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Renault Express Van und Renault Kangoo Van im ersten Fahrtest: Doppelstrategie im Nutzfahrzeugprogramm

Zwei Renault Transporter, silberner Express und blauer Kangoo, stehen in modernem Showroom mit großen Fenstern.

Als 1997 die erste Generation des Renault Kangoo debütierte, war der Auftrag klar: den erfolgreichen Express zu ersetzen. 24 Jahre und vier Generationen später bekommt der Kangoo im Nutzfahrzeugprogramm der französischen Marke nun ausgerechnet wieder Gesellschaft vom … Express.

Der Hintergrund ist unkompliziert: den Markt möglichst passgenau „abdecken“. Der zurückgekehrte Express Van richtet sich an Kunden, die ein einfacheres und preislich attraktiveres Modell suchen. Der Kangoo Van dagegen ist für alle gedacht, die nicht nur mehr Laderaum benötigen, sondern auch ein insgesamt etwas kompletteres Fahrzeug.

Doch kann diese „Doppelstrategie“ von Renault tatsächlich halten, was sie verspricht? Um das herauszufinden, haben wir beide Modelle gefahren.

Der Renault Express Van …

Zuerst ging es für mich in den Express Van - und gleich zu Beginn fällt ein weiterer Grund für Renaults Ansatz auf: Der neue Express Van übernimmt die Rolle des Dacia Dokker. Er teilt sich mit ihm die Plattform und kann die Ähnlichkeiten, besonders am Heck, kaum verbergen.

Innen prägen die üblichen harten Kunststoffe den Arbeitsalltag. Verarbeitung und Ergonomie geben jedoch keinen Anlass zur Kritik - einzige Einschränkung: Der Schalthebel sitzt vergleichsweise niedrig.

Das von mir getestete Fahrzeug war mit dem 1.3 TCe mit 100 PS und 200 Nm ausgerüstet. Auf dem Papier wirkt die Kombination aus Nutzfahrzeug und Benziner zunächst wenig „natürlich“, doch dieser Eindruck verfliegt schnell.

Trotz der eher zurückhaltenden 100 PS überrascht der 1.3 TCe positiv: Der Express Van lässt sich zügig bewegen, selbst mit einer Zuladung als „Ballast“ von 280 kg, wie bei unserem Testwagen.

In Verbindung mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe bleibt der Benziner zudem sparsam. Bei diesem ersten Kontakt lag der Durchschnitt bei 6,2 l/100 km.

Fahrdynamisch präsentiert sich der Express Van vor allem vorhersehbar. Zwar macht ihn der 280-kg-„Ballast“ am Heck etwas reaktionsfreudiger, doch die Ruhe geht nicht verloren - ein „Pendeleffekt“ tritt nicht auf.

Auch im Arbeitsalltag wirkt die französische Lösung angenehm unkompliziert. Neben den seitlichen Schiebetüren gibt es eine ganze Reihe an Ablagen (inklusive einer Ablage über den Köpfen der Insassen), was ihn zu einem praktischen Partner im Tagesgeschäft macht.

… und der Renault Kangoo Van

Wenn der Express Van als „Einstieg“ in Renaults Nutzfahrzeugwelt gedacht ist, zielt der Kangoo Van klar auf das erfolgreiche Stellantis-„Triumvirat“ - Citroën Berlingo, Peugeot Partner und Opel Combo.

Dafür ist er nicht nur gewachsen, sondern rückt auch sichtbar näher an den „Pkw-Alltag“ heran. Das zeigt sich besonders beim Technikangebot und unmittelbar, sobald man hinter dem Lenkrad Platz nimmt.

Das Cockpit wirkt zeitgemäß, die Bedienelemente liegen „griffbereit“, und Details wie die Smartphone-Halterung (aus dem neuen Dacia Sandero bekannt) oder das Fach mit mehreren USB-Anschlüssen oberhalb des Armaturenbretts belegen, dass Renault die Anforderungen seiner Kunden ernst genommen hat.

Beim Fahren nutzte ich in diesem ersten Kontakt die Version mit dem 1.5 Blue dCi mit 115 PS und 6-Gang-Schaltgetriebe - und Renault ist es tatsächlich gelungen, den Kangoo Van spürbar in Richtung „Pkw-Gefühl“ zu entwickeln.

Ja, auch hier sind die Materialien überwiegend hart und nicht immer besonders angenehm anzufassen. Dafür wirkt alles robust, und Bedienkräfte sowie Haptik der Schalter erinnern an das, was man beispielsweise im Clio findet - mit dem der Kangoo Van sich die Plattform teilt.

Das Fahrverhalten blieb neutral: Der Kangoo Van kam mit den 280 kg Ladung gut zurecht und überzeugte mit einer sehr präzisen, direkten und schnellen Lenkung.

Der Motor passt insgesamt zum Konzept. Er ist kein Sprinter, ermöglicht aber entspanntes und wirtschaftliches Fahren (der Durchschnitt lag bei 5,3 l/100 km). Nur beim Überholen braucht er gelegentlich „Unterstützung“ vom (lang übersetzten) Getriebe, damit die Kraft schneller anliegt.

Erfolgsversprechen

Nach einigen Kilometern am Steuer von Renault Express Van und Kangoo Van zeigt sich: Renault stellt offenbar zwei Angebote auf die Räder, die auch anspruchsvolle Gewerbekunden ansprechen können.

Mit zahlreichen Lösungen zur Steigerung der Vielseitigkeit und Wartungsintervallen, die geringere Betriebskosten in Aussicht stellen (30.000 Kilometer oder 2 Jahre), dürfte das Renault-Duo der Konkurrenz „das Leben schwer machen“.

Preislich beginnt der Express Van (Benzin) bei 20 200 Euro, der Kangoo Van (Diesel) startet bei 24 940 Euro.

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