Die Sueddeutsche Zeitung berichtet, dass Audi das letzte neue Modell mit Verbrennungsmotor im Jahr 2026 auf den Markt bringen will.
Rechnet man mit dem üblichen Lebenszyklus eines Modells von rund sieben Jahren, würde das bedeuten: Ab etwa 2033 (plus/minus ein Jahr) wären alle neu verkauften Audi ausschließlich elektrisch unterwegs – selbst Plug-in-Hybride würden dann nicht mehr dazugehören. Damit würde Audi frühere Aussagen der Markenverantwortlichen übertreffen, wonach die vollständige Elektrifizierung innerhalb von 10 bis 15 Jahren erreicht werden sollte.
Zeitplan der Elektrifizierung bei Audi: 2026 bis etwa 2033
Ein weiterer Hinweis auf diesen klaren Kurs in Richtung „nur noch Elektronen“ ist eine separate Ankündigung: Audi will keine neuen Verbrennungsmotoren mehr entwickeln. Stattdessen sollen lediglich die bestehenden Motorenfamilien so angepasst werden, dass sie künftige Emissionsvorgaben erfüllen.
Dazu zählt insbesondere Euro 7, das 2025 in Kraft treten soll.
Euro 7, Markus Duesmann und die Folgen für den Verbrennungsmotor
Audi-CEO Markus Duesmann äusserte sich zur Euro-7-Norm deutlich kritisch und erklärte, dass die Umwelt aus seiner Sicht kaum vom Inkrafttreten der Euro 7 im Jahr 2025 profitiere.
Sollten die bislang genannten Rahmenbedingungen nicht noch abgeschwächt werden, würde Euro 7 den Verbrennungsmotor sehr stark einschränken. Andere Stimmen gehen sogar so weit, darin technisch das Ende des Verbrennungsmotors zu sehen – nicht, weil die Vorgaben grundsätzlich unerfüllbar wären (im Gegenteil), sondern wegen der zusätzlichen Kosten, die damit einhergehen. Besonders teuer wird dabei vor allem die Abgasnachbehandlung, was vor allem Fahrzeuge in niedrigeren Segmenten trifft.
Diese hohen Euro-7-bedingten Mehrkosten könnten einer der Gründe sein, warum Duesmann den Umstieg auf Elektromobilität bei Audi beschleunigt. Gleichzeitig liefert das eine Begründung für das (sehr wahrscheinliche) Aus des Audi A1, also des aktuell günstigsten Modells der Marke.
Wie auch bei anderen Herstellern ist zudem absehbar, dass Audi in diesem Jahrzehnt stärker auf höhere Segmente setzt: Dort ist die Marge grösser – und es bleibt mehr Spielraum, um entweder die höheren Kosten elektrischer Antriebsstränge (Stichwort Batterien) oder die Zusatzaufwände durch strengere Emissionsnormen abzufedern.
Welcher Audi wird als letzter mit Verbrennungsmotor neu eingeführt?
Vieles deutet darauf hin, dass das letzte neue Audi-Modell mit Verbrennungsmotor der Nachfolger des aktuellen Q3 sein könnte. Wenn Audi beim üblichen Produktlebenszyklus bleibt, dürfte dieser im zweiten Halbjahr 2025 vorgestellt werden; der Q3 Sportback würde dann 2026 folgen.
Ab diesem Punkt wären neu eingeführte Audi-Modelle demnach konsequent zu 100 % elektrisch. Das würde beispielsweise heissen, dass der Nachfolger des aktuellen A3 (eingeführt 2020) nur noch als reines Elektroauto erscheint.
Trotzdem werden Verbrennungsmotoren bis zum Ende dieses Jahrzehnts und in den Beginn des nächsten hinein bei Audi noch weit verbreitet bleiben – abgesehen von den elektrischen e-tron-Modellen. Ein grosser Teil der Audi-Baureihen erhält in den kommenden vier Jahren einen Nachfolger, vom A4 bis zum Q7; diese sollen weiterhin mit Verbrennungsmotoren angeboten werden, allerdings mit starkem Schwerpunkt auf Plug-in-Hybrid-Antrieben.
Gleichzeitig zeigt das Beispiel Q4 e-tron – ein elektrisches SUV, das in der Modellhierarchie vergleichbar zum Q3 positioniert ist –, dass viele dieser Baureihen parallel von reinen Elektro-Pendants begleitet werden.
Vorerst braucht Audi, wie andere Marken auch, weiterhin Verbrenner im Portfolio, weil die Elektrifizierung weltweit nicht überall gleich schnell vorankommt. In Russland, einem für die deutsche Marke wichtigen Markt, ist die Elektrifizierung des Automobils beispielsweise nahezu nicht vorhanden.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen