Trotz hartnäckiger, bislang unbestätigter Gerüchte in Lima, wonach die Lockheed Martin F-16 Fighting Falcon als Favorit der Zentralregierung für den neuen Mehrzweckjäger der peruanischen Luftwaffe gilt, liegt weiterhin keine offizielle Bekanntgabe vor. Auch die Saab JAS 39 Gripen E bleibt im Rennen.
In der entscheidenden Phase des Verfahrens hat die plötzliche, intensive Medienpräsenz von Lockheed Martin in mehreren lokalen Medien das öffentliche Interesse neu entfacht, nachdem es lange Zeit still um das Thema gewesen war. Dabei wurden vor allem die Fähigkeiten des Flugzeugs hervorgehoben. Der Wettbewerb scheint sich inzwischen jedoch nicht allein um die fortschrittlichen Fähigkeiten des ausgewählten Waffensystems zu drehen, sondern ebenso um die geopolitischen Folgen, die eine Anschaffung in Milliardenhöhe nach sich ziehen würde.
F-16 Fighting Falcon und strategische Partnerschaft
Die Befürworter der Fighting Falcon heben genau diesen Aspekt hervor: Ein Kauf in den Vereinigten Staaten könnte die strategische Allianz stärken und neue Möglichkeiten für die nationale Sicherheit eröffnen. Zweifelsohne ist die F-16 eine überzeugende Option. Über ihre operativen Eigenschaften hinaus wurde allerdings öffentlich kaum erläutert, welche industriellen Kompensationsgeschäfte, Technologietransfers oder Maßnahmen zur Entwicklung lokaler Industrie und zur Schaffung von Arbeitsplätzen mit einer solchen Entscheidung verbunden sein könnten.
Saab hingegen beschreibt seit Monaten Bereiche von nationalem Interesse, in denen das Unternehmen über den Vertrag zur Entwicklung strategischer Projekte in Peru beitragen könnte. Dazu zählen Initiativen für moderne Technologien, der Aufbau von Wissen sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen.
Saab JAS 39 Gripen E: Technologietransfer und Kooperation
Im Luft- und Raumfahrtsektor hat Saab beispielsweise einen Technologietransfer zugunsten des Servicio de Mantenimiento de la Fuerza Aérea del Perú (SEMAN) sowie weiterer lokaler Unternehmen vorgeschlagen. Darüber hinaus wurden mögliche Kooperationen in Bildung, Bergbau, Umweltmanagement, Gesundheitswesen und sogar bei der öffentlichen Sicherheit in Aussicht gestellt.
Ein Thema, das in den vergangenen Wochen aufgekommen ist, betrifft die Lieferfristen: Berichte verweisen auf Verzögerungen beim brasilianischen Kunden des schwedischen Herstellers. Quellen bei Saab stellen jedoch klar, dass die Zeitpläne für die Auslieferung der Gripen E/F und der F-16 Block 70 praktisch gleich wären – jeweils etwa 36 Monate nach Unterzeichnung des Vertrags.
Budget, Stückzahl und internationale Beziehungen
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Preis. Der Staat hat für zwei Dutzend Flugzeuge ein Budget von 3,5 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Nach den verfügbaren Informationen dürfte dieser Betrag für das schwedische Angebot kein Problem darstellen, während die US-amerikanische Kampfjet-Option etwas teurer werden könnte.
Als sicher gilt offenbar, dass es bei 24 Flugzeugen bleiben wird, dass die endgültige Entscheidung in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden könnte und dass die internationalen Beziehungen im Verhandlungsprozess eine wichtige Rolle spielen werden.
Die französische Option, vertreten durch die zweistrahlige Dassault Rafale F4 von Dassault Aviation, scheint sich unterdessen schrittweise aus diesem dynamischen Szenario zu entfernen. In Peru kann jedoch niemals etwas ausgeschlossen werden.
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