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Honda und Nissan: Mögliche Fusion über eine neue Holding

Roter Nissan-Elektrowagen mit futuristischem Design in einem modernen Ausstellungsraum.

Jetzt ist es offiziell: Honda und Nissan haben heute eine Absichtserklärung über eine mögliche Fusion unterzeichnet.

Vorgesehen ist eine neue Holding, unter deren Dach beide Hersteller zusammengeführt werden sollen. Kommt der Zusammenschluss zustande, entstünde gemessen am Absatz der drittgrößte Automobilkonzern der Welt – hinter Toyota und dem Volkswagen-Konzern. Gemeinsam kommen Honda und Nissan auf rund 7,2 Millionen Verkäufe pro Jahr.

Auf Grundlage der heutigen Zahlen würde der neue Autoriese einen Umsatz von mehr als 183,89 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn von über 18,39 Milliarden Euro erzielen.

„Heute ist ein sehr wichtiger Tag, an dem Gespräche über die Integration der beiden Unternehmen beginnen, die das Potenzial haben, unsere Zukunft zu gestalten. Sollte sie zustande kommen, bin ich überzeugt, dass wir durch die Bündelung der Stärken beider Unternehmen unseren Kunden weltweit einen unvergleichlichen Mehrwert bieten können“, erklärte Makoto Uchida, Präsident und Vorstandsvorsitzender von Nissan.

Ziele der Fusion von Honda und Nissan

Hinter dem geplanten Zusammenschluss steht derselbe Grund, der 2021 zur Fusion der Groupe PSA und FCA führte: Durch Konsolidierung soll die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleiben. Das gilt insbesondere angesichts neuer Konkurrenten und Technologien, vor allem bei der Elektrifizierung von Autos und der Softwareentwicklung.

Honda und Nissan, der zweit- beziehungsweise drittgrößte japanische Autohersteller, hatten sich erstmals im März angenähert. Damals unterzeichneten sie eine erste Absichtserklärung, um die Machbarkeit einer strategischen Partnerschaft mit Schwerpunkt auf der Entwicklung von Komponenten für elektrifizierte Fahrzeuge zu prüfen.

Nun sollen die beiden Geschäftsbereiche zusammengeführt und Ressourcen gemeinsam genutzt werden. Dadurch wollen die Unternehmen Synergien schaffen und schneller auf den Markt reagieren können.

„Die heute angekündigte Absichtserklärung soll beiden Unternehmen eine Möglichkeit bieten, ihre globale Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren, damit sie weiterhin attraktivere Produkte anbieten können.“

Nissan und Honda

Ein Zusammenschluss unter Gleichen dürfte es allerdings nicht werden: Honda soll voraussichtlich die Führung der neuen Holding übernehmen. Die Fusion wird zwar noch verhandelt, verspricht laut der offiziellen Mitteilung aber bereits erhebliche Fortschritte in mehreren Bereichen.

Die wichtigsten Synergien und Skaleneffekte sollen durch die gemeinsame Nutzung von Plattformen und Komponenten, die Zusammenlegung der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen sowie in der Produktion bei Verfahren und Werken entstehen.

Und was ist mit Mitsubishi?

Neben der Absichtserklärung zwischen Honda und Nissan wurde eine zweite Vereinbarung mit Mitsubishi unterzeichnet. Sie soll ausloten, ob der Hersteller in die neue Holding eingebunden werden kann. Nissan hält 24 % an Mitsubishi.

Mitsubishi prüft derzeit, welchen Beitrag das Unternehmen zu einer möglichen Integration leisten und wie es davon profitieren könnte. Sollte sich der Hersteller für den Beitritt entscheiden, könnte er rund 900.000 Fahrzeuge beisteuern. Der jährliche Gesamtabsatz des neuen Autoriesen würde damit auf mehr als acht Millionen Fahrzeuge steigen.

Wie geht es weiter?

Ob die Fusion tatsächlich vorangetrieben wird, soll erst im Januar endgültig entschieden werden. Für diesen Fall haben Honda und Nissan jedoch bereits einen vorläufigen Zeitplan für die nächsten Schritte vorgestellt.

Im Juni 2025 soll die endgültige Vereinbarung zwischen den beiden Herstellern zusammen mit dem Plan zur Übertragung der Beteiligungen vorgelegt werden. Zu diesem Zeitpunkt sollen auch die Organisationsstruktur und der Name des neuen Automobilkonzerns bekannt gegeben werden.

Verläuft alles wie vorgesehen, soll die neue Gesellschaft im August 2026 an der Tokioter Börse notiert werden. Die Börsennotierungen der beiden einzelnen Unternehmen sollen kurz zuvor beendet werden.

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