Zwischen dem eher zurückhaltenden Volkswagen ID.4 und dem Skoda Enyaq tritt der Cupra Tavascan mit einem „extraterrestrischen“ Auftritt und dem Anspruch auf kompromisslose Sportlichkeit an. Design, Fahrleistungen und Schwächen: Das sind vier zentrale Punkte, die Sie vor unserem Test kennen sollten.
Im Segment der kompakten Elektro-SUV des Volkswagen-Konzerns wirkt er fast wie der Übersehene. Schließlich muss sich der Cupra Tavascan neben Volkswagen ID.4, Skoda Enyaq und Audi Q4 e-tron behaupten. Erschwerend kommt hinzu, dass jeder dieser Verwandten bereits ein klar eigenes Profil hat. Der Cupra Tavascan besetzt daher die bislang ungenutzte Position der Sportlichkeit. Vor unserem Test des neuen Cupra Tavascan sind diese vier Aspekte wichtig.
Ein „extraterrestrisches“ Design, das mit den Konzernregeln bricht
Volkswagen, Skoda und Audi setzen auf ausgesprochen zurückhaltende Gestaltung. Cupra nutzt beim Tavascan den Freiraum für einen emotionaleren Charakter – zumindest optisch. Die Karosserieformen fallen deutlich stärker modelliert aus: Ein weit geöffneter Kühlergrill trifft auf eine flache, aggressiv wirkende Frontpartie. Die lang gezogenen Konturen unterstreichen den athletischen Eindruck, egal ob an Motorhaube, Flanken oder Heck.
Das stark abfallende Heck endet in einem durchgehenden Leuchtenband, in das das beleuchtete Cupra-Logo integriert ist. Auch die plastisch ausgeführten, dreieckigen Leuchten wurden besonders aufwendig gestaltet. Im Innenraum zeigt sich der Tavascan ebenfalls wesentlich expressiver als seine kleineren Konzernverwandten. Das kurvige Design und schuppenartig wirkende Materialien verleihen dem Cockpit einen beinahe extraterrestrischen Charakter.
Ergonomie: Eine „unsinnige“ Entscheidung, die Fahrer spalten dürfte
Hier muss man nicht unnötig hart urteilen. Dennoch lässt sich der Rückstand des Cupra Tavascan beim Infotainment nicht übersehen. Der Bildschirm ist mit 15 Zoll groß und kann im ausgeschalteten Zustand beeindrucken. Nach dem Start wird jedoch deutlich, dass er sich vom Display des überarbeiteten Skoda Enyaq unterscheidet. Obwohl die Benutzeroberflächen grundsätzlich identisch sind, ist die Bedienung weniger intuitiv, unter anderem wegen der geringeren Zahl an Schnellzugriffen als beim tschechischen Modell.
Auch ergonomisch versteckt der Tavascan mehr Funktionen im Touchscreen, etwa die Steuerung der Lenkradheizung. Die Touchflächen am Lenkrad selbst sind zudem ebenso umständlich zu bedienen wie bei Volkswagen. Als wäre das nicht genug, hat Cupra für die vier elektrischen Fensterheber lediglich zwei Bedienelemente vorgesehen. Über eine Touchfläche „Hinten“ wird auf die hinteren Fenster umgeschaltet. Unsinnig.
Fahrleistungen: Der Cupra Tavascan setzt Gefühle vor Reichweite
Auf der Straße erfüllt sich das optische Versprechen zumindest teilweise. Unsere 340 PS starke VZ-Version verspricht überzeugende Fahrleistungen. In der Praxis ist die Dynamik tatsächlich vorhanden. Genauere Details liefern wir in unserem Test. Auch die Federung fällt straffer aus als beim unmittelbar zuvor getesteten Skoda Enyaq. Das ist ein Pluspunkt. Auf langen Strecken dürfte es dagegen etwas schwieriger werden.
So beschränkt Cupra den Tavascan auf eine Batterie mit 77 kWh, während der Skoda Enyaq 79 kWh bietet. Auf den ersten Blick ist der Abstand klein, doch das spanische Modell verbraucht zugleich mehr Energie. Damit kommt der Tavascan VZ auf 521 km Reichweite, der Enyaq dagegen auf 567 km. Hinzu kommt, dass die DC-Ladeleistung des Tavascan in der Spitze bei 135 kW endet, während der Enyaq bis zu 185 kW erreicht.
Preise: Der Tavascan zwischen Tesla-Druck und chinesischer Konkurrenz
Nicht nur seine Vielseitigkeit liegt unter der des Skoda Enyaq, auch preislich ist der Cupra Tavascan teurer. Die Ausstattungsvariante VZ startet bereits bei 64 480 €, die VZ Extreme kostet sogar 71 330 €. Das liegt deutlich über dem vergleichbaren Enyaq Coupé RS, der bei 57 640 € beginnt. Das markantere Design kann durchaus ein Argument sein, doch ansonsten unterscheiden sich die Modelle kaum. Gegen externe Wettbewerber wird der Vergleich noch komplizierter.
Tesla bietet beispielsweise mit dem Model Y Performance für 61 990 € deutlich mehr zu einem niedrigeren Preis. Auch bei chinesischen Herstellern fällt der Einstiegspreis geringer aus, etwa beim Xpeng G6 Performance (50 990 €) und BYD Sealion 7 Excellence (56 490 €). Ihre Leistungen sind ebenfalls keineswegs minderwertig. Was bleibt dem Cupra Tavascan also? Wird unser Test noch positiv überraschen?
Am Sonntag um 11 Uhr erfahren Sie unser vollständiges Urteil zum neuen elektrischen Cupra Tavascan!
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