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Stellantis setzt in Europa stärker auf FIAT Firefly-Motoren

Weißer Italien GSE E-Auto mit geöffneter Motorhaube in modernem Ausstellungsraum.

Stellantis könnte kurz davorstehen, seine Strategie für Verbrennungsmotoren in Europa leise, aber grundlegend neu auszurichten. Nach Jahren, in denen der Konzern vor allem auf Aggregate französischer Herkunft setzte – insbesondere auf die PureTech-Motoren von Peugeot –, dürfte künftig eine italienische Alternative in den Vordergrund rücken: die Firefly-Motoren von FIAT, auch unter der Bezeichnung SGE (Small Gasoline Engine) bekannt.

Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht. Dennoch stützen Aussagen von Emanuele Cappellano, Generaldirektor von Stellantis Europe, die Spekulationen: Bei einer Diskussionsrunde im MIMIT (Ministerium für Unternehmen und „Made in Italy“) erklärte er in diesem Jahr, der Konzern habe beschlossen, „in die Zukunft der GSE-Motoren zu investieren, um ihren Einsatz über 2030 hinaus sicherzustellen“. Damit erscheint der Firefly/GSE in Europa nicht länger als auslaufende Lösung – so wie es zuletzt den Anschein hatte.

Hintergrund: PureTech, technische Korrekturen und Vertrauensverlust

Dass dieser Schritt nicht zufällig kommt, liegt nahe. Stellantis hat an den PureTech-Motoren (die Bezeichnung wird inzwischen nicht mehr verwendet) zwar mehrfach nachgebessert und zudem eine neue Generation des 1.2 Turbo eingeführt, bei der der im Öl laufende Zahnriemen durch eine Kette ersetzt wurde. Diese Kettenlösung kommt in den Hybrid-Versionen verschiedener Konzernmodelle zum Einsatz und hat das Problem technisch endgültig behoben. Das Thema Image und das angeschlagene Vertrauen lässt sich damit jedoch nur schwer vollständig reparieren.

Firefly gewinnt neues Gewicht bei Stellantis

Damit rückt eine italienische Option ins Blickfeld. Die ursprünglich von FIAT entwickelten Firefly-Motoren – innerhalb der Familie auch als GSE (Global Small Engine) geführt – erhalten im Konzern nun spürbar mehr Bedeutung.

Als Drei- und Vierzylinder ausgelegt, punkten diese Aggregate mit einer einfacheren Konstruktion und Lösungen, die als robuster gelten. Ausserdem wurden sie von Beginn an dafür entwickelt, Elektrifizierung zu unterstützen – ob als mild-hybrid, als Vollhybrid oder als plug-in-Hybrid.

In Europa kommen sie derzeit nur in wenigen Modellen zum Einsatz: im FIAT Pandina, im neuen 500 Hybrid (1,0 Liter und drei Zylinder) sowie im Alfa Romeo Tonale (1,3 und 1,5 Liter, vier Zylinder). Verbreiteter sind sie in Südamerika, wo sie nicht nur bei FIAT, sondern auch bei Jeep, Peugeot und Citroën genutzt werden.

Industrie- und Portfolioeffekte: weniger Komplexität, stärkere Basis

Für Stellantis hätte eine solche Umstellung mehrere strategische Vorteile. Einerseits liesse sich die Motorenpalette vereinfachen, indem Entwicklungs- und Industrialisierungsaufwand stärker auf eine gemeinsame technische Basis gebündelt wird. Andererseits könnte der Konzern damit auch die Wahrnehmungsprobleme entschärfen, die mit anderen Motoren verknüpft sind.

Hinzu kommt ein klarer industrieller Aspekt: Die Fertigung dieser Motoren ist in Stellantis-Werken bereits fest etabliert – in Betim (Brasilien) und in Termoli (Italien). Das erleichtert die Einbindung in unterschiedliche Modelle und Marken. Sollte die Umstellung auf deutlich mehr Baureihen ausgeweitet werden, ist damit zu rechnen, dass die Produktion auch auf weitere Standorte ausgedehnt werden könnte.

Umstellung erfolgt schrittweise

Ein sofortiger Wechsel ist nicht zu erwarten. Zunächst müssen die Firefly-Motoren auf die Euro-7-Norm angepasst werden, die am 29. November 2026 in Kraft tritt. Erst danach dürfte die Ablösung der 1.2-Turbo-Motoren nach und nach erfolgen – im Gleichschritt mit den üblichen Modellpflegen und Generationswechseln.

Im Konzern wäre das zugleich ein symbolischer Richtungswechsel. Seit der Gründung von Stellantis im Jahr 2021 prägte vor allem die französische Seite viele Entscheidungen rund um Plattformen und Antriebe in den Kompaktmodellen. Künftig könnte sich dieser Schwerpunkt stärker in Richtung Italien verschieben.

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