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Volkswagen ID. Polo: Physische Tasten kehren in den Innenraum zurück

Blauer Volkswagen ID. Polo mit geöffneter Fahrertür in modernem Raum mit großen Fenstern und Farbtafeln.

Ein neues Jahr, ein neues Leben für die Innenräume von Volkswagen. Die deutsche Marke hat soeben den Innenraum des ID. Polo vorgestellt. Zwar prägen weiterhin großformatige Bildschirme das Cockpit, doch das eigentliche Augenmerk liegt auf der Rückkehr physischer Tasten.

Was zunächst wie ein Rückschritt wirkt, ist in puncto Ergonomie, Bedienbarkeit und Sicherheit ein Fortschritt. Volkswagen hat auf die Kritik der Medien und – noch wichtiger – der Kundinnen und Kunden reagiert und stattet seine Innenräume wieder mit echten Bedienelementen für häufig genutzte Funktionen aus, etwa für die Temperatureinstellung oder zum Erhöhen und Verringern der Lautstärke.

Wir konnten den Innenraum des neuen Volkswagen ID. Polo in Barcelona bereits aus erster Hand sehen und anfassen. Außerdem sprachen wir mit dem Designchef der Marke, Andreas Mindt, über die Gründe für die Neuausrichtung der Innenräume und ihre Entwicklung in den kommenden Jahren.

Die Tasten sind zurück

Volkswagen steht mit diesem Schritt nicht allein da. In den vergangenen 5-10 Jahren hat sich in Fahrzeug-Innenräumen eine grundlegende Veränderung vollzogen: Bildschirme wurden größer, bündelten immer mehr Funktionen, während Tasten nach und nach verschwanden oder – noch problematischer – durch haptische Flächen ersetzt wurden.

Dabei gingen intuitive und sichere Bedienung verloren. Gewonnen wurden aufgeräumte, minimalistische Linien – und eine zunehmend gereizte Stimmung bei den Fahrerinnen und Fahrern.

Die kritischen Stimmen wurden lauter. Bei Volkswagen führte dies zu einem Umdenken, damit die Innenräume wieder praktischer und leichter zu bedienen sind. Der ID. Polo macht den Anfang, doch das Konzept soll auf alle kommenden Modelle des Herstellers übertragen werden.

Natürlich ziehen weiterhin zwei Bildschirme die Aufmerksamkeit auf sich. Blickt man jedoch auf das Lenkrad, die Bedienelemente unter den Lüftungsdüsen, die Fahrertür oder den aufwendig gestalteten Lautstärkeregler, der gut erreichbar auf der Mittelkonsole sitzt, wird die neue Priorität deutlich.

Es ist kein Schritt zurück, sondern die Rückkehr zu Vernunft und bewährten Lösungen. Andreas Mindt erklärte uns dazu: „Es gibt Unterschiede zwischen einem Smartphone und einem Auto. Es ist kein Schritt zurück. Wir haben sogar mehr Funktionen als zuvor, aber wir haben es den Menschen leichter gemacht, sie zu verstehen.“

Nostalgisches Flair

Auch wenn die physischen Tasten bei der Enthüllung des Innenraums des Volkswagen ID. Polo im Mittelpunkt standen – das Exterieur wird erst im Frühjahr gezeigt –, gibt es noch viel mehr zu entdecken, zu sehen und zu erleben.

Im Armaturenbrett bestimmen horizontale Linien das Bild und sollen ein Gefühl von mehr Sicherheit und Stabilität vermitteln. Neue Stoffbezüge ersetzen gummierte Kunststoffe, während der Gesamteindruck hochwertig ausfällt.

Mit diesen Zutaten wollten Andreas Mindt und sein Team einen wohnlicheren und sanfteren Innenraum schaffen, der an ein Wohnzimmer erinnert.

Der Designchef geht sogar so weit zu sagen, dass der Serieninnenraum des ID. Polo besser gelungen sei als jener des Konzeptfahrzeugs, das ihn 2023 ankündigte: des ID. 2All. Das ist wenig überraschend, schließlich stand mehr Zeit zur Verfügung, um diese Ansätze und Ideen weiterzuentwickeln.

Die physischen Tasten mögen uns einige Jahre zurückversetzen, doch die neuen Personalisierungsmöglichkeiten, die Volkswagen dem ID. Polo spendiert hat, führen gedanklich gleich mehrere Jahrzehnte in die Vergangenheit.

So lässt sich das Kombiinstrument beispielsweise so umstellen, dass es dem des Golf der ersten Generation ähnelt. Auch das Infotainment verändert sich dabei – einschließlich einer alten Kassette. Ob die Jüngeren wohl wissen, was das ist?

Diese Details lockern zugleich die Ernsthaftigkeit des Innenraums auf. Neben den Retro-Elementen fehlen auch Ostereier nicht, die für Unterhaltung sorgen sollen.

Das ist erst der Anfang. Mindt sagte uns, dass weitere Themen und zusätzliche Möglichkeiten zur Personalisierung nicht nur für den ID. Polo, sondern auch für die nächsten Volkswagen-Modelle vorbereitet werden. Dass diese Rückkehr in die Vergangenheit mit umfassender Hilfe der Digitalisierung erfolgt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Mehr Gepäckraum als ein Golf

Eines der großen Versprechen von Elektroautos lautet, dass sie wegen des fehlenden, voluminösen Verbrennungsmotors mehr Platz für Passagiere und Gepäck bieten. Dieses Versprechen wurde nicht immer eingelöst, doch beim Volkswagen ID. Polo soll das anders sein.

Er mag rund 23 cm kürzer als der Golf sein, doch sein Radstand fällt nur 2 cm geringer aus. Und überraschenderweise ist er sowohl breiter als auch höher als das ikonische Kompaktmodell der Marke. Das erklärt, weshalb selbst Personen mit mehr als 1,80 m Körpergröße auf den Rücksitzen bequem Platz finden. Der ebene Boden kommt zudem dem mittleren Fondpassagier zugute.

Auch der Kofferraum fällt für einen Kleinwagen ausgesprochen groß aus. Mit 435 Litern setzt er einen Maßstab in dieser Klasse und übertrifft sogar Modelle aus dem darüberliegenden Segment – etwa den Golf. Zwischen beiden Modellen liegen mehr als 50 Liter.

Wann kommt er?

Bis zur vollständigen Enthüllung des Volkswagen ID. Polo müssen wir noch bis zum Frühjahr warten. Wie seine weiteren Geschwister auf der MEB+-Plattform wird er in Spanien gebaut. Beim ID. Polo übernimmt diese Aufgabe Martorell, der Standort von SEAT S.A.

Mit dem ID. Polo beginnt Volkswagens Offensive bei erschwinglicheren Elektroautos: Für die Basisversion werden 25.000 Euro in Aussicht gestellt. Das künftige Stadtauto, das durch den ID. Every1 vorweggenommen wurde und ab 2027 nachweislich in Palmela produziert werden soll, wird noch günstiger sein und soll für 20.000 Euro auf den Markt kommen.

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