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DS N°7 E-Tense Long Range Étoile im Test: französischer Komfort mit Stil

Blauer moderner DS 9 E-Tense Limousine in hellem Ausstellungsraum mit Marmorfußboden und indirekter Beleuchtung.

DS könnte kaum gegensätzlicher zu Opel sein. Extravagantes Design und königlicher Komfort prägen die französische Marke – und der N°7 bildet da keine Ausnahme. Nach mehreren Stunden mit ihm hat mich vor allem sein kultivierter Charakter überrascht.

Bei DS beweist man durchaus Geschmack: Das für die Fahrten mit dem DS N°7 gewählte Anwesen Terre Blanche ist schlicht spektakulär. Allerdings ist es so weitläufig, dass der Weg zur Rezeption, an der die Fahrzeuge stehen, zum kleinen Ausdauertraining wird. Fast fünf Minuten brauche ich dorthin. Bei knapp 35 °C gerät der Anstieg schnell zur Belastungsprobe – der Schweiß kündigt sich bereits an. Gut, dass der N°7 seine Gäste so aufmerksam empfängt.

Ein königlicher Empfang gegen die Sommerhitze

Sie kennen dieses unangenehme Gefühl: Der Rücken schwitzt, das T-Shirt klebt an ihm und zugleich an der Rückenlehne. Im N°7 passiert mir das diesmal nicht. Die belüfteten Sitze sorgen für einen wirksamen Luftstrom und verhindern, dass sich am Rücken Schweiß bildet. Zufrieden verlasse ich das Gelände selbstverständlich im Komfortmodus. Mit 1,90 Meter Breite ist das Auto nicht gerade schmal, doch die Zufahrt zur Ausfahrt ist noch großzügiger dimensioniert. Halleluja!

Wumm! Die Bremsschwellen sind kräftig, akustisch deutlich stärker wahrnehmbar als körperlich spürbar. Die kameragesteuerte Dämpfung erledigt ihre Aufgabe ordentlich, auch wenn Wettbewerber mit konventionelleren Systemen es ebenso gut könnten. Erst auf der Straße wird sich zeigen, was das Fahrwerk wirklich kann. Blinker links, hinaus aus dem Anwesen. Die bei niedrigen Geschwindigkeiten extrem leichtgängige Lenkung ist angenehm.

Auf den Straßen rund um Fayence: meine Eindrücke im DS N°7

Dann geht es auf die D56 in Richtung Fayence. Ein kurzer Tritt aufs Pedal zeigt: Die 245 PS unserer Grande-Autonomie-Version reißen niemanden vom Hocker, verhindern dafür aber auch, dass der Kopf in die Nackenstütze gedrückt wird. Vielleicht gehört gerade das entspannte Nichtdosierenmüssen des Gaspedals zum Komfort dazu. Da ich nun auf dem Beifahrersitz sitze, nehme ich den Innenraum genauer unter die Lupe. Hochwertige Materialien und Originalität an allen Ecken – das gefällt mir wirklich ausgesprochen gut.

Allein die Holzeinsätze, die sich bis in die Türverkleidungen ziehen, sind ein Blickfang. Auch Leder kommt reichlich zum Einsatz, während die Verarbeitungsdetails besonders gelungen wirken. Guillochierung, Perlstich und die prächtigen Sitze im Uhrarmband-Design bieten reichlich Gesprächsstoff! Ganz fehlerfrei ist das Ganze natürlich nicht: Günstiger wirkende, tief unten versteckte Kunststoffbereiche fallen aus dem Rahmen.

Enge Kurven auf der D563: warum ich schließlich den Sportmodus aktivierte

Das machen allerdings die meisten Konkurrenten ähnlich, also kein Grund zur Empörung. Erst recht nicht beim Thema Komfort. Dank Verbundglas vorn und hinten werden Außengeräusche bemerkenswert effektiv abgeschirmt. In dieser Fahrzeugklasse ist das äußerst selten. Deutlich hörbar bleibt dagegen die Klimaanlage, die auf Stufe 4 von 6 läuft. Sie arbeitet mit drei Zonen und einer separaten Einstellung für die Fondpassagiere. Erinnern Sie sich noch an die kamerabasierte Federung?

Ihre Wirkung ist nämlich nicht wirklich offensichtlich. Im Komfortprogramm fährt der N°7 selbstverständlich weich, liegt damit letztlich aber auf dem Niveau anderer ausgesprochen bequemer Konkurrenten.Du, hier wird es aber langsam ziemlich kurvig!“, sage ich zu meinem Kollegen. Also wechseln wir in den Sportmodus. Hinter Fayence wird die Strecke reizvoller, und die Landschaft entlang der D563 ist tatsächlich wunderschön.

„Jetzt mal langsam“: als ich den N°7 selbst fuhr

Die Lenkung? Noch immer zu leicht. Die Dämpfung? Ebenfalls weiterhin zu weich. Zwar kippt der Wagen in Kurven nicht weg, doch das hohe Gewicht der Karosserie ist eindeutig spürbar. Die 2 138 kg lösen sich nun einmal nicht in Luft auf und schieben das Auto nach außen. Die Vorderachse kommt jedoch mit dem relativ begrenzten Leistungsangebot zurecht. Ohnehin fragt man sich, wer einen N°7 dauerhaft mit voller Attacke bewegen würde.

