Nachdem Volkswagen über mehrere Jahre auf Mildhybrid-Antriebe, Plug-in-Hybride und rein elektrische Modelle gesetzt hatte, steigt der Konzern nun in das Segment der Vollhybride ein – eine Technik, die Hersteller wie Toyota seit Langem beherrschen.
Mit den jetzt veröffentlichten offiziellen Verbrauchs- und Emissionswerten des neuen Hybrid-Systems stellt sich unweigerlich die Frage: Kann Volkswagen zu den etablierten Referenzen dieser Klasse aufschließen?
Die nun vorliegenden WLTP-Daten liefern darauf eine positive Antwort. Die deutsche Marke übernimmt bei der Effizienz zwar noch nicht die Spitzenposition, liegt aber nahe an den Besten.
Emissionen und Verbrauch: Wie schlägt sich Volkswagen gegen die Konkurrenz?
Für den Golf Hybrid nennt Volkswagen einen Verbrauch von 4,6 bis 5,1 l/100 km sowie CO₂-Emissionen von 104 bis 117 g/km. Der T-Roc Hybrid kommt auf 5,0 bis 5,6 l/100 km und auf 115 bis 127 g/km CO₂.
Damit bewegen sich die neuen Volkswagen-Hybride dicht bei den effizientesten Modellen ihrer Klasse. Die Toyota-Modelle behalten allerdings weiterhin einen kleinen Vorsprung, wie die folgende Tabelle zeigt:
Unterm Strich belegen die Werte, dass Volkswagen den Herstellern mit der größten Erfahrung bei dieser Technologie deutlich nähergekommen ist. Es handelt sich nicht um die sparsamsten Hybride auf dem Markt, doch der Abstand fällt gering aus.
Das fehlende Hybrid-System von Volkswagen
Um in die Welt der Vollhybride einzusteigen, die ohne externes Laden auskommen, hat Volkswagen einen anderen als den üblichen Weg gewählt. Anders als zahlreiche Wettbewerber entwickelte das Unternehmen keinen speziellen Saugmotor für diesen Einsatz.
Stattdessen basiert der Antrieb auf dem bekannten 1.5 TSI evo2, der mit zwei Elektromotoren und einer 1,6-kWh-Batterie unter dem hinteren Fahrzeugboden kombiniert wird. Die Systemleistung beträgt 170 cv (125 kW), das maximale Drehmoment 309 Nm.
Das Hybrid-System arbeitet in drei verschiedenen Betriebsarten: elektrisch, seriell-hybrid und parallel-hybrid.
Im elektrischen Betrieb übernimmt der Elektromotor allein den Antrieb, vor allem beim Anfahren und bei niedrigen Geschwindigkeiten. Im seriellen Hybridmodus erzeugt der Benzinmotor Strom für das elektrische System.
Im Parallelmodus arbeiten Verbrennungs- und Elektromotor dagegen zusammen, insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten. Nach Angaben der Marke soll häufiges elektrisches Fahren im Stadtverkehr möglich sein – ausschließlich mit Energie, die beim Verzögern zurückgewonnen oder vom Verbrennungsmotor selbst erzeugt wird.
Gegenüber dem aktuellen Golf 1.5 eTSI mit 150 cv kündigt Volkswagen beim Verbrauch und bei den Emissionen Einsparungen von 10 % bis 15 % an. Im Stadtbetrieb können diese bis zu 35 % erreichen.
Mehr als nur Verbrauchswerte
Für die meisten Fahrerinnen und Fahrer dürften Unterschiede von wenigen Zehntellitern im Alltag kaum ausschlaggebend sein. Für Volkswagen zählt jedoch jedes Gramm CO2.
Die strengen europäischen Vorschriften verpflichten die Hersteller, die durchschnittlichen Emissionen ihrer Modellpaletten zu senken, andernfalls drohen Strafzahlungen. Vor diesem Hintergrund soll das neue Hybrid-System Volkswagen zugleich helfen, seine Emissionsziele zu erfüllen, deren Erreichen sich als besonders anspruchsvoll erweist:
Was kostet der Volkswagen Hybrid?
In Deutschland haben die Vorbestellungen bereits begonnen; die veröffentlichten Preise gelten ausschließlich für diesen Markt.
Der Golf Hybrid ist in der Ausstattung R-Line ab 41.400 Euro erhältlich. Der T-Roc Hybrid Style startet bei 44.470 Euro. Preise und Marktstarttermin in Portugal wurden bislang noch nicht bekannt gegeben.
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