Nachdem wir erst kürzlich die ausschließlich elektrische dritte Generation des Fiat 500 kennengelernt und gefahren sind, hat die italienische Marke keine Zeit verloren: Sie präsentierte ihre erneuerte „funktionale Familie“ auf einen Schlag. Dazu gehören der Fiat Tipo und der Fiat Panda.
Funktionale Familie? Tatsächlich besteht Fiat nicht nur aus dem 500. Schon seit mehreren Jahren beschreibt die Marke ihr Angebot anhand zweier Säulen: Der 500 steht für die stärker auf Image und Begehrlichkeit ausgerichtete Seite, während der Panda die praktische und vielseitige Säule anführt. Bislang erhielt vor allem die 500er-Familie mit 500L, 500X und dem neuen 500 Aufmerksamkeit. Künftig sollen Panda und Tipo stärker in den Vordergrund rücken – oder, wie Fiat es nennt, die funktionale Familie.
Auf ein komplett neues Modell dieser Familie müssen wir noch etwas warten. Es soll vom Konzeptfahrzeug Centoventi beeinflusst sein. Vorerst bleiben uns daher die gleichzeitig vorgestellten überarbeiteten Fiat Panda und Fiat Tipo.
Life, Sport und Cross bei Fiat Tipo und Panda
Beide Modelle verbindet nun ein gleich aufgebautes Angebot mit drei Themen: Life, Sport und Cross. Sie prägen sowohl das Erscheinungsbild als auch bestimmte Eigenschaften. Life ist am stärksten auf die Stadt ausgerichtet, Sport auf Dynamik und Cross auf Abenteuer. Jedes Thema kann wiederum mehrere Ausstattungsvarianten umfassen.
Den Fiat Tipo Life gibt es in den drei Ausstattungslinien Tipo, City Life und Life sowie mit drei Karosserien: als fünftüriges Schrägheck, viertürige Limousine und Kombi. Der Fiat Tipo Sport wird ausschließlich als City Sport und nur als Fünftürer oder Kombi angeboten. Der Fiat Tipo Cross ist dagegen allein als Fünftürer erhältlich, dafür aber in den beiden Varianten City Cross und Cross.
Beim Fiat Panda Life stehen die Ausstattungslinien Panda und City Life zur Wahl. Der Panda Sport kommt in nur einer Ausführung, während sich der Panda Cross in City Cross und Cross aufteilt.
Fiat Tipo Cross: eine neue Variante
Die umfangreicheren Neuerungen entfallen auf den Fiat Tipo. Die Limousine kam 2015 auf den Markt, Fünftürer und Kombi folgten 2016. Damit war es Zeit für eine gründlichere Überarbeitung – und die hat Fiat nun umgesetzt.
Das Facelift des kompakten Familienautos konzentriert sich vor allem auf die Front. Dort sitzen neue LED-Scheinwerfer, ein neuer Kühlergrill und eine neu gestaltete Stoßstange. Auch das Fiat-Logo fällt auf: Es besteht künftig nur noch aus dem Schriftzug. Der Tipo ist das erste Modell der Marke, das ihn vorne trägt; beim neuen 500 wird er lediglich am Heck verwendet. Hinten gibt es ebenfalls überarbeitete LED-Leuchten. Hinzu kommen neu gestaltete Felgen in 16 und 17 Zoll, einige neue Zierelemente und zusätzliche Farben.
Im Innenraum hat sich am Design nicht viel verändert: Es gibt neue Bezüge und ein überarbeitetes Lenkrad. Bei der Ausstattung sieht das anders aus. Erstmals erhält diese Tipo-Generation ein digitales 7-Zoll-Kombiinstrument. Schon der erste Tipo, der 1988 vorgestellt wurde, besaß ein digitales Cockpit. Dazu kommt das neue Infotainmentsystem Uconnect 5, das im neuen 500 debütierte und über einen großzügigen 10,25-Zoll-Touchscreen bedient wird.
Auch die Konnektivität wurde erweitert: Apple CarPlay und Android Auto sind nun kabellos nutzbar. Ebenfalls ohne Kabel lässt sich das Smartphone künftig per Induktion laden.
Der technische Ausbau zeigt sich auch bei den Fahrassistenten. Der überarbeitete Fiat Tipo ergänzt unter anderem Verkehrszeichenerkennung, intelligenten Geschwindigkeitsassistenten, Spurhalteassistenten, Müdigkeitserkennung, adaptiven Fernlichtassistenten und Totwinkelassistenten. Dazu kommen Parksensoren vorne sowie ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem.
Die wichtigste Neuheit ist jedoch der Fiat Tipo Cross, den Razão Automóvel bereits zuvor gezeigt hat: ein Tipo im Crossover-Stil. Zusätzliche Kunststoffschutzleisten und eigenständige Stoßstangen verleihen ihm ein anderes Erscheinungsbild. Außerdem ist er 7 cm höher. Davon entfallen 4 cm auf die größere Bodenfreiheit und 3 cm auf die neuen Dachreling-Schienen, die zuvor dem Kombi vorbehalten waren. Auch seine Räder sind breiter.
Neu vorgestellt wurde außerdem der Fiat Tipo City Sport, der im ersten Quartal 2021 zu uns kommen soll. Er besitzt eigene Gestaltungselemente, darunter die ihm vorbehaltene Farbe Metropolis-Grau und 18-Zoll-Felgen mit Diamantschliff. Im Innenraum setzt sich der eigenständige Stil mit schwarzem Dachhimmel und sportlich gestaltetem Lenkrad fort.
Auch bei den Motoren gibt es Änderungen. Der erneuerte Fiat Tipo führt den 1.0 GSE T3 aus der Firefly-Motorenfamilie ein: Der Turbomotor mit 1,0 l Hubraum leistet 100 PS und entwickelt 190 Nm bei 1500 U/min. Er ersetzt den bisherigen 1.4-Saugmotor mit 95 PS und 127 Nm bei 4500 U/min. Das höhere und früher verfügbare Drehmoment verspricht, besser zu den familiären Aufgaben des Tipo zu „passen“ und zugleich Verbrauch und Emissionen zu senken.
Bei den Dieselmotoren, die bereits die Euro-6D-Norm erfüllen, bleibt der 1.3 Multijet mit 95 PS im Programm. Auch der 1.6 Multijet ist weiterhin erhältlich, leistet nun aber 130 statt bisher 120 PS.
Fiat Panda Sport lässt den Panda 100 HP nicht vergessen
Der Fiat Panda wurde bereits Anfang des Jahres aktualisiert, als der neue 1.0 Firefly mit 70 PS und 12-V-Mildhybridsystem eingeführt wurde. Dieses Modell haben wir schon getestet. Diesmal steht daher weniger eine weitere Überarbeitung als vielmehr eine technische Aufrüstung im Mittelpunkt.
Beim Test fiel das fehlende Infotainmentsystem auf. Diese Lücke wird jetzt geschlossen: Der Fiat Panda bietet künftig ein System mit 7-Zoll-Touchscreen, das Apple CarPlay und Android Auto unterstützt. Wer diese Funktionen nutzt, kann sein Smartphone in einem neuen, dafür vorgesehenen Ablagefach verstauen.
Seine Vielseitigkeit zeigt der Panda wie bisher durch verschiedene Antriebe. Das Angebot reicht vom jüngsten Mildhybrid mit 1,0 l und 70 PS über den bivalenten Flüssiggasantrieb mit 1,2 l und 69 PS bis zum Twinair-Turbo mit 0,9 l und 85 PS. Zudem gibt es Versionen mit zwei oder vier angetriebenen Rädern.
Die größte Neuheit der Baureihe ist der Fiat Panda Sport, der ausschließlich mit dem 1.0 Firefly Hybrid und 70 PS angeboten wird. Für ein Modell mit dem Namen Sport liegt das noch weit vom temperamentvolleren Panda 100 HP entfernt. Diese Version prägte die vorherige Generation und gewann, obwohl sie in Portugal nicht verkauft wurde, europaweit zahlreiche Fans. Grund dafür waren ihr unterhaltsamer Charakter, die straffe Dämpfung und der lebhafte 1.4-Motor mit 100 PS.
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