Also nehmen wir Tempo heraus und tauschen die Plätze. Ich übernehme das Kommando über das Schiff – zumindest vermittelt das X-förmige Lenkrad diesen Eindruck. Bei Mons biegen wir ab und fahren anschließend in das Département Alpes-Maritimes. Meine Adleraugen entdecken einen seltenen Schattenplatz: ideal für Innenraumfotos. Für Aufnahmen des Armaturenbretts stütze ich mich auf der Rückbank ab. Das Platzangebot ist ordentlich, eine Limousine ist der N°7 aber nicht.

Was mir der Projektleiter beim Essen über die Rückbank verriet

Die Kopffreiheit fällt allerdings besser aus als im N°8 mit seiner stärker abfallenden Silhouette. Die Polster sind weich und stützen die Oberschenkel recht ordentlich. Einen Mitteltunnel gibt es nicht. Die Verarbeitung entspricht dem Niveau im Vorderwagen. Leider lässt sich die Lehne der Rückbank nicht mehr elektrisch neigen. Sylvain Champomier, Projektleiter des N°7, sagte mir beim Abendessen, dass ein motorisierter Lehnenmechanismus zu viel Bauraum beanspruchen würde.

Er hatte sich dafür eingesetzt und bedauert den Verzicht als Erster. Der Kofferraum fasst maximal 560 Liter; einen Stauraum unter der Fronthaube gibt es nicht. Nachdem die Fotos im Kasten sind, fahren wir auf die Route Napoléon und hoffen auf großartige Panoramen. Zeit für die Focal-3D-Electra-Anlage mit 14 Lautsprechern und 690 W Leistung. Der Klang erscheint uns ordentlich. Allerdings hören wir die Tour de France.

Abfahrt durch die Verdon-Schlucht mit 15 kWh/100 km Verbrauch

Die Begeisterung des Reporters im Radio lässt das System nicht vollständig zur Geltung kommen. Egal: Wir reduzieren das Tempo, um den jüngsten Leistungen des Trägers des Gelben Trikots besser folgen zu können. Dadurch bleibt auch der Verbrauch moderat: Rechnen Sie auf einer hügeligen Strecke bei gemäßigter Fahrweise mit 15 kWh/100 km. Mit dem 97-kWh-Akku sind damit durchaus viele Kilometer möglich.

Nach einer eindrucksvollen Abfahrt durch die Verdon-Schlucht zwischen Felsformationen geht es zurück zum Ausgangspunkt. Nun zu den Preisen: Der N°7 startet als Elektroversion mit 230 PS und 543 km Reichweite bei 46 990 €. Unsere Etoile-Ausführung mit Grande-Autonomie-Batterie kostet vor Optionen 52 680 €. Absolut betrachtet ist das viel Geld, im Wettbewerbsumfeld erweist sich der Preis jedoch als konkurrenzfähig.

Die Preisfrage: größer und günstiger als die Deutschen

Genau darauf beruht das Konzept dieses französischen SUV: ein Fahrzeug zwischen C- und D-Segment zum Preis eines Premium-Modells aus dem C-Segment anzubieten. Die Rechnung geht auf, denn preislich bewegt sich der N°7 bei Mercedes GLB und Audi Q4 e-tron, überragt beide aber um einige Zentimeter. Nicht schlecht. Perfekt ist er deshalb dennoch nicht. So eindrucksvoll der N°7 auftritt, einige klare Schwächen bleiben.

Der Touchscreen wirkt beispielsweise nicht mehr zeitgemäß und reagiert zu träge. Das von mir nicht getestete Schnellladen endet bei 160 kW Gleichstrom DC. Das ist grenzwertig – möglicherweise wird sogar weniger erreicht. Bei den verwandten Peugeot 3008, Citroën C5 Aircross und Opel Grandland waren meine Ergebnisse in dieser Disziplin recht enttäuschend. Hier muss DS nachlegen, um nicht von chinesischen Modellen überholt zu werden.

Das Design als Statement: mein abschließender Eindruck zum DS N°7

Der Stil wiederum ist ein ganz eigenes Thema. Besonders deutlich wird mir das an der Rezeption, deren Fenster ein ausgesprochen eigenwilliges Spiegelbild zurückwerfen. Natürlich ist das Geschmackssache. Da ich eine gewisse Schwäche für ungewöhnliche Erscheinungen habe, gefällt es mir. Manche werden gewiss aufschreien, wenn ich diesen Mut würdige. Ja, technisch gibt es bessere Lösungen. Optisch erfüllt der N°7 seinen Zweck jedoch hervorragend.

Überzeugt Sie eher der Komfort und der Mut dieses neuen französischen SUV, oder bleiben Sie den deutschen Referenzen treu? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren!

DS N°7 E-Tense Long Range Étoile

52 680 €

Urteil

7.5/10

Was uns gefällt

  • Die hochwertige Verarbeitung
  • Der Komfort auf exzellentem Niveau
  • Der niedrige Verbrauch
  • Die große Reichweite

Was uns weniger gefällt

  • Die wenig überzeugende Schnellladeleistung
  • Das veraltete Infotainment
  • Die weiterhin komplizierte Ergonomie

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