmen sprengen, also kurz gesagt: Die beste Wahl ist Ausstattung 2 mit dem 1,25-Liter-EcoDynamics-Benzinmotor inklusive Start-Stopp-System. Sie kostet £10.195, stösst 100 g/km CO2 aus, erreicht durchschnittlich 65.7mpg und beschleunigt in respektablen 11 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Zur Serienausstattung gehören 14-Zoll-Leichtmetallräder, Klimaanlage, Nebelscheinwerfer und elektrische Fensterheber.

Der kleinere 1,0-Liter-Dreizylinder ist ein munteres Triebwerk, benötigt für 100 km/h aber 2.9 Sekunden länger und verbessert den CO2-Wert lediglich um ein Gramm. Dafür ist er der einzige Motor, der mit Ausstattung 1 angeboten wird; diese Kombination kostet £7.995. Dann gibt es allerdings Stahlräder, und die Fenster müssen von Hand gekurbelt werden.

Komfort und Lenkung des Kia Picanto

Die neue Plattform erhält zudem weichere Vorderfedern mit mehr Federweg als bisher. Dadurch schluckt der Picanto Temposchwellen besser und glättet rissige Fahrbahnen wirkungsvoller. Auf schnelleren Strecken wippt er zwar etwas, doch ein steiferer hinterer Torsionslenker verhindert, dass er in die Büsche hüpft.

Elektrische Servolenkung gehört bei allen Varianten zum Serienumfang. Bei höherem Tempo wird die Unterstützung reduziert, um den Energiebedarf vom Motor zu senken und damit die Kraftstoffeffizienz zu verbessern. Beim Rangieren funktioniert sie ordentlich, wenn ein leichtgängiges Lenkrad gefragt ist. Auf der Autobahn überzeugt sie weniger: Ständig muss nachkorrigiert werden, um geradeaus zu fahren.

Noch in diesem Jahr erscheint erstmals beim Picanto eine Dreitürer-Version, die vermutlich sogar noch besser aussehen wird. Vielleicht nicht so niedlich wie Fiat 500 oder Ford Ka – doch allein, dass diese Modelle im selben Atemzug genannt werden, zeigt, wie weit Kia gekommen ist. Und wer noch ein entscheidendes Argument braucht: Jede Ausführung wird mit beruhigend umfangreicher siebenjähriger Garantie geliefert. Günstig und gut gelaunt? Das liegt im Trend.

Dan Read

Das gefällt uns: Grosswagen-Optik im Kleinwagenformat
Das gefällt uns nicht: Die eigenartige elektrische Servolenkung
Fazit: Scharf gezeichneter, rundum solider Stadtwagen. Kia hat einen Lauf
Fahrleistungen: 0-100 km/h in 11.0 Sek., Höchstgeschwindigkeit 171 km/h, 65.7mpg
Technik: 1248 cm³, 4 Zyl., Frontantrieb, 84 PS, 121 Nm, 930 kg, 100 g/km CO2
Auf der Optionsliste ankreuzen: Ausstattung 2
Und vermeiden: Das Automatikgetriebe

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