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Audi e-tron Sportback: Virtuelle Außenspiegel im Praxistest

Grauer Audi E-Tron Sportback auf glänzendem Boden in moderner Ausstellungshalle.

Die virtuellen Außenspiegel fallen deutlich schlanker aus als herkömmliche Spiegel und verringern die Fahrzeugbreite des SUV Audi e-tron Sportback um 15 cm – unseren ersten Fahrbericht sollten Sie nicht verpassen. Das verbessert die Aerodynamik und senkt zugleich die Windgeräusche.

In jedem Außenspiegel steckt eine kleine Kamera. Die aufgenommenen Bilder werden auf 7 Zoll großen OLED-Displays mit 1200 × 800 Pixeln dargestellt, die sich im Übergang zwischen Armaturenbrett und Türverkleidungen befinden.

Virtuelle Außenspiegel im Audi e-tron Sportback

Die virtuellen Außenspiegel lassen sich auf unterschiedliche Fahrsituationen abstimmen und können damit die Sicherheit erhöhen. Per Fingertipp auf das Display lässt sich der Bildausschnitt verschieben, um das benötigte Sichtfeld einzustellen. Außerdem können Fahrer das Bild vergrößern und seine Helligkeit anpassen.

Diese revolutionären Außenspiegel helfen zudem dabei, „durch die Lücken in der Luft zu kommen“, wie Johann Wagner, Aerodynamik-Spezialist für den e-tron, erläuterte:

„Die serienmäßigen Außenspiegel des e-Tron mit konventionellem Spiegelglas, aber sehr ausgefeilter Formgebung, erhöhen die elektrische Reichweite des Autos bereits um 2,5 km, wenn man sie beispielsweise mit den Außenspiegeln eines Q5 vergleicht. Die Kameraversion bringt nur weitere 2,5 km, was klar zeigt, dass sie nicht ausschließlich zu diesem Zweck entwickelt wurden, sondern auch, weil sie besser zeigen, was sich hinter dem Auto befindet.“

Entsprechend groß war die Neugier, wie einfach die Eingewöhnung an das Bildsystem in den „Ohren“ des e-tron gelingen würde.

Bildqualität und Eingewöhnung

Neben den Vorteilen bei Aerodynamik, Verbrauch und Geräuschentwicklung ist das Bild breiter als bei einem normalen Spiegel und ausgesprochen scharf. Es erfasst einen größeren Bereich hinter dem Fahrzeug sowie den hinteren Dreiviertelbereich, was der Sicherheit zugutekommt. Auch bei Regen liefern die Displays ein klareres Bild als konventionelle Spiegel, da eine Heizung das Beschlagen verhindert.

Die Nachteile scheinen jedoch zahlreicher zu sein: Jedes Mal, wenn ich zum Außenspiegel schauen wollte, wanderte mein Blick zu den außen an der Tür montierten Kameras, denn dort befinden sich die Spiegel bei allen anderen Autos. Unmittelbar danach tadelte ich mich selbst für diese Ablenkung.

Hier wird das Bild im Innenraum angezeigt, was insbesondere beim Außenspiegel auf der linken Seite problematisch ist: Er befindet sich sehr nahe am Fahrer. Das rechte Display liegt weiter außerhalb des Blickfelds; die Fokusanpassung erfolgt dort nahezu automatisch, ohne dass Kopf oder Blickrichtung verändert werden müssen.

Wer den e-tron täglich fährt, wird sich zwar daran gewöhnen. Sobald man jedoch wieder ein Auto mit normalen Spiegeln fährt, ist diese Routine wieder verloren.

Weitere Nachteile der virtuellen Außenspiegel

Wenn sich dieser Nachteil noch durch Gewöhnung überwinden lässt, gilt das für die übrigen Einschränkungen weniger. Welche sind das?

Trotz einstellbarer Helligkeit bleibt das Bild in manchen schlecht beleuchteten Parkhäusern sehr dunkel. Außerdem lassen sich die Kameras nicht elektrisch einklappen.

Einer der größten Nachteile besteht vermutlich darin, dass auf dem projizierten Bildschirm das Tiefengefühl verloren geht. Gerade im Stadtverkehr, wo wenig Platz vorhanden ist und häufig rangiert wird, ist das besonders relevant. So lässt sich oft nur schwer einschätzen, ob der Abstand zu einem Pfosten beim Einparken ausreicht oder ob auf der Autobahn ein Spurwechsel möglich ist.

Unterm Strich sollte man die 1500 Euro für die virtuellen Außenspiegel besser sparen oder für andere, nützlichere Extras ausgeben.

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