Die Zukunft von Bugatti könnte sich erneut verändern: Porsche erwägt offenbar, seine verbleibenden Anteile an den kroatischen Hersteller Rimac zu veräussern.
Die Debatte über einen möglichen Weiterverkauf von Bugatti gewinnt an Dynamik. Mehreren Quellen zufolge prüft Porsche, den renommierten Autobauer vollständig an die kroatische Rimac-Gruppe abzugeben, einen aufstrebenden Spezialisten für elektrische Hypercars. „Ich glaube, es ist kein Geheimnis, dass Porsche und wir über die Struktur sprechen“, erklärte Mate Rimac kürzlich. Er betont, dass eine Marke wie Bugatti besonders flexibel und schnell reagieren müsse – etwas, das innerhalb eines grossen Konzerns nicht immer möglich sei.
Bugatti bald zu 100% im Besitz von Rimac?
Zur Einordnung: Der Hersteller aus dem Elsass wurde infolge einer Entscheidung des deutschen Volkswagen-Konzerns zu einem Gemeinschaftsunternehmen mit Rimac, um seine Elektrifizierung voranzutreiben. Volkswagen besitzt Bugatti nicht mehr unmittelbar, nachdem der Konzern die Marke 1998 gerettet hatte. Allerdings hält Volkswagen Porsche AG, die wiederum 45% an dem Joint Venture Bugatti Rimac besitzt. Noch dabei?
Bis 2021 befand sich Bugatti vollständig im Besitz der Porsche AG, ehe diese 55% des Herstellers an das kroatische Unternehmen Rimac abgab. Durch diesen Schritt entstand das Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac, das aussergewöhnliche mechanische Tradition mit modernster Elektrokompetenz verbindet.
Wirtschaftlicher Druck auf Porsche
Porsche kämpft derzeit mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Nach einem ersten Plan, der im Sommer vorgestellt wurde und bis 2029 einen Abbau von knapp 15% der Stellen vorsieht, könnte der deutsche Hersteller versucht sein, sich von Bugatti zu trennen. Porsche durchläuft eine besonders kostspielige strategische und elektrische Neuausrichtung: Nachdem angekündigt worden war, dass der Macan nur noch elektrisch angeboten werde, vollzog die Marke eine Kehrtwende. Eine Verbrennerversion wird für 2026 erwartet.
Neben einer schwächeren Nachfrage nach Elektrofahrzeugen als erwartet sieht sich Porsche zudem einem besonders intensiven Wettbewerb gegenüber. Das gilt vor allem für China, wo die Marke angesichts lokaler Hersteller bereits einen deutlichen Verkaufsrückgang verzeichnet hat. Auch auf dem nordamerikanischen Markt bleiben die Verkäufe wegen der jüngst eingeführten Zölle schwierig.
Rimac müsste rund 500 Millionen Euro investieren
Mit dem vollständigen Verkauf von Bugatti an Rimac würde Porsche wichtige finanzielle Mittel freisetzen. Damit könnte der Luxusautohersteller zwar den Volkswagen-Konzern verlassen, allerdings ist Volkswagen weiterhin mit 21% an Rimac beteiligt.
Der Wert des Gemeinschaftsunternehmens Bugatti Rimac wird auf rund eine Milliarde Euro geschätzt. Um die noch bei seinem Partner liegenden Anteile zu übernehmen, müsste Rimac daher voraussichtlich nahezu 500 Millionen Euro investieren.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen