Der 2017 eingeführte DS 7 startet nun endlich in eine neue, ambitioniertere Generation. Der weiterhin auf dem Peugeot 3008 basierende DS N°7 legt beim Premiumanspruch mit einem eindrucksvollen Innenraum und einem breiter aufgestellten Elektroangebot deutlich zu.
Kennen Sie das Anwesen Terre Blanche? Diese friedliche Oase liegt im Süden Frankreichs, unweit von Cannes. DS hat diesen Ort sehr passend gewählt, um seinen jüngsten Neuzugang, den N°7, vorzustellen. Mit einem besonders weit getriebenen Raffinement setzt die französische Marke die Messlatte sehr hoch. Das ist nur folgerichtig: Sein Vorgänger stand für die Hälfte aller Verkäufe des Herstellers. Ein Fehltritt ist also keine Option.
Ein polarisierendes Design: der mutige französische Stil
Eigenständig und vertraut zugleich – eigentlich passen diese beiden Begriffe nicht zusammen. Trotzdem treffen sie auf den N°7 zu, denn er verbindet bekannte Zutaten auf ungewöhnliche Weise. Obwohl er auf dem Peugeot 3008 aufbaut, will sich das Fahrzeug mit aller Kraft abheben: durch eine kantigere SUV-Silhouette und ausgeprägtere Linien. Die vertikalen Tagfahrleuchten an den Enden markanter Klingen verbessern die Aerodynamik.
Stilentscheidungen, die niemanden kaltlassen werden
Auch die bündig integrierten Türgriffe und die schuppenartigen Heckleuchten sind eigenständig. Ganz unerwartet kommt das allerdings nicht: Der N°8 hatte diese stilistischen Elemente bereits eingeführt. Der beleuchtete Kühlergrill und die diamantspitzförmigen Leuchten sind beispielsweise bereits bekannt. Das Design bleibt ausdrucksstark, und das gefällt mir. Sicherlich werden nicht alle diese verschlungenen Linien mögen. Hoffentlich wird dieser Mut belohnt.
Im DS N°7: der Spagat zwischen Raffinement und Ergonomie
Auch im Innenraum ist die DS-Handschrift sofort erkennbar. Das Ganze wirkt außergewöhnlich und ist hochwertig umgesetzt. Hier gibt es kein geradliniges Armaturenbrett mit einem in der Mitte platzierten iPad wie bei all den chinesischen Modellen. Stattdessen übernimmt der N°7 die Gestaltung des N°8. Dazu gehören ein X-förmiges Lenkrad, Perlnaht-Finishes, guillochierte Einsätze, Sitze im Stil eines Uhrenarmbands, ein großer zentraler 16-Zoll-Bildschirm sowie eine schwebend wirkende Mittelkonsole.
Die Tücke des Infotainments hinter dem Armaturenbrett
Mir persönlich gefällt das sehr, auch wenn ich erneut weiß, dass nicht jeder eine derart mutige Gestaltung schätzen wird. Schade wäre es, denn die Ausführung ist ausgesprochen sorgfältig. Lediglich die unteren Bereiche hätten mehr Aufmerksamkeit verdient, doch das gilt auch für die Konkurrenz. Wirklich problematisch könnten hingegen die Ergonomie und vor allem das Infotainment werden. Darauf werde ich im Fahrbericht ausführlicher eingehen.
Der wahre Komfort des DS N°7: erfülltes Versprechen oder bloßes Marketingargument?
Ein DS soll beim Komfort die absolute Spitze verkörpern. Zwar erhält der N°7 für Privatkunden nicht die hydropneumatische Federung der Präsidentenversion, doch er verfügt immerhin über eine adaptive Dämpfung, die die Fahrbahn per Kamera erfasst. Dieses aus sehr hochwertigen Modellen stammende System passt die Federhärte an und soll für einen theoretisch unvergleichlichen Federungskomfort sorgen. Theoretisch, wohlgemerkt.
Goldene Stille und Extras für lange Fahrten
Die Wirkung dieses Systems habe ich etwas zwiespältiger erlebt. Unbestritten ist dagegen die Schalldämmung auf sehr hohem Niveau. Dank Verbundglas vorne wie hinten herrscht im N°7 bemerkenswerte Ruhe. Auf langen Strecken macht das ebenso einen Unterschied wie die beheizbaren, belüfteten und massierenden Sitze. Sogar eine aus dem N°8 übernommene Nackenheizung ist erhältlich – wie bei Cabrios!
740 km Reichweite und große Preisspanne: Ist das wirklich glaubwürdig?
Den Einstieg beim N°7 bildet ein 1,2-l-Dreizylinder mit 145 PS. Zwar handelt es sich um Mildhybridtechnik mit Automatikgetriebe, für ein Fahrzeug dieser Klasse wirkt das jedoch wenig standesgemäß. Stattdessen sollte die Wahl zwischen drei Elektrovarianten fallen: 73 kWh mit 230 PS, 97 kWh mit 245 PS sowie 97 kWh mit 350 PS und Allradantrieb. Meine Wahl wäre die mittlere Ausführung mit der Rekordreichweite von 740 km.
Liegt die ideale Version tatsächlich dort, wo man sie erwartet?
Die Preise reichen von 43 900 bis 77 520 €. Manche werden darin einen Skandal sehen, doch man sollte berücksichtigen, dass der N°7 4,66 Meter lang ist und damit zwischen dem C- und dem D-Segment liegt. Seine Preise entsprechen jedoch eindeutig denen eines Premiumfahrzeugs im C-Segment. Gibt es Schwächen? Natürlich. Die Ladeleistung ist nicht vorbildlich. Einige weitere Punkte gibt es ebenfalls. Die Antwort liefert der Fahrbericht, der am Sonntag erscheint!
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