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Der FIAT 500 Hybrid bedeutet die Rückkehr zum Verbrennungsmotor. Das war die richtige Entscheidung.

Weißer Fiat 500 Hybrid in einem modernem Raum mit großen Fenstern und Blick auf eine Stadtlandschaft.

Der FIAT 500 Hybrid markiert die Rückkehr des Verbrennungsmotors. Das war die richtige Entscheidung.


Die dritte Generation des FIAT 500 wurde ausschließlich als Elektroauto entwickelt. Als der neue italienische Kleinstwagen 2021 auf den Markt kam, fiel die Resonanz sehr positiv aus. Doch dann zeigte sich die Realität: Ein Elektroauto kommt nicht für alle infrage.

Nach einem starken Start brachen die Verkäufe des elektrischen 500e ein und erholten sich anschließend nicht mehr. Die Verantwortlichen bei der Marke hatten die Botschaft der Kundinnen und Kunden verstanden: Der Verbrennungsmotor wird weiterhin gebraucht.

Das Ergebnis trägt den Namen FIAT 500 Hybrid. Er setzt wieder auf den „alten“ Verbrennungsmotor und löst damit gleich zwei Probleme: Er senkt den Preis und macht das Laden überflüssig.

Wir sind in seine italienische Heimat gereist, um ihn erstmals kennenzulernen und selbst zu fahren