Der renommierte Fotograf Mark arbeitet seit vielen, vielen Jahren mit Top Gear zusammen. Wenn er nicht fotografiert, kauft er unvernünftige Autos. Hier berichtet er der Welt von seiner Sucht.
Autos persönlicher machen
Seit ich ein Auto besitze, verspüre ich den Drang, daran herumzubasteln. Mal ist es eine andere Auspuffanlage oder eine neue Audioanlage, mal gleich ein komplett anderer Motor – dessen Lebensdauer üblicherweise eher in Kilometern als in Jahren bemessen wird. Unabhängig von der jeweiligen Änderung gelingt es ihnen hervorragend, jeden verfügbaren Euro aus meinen Händen zu ziehen.
Dieser Umbauzwang entsteht nicht etwa, weil ich glaube, es besser zu wissen als die klugen Ingenieure, die diese Autos entwickeln. Eher im Gegenteil: Meistens sorge ich mit meinen Maßnahmen dafür, dass jedes Auto ein wenig schlechter wird. Das mag nach einem merkwürdigen Hobby klingen, doch im Kern geht es mir darum, ein Auto stärker zu meinem eigenen zu machen.
Ich werde nie zu den Leuten gehören, die bei einem Treffen auftauchen und sich in Reihe um Reihe identischer Autos einordnen. Genauso wenig möchte ich ein Auto so völlig überdrehen, dass ein „Scheiß auf die Hater“-Aufkleber an die Scheibe muss, weil es inzwischen wie etwas aussieht, das auf die Seite eines Waltzers gepinselt gehört.
Für mich liegt die Antwort irgendwo dazwischen: beim japanischen Shibui-Prinzip. Es geht um eine schlichte, zurückhaltende und unaufdringliche Schönheit, die sich erst nach und nach erschließt. Oder, falls du nicht jeden Porsche in Paint-to-Sample-Lackierung auf Instagram dokumentierst: ein Auto mit auffälligen Teilen leicht anders aussehen zu lassen, die ausschließlich gleichgesinnte Auto-Nerds zu schätzen wissen. Um diese Haltung weiter zu untermauern, habe ich mir nun einen Satz japanischer Räder für ein ausgesprochen deutsches Auto besorgt.
Advan GT Räder für den Porsche 991 GT3 RS
Vor euch steht ein äußerst ehrenwerter Satz Advan GT Räder in Porsche 991 GT3 RS-spezifischer Ausführung. Sie sind alles andere als neu und seit deutlich mehr als einem Jahrzehnt ein fester Favorit auf Skylines und Supras. Seit 2017 fertigt Yokohama Wheel Design – das Unternehmen hinter Advan Wheels – sie jedoch auch in Porsche-Größen. Tatsächlich war das Ausstellungsauto des Unternehmens bei meinem Besuch der SEMA Show in Las Vegas 2017 ein 991 GT3 RS in Ultraviolet mit goldenen Racing-Brass-Rädern – ein Auto, das mich seither inspiriert. Ein riesiges Dankeschön an Joan (@jo34200 auf Instagram), der auf seltene JDM-Räder spezialisiert ist und sich darum gekümmert hat, dass sie zu mir nach Großbritannien kamen.
Das serienmäßige Rad des 991 GT3 RS gehört für mich problemlos zu den besten Designs der vergangenen Jahre, und kaum etwas steht dem Auto besser. Die Advan GT sind davon allerdings ebenfalls nicht weit entfernt: ein weiteres großes, schlichtes und massives Speichendesign, per Flow-Forming auf Festigkeit ausgelegt und in den OEM-Größen für eine perfekte Passform erhältlich. Japanische Autokultur hat mich schon immer begeistert, und ich liebe viele der Felgendesigns, die dort im Lauf der Jahre entstanden sind. Ein Satz Advan GT ist daher eine nette kleine Verbeugung vor dieser Obsession, ohne dass das Auto allzu weit vom Serienlook abrückt. Leider habe ich nicht vorher geprüft, was Porsche-TPMS-Sensoren und Rennstreckenreifen in diesen Größen kosten. Falls mich also jemand sucht: Ich widme mich jetzt dem Feng-Shui-Lebensstil – auch bekannt als sämtliche Besitztümer bei eBay zu verkaufen, um diese grauenhafte Sucht zu finanzieren.
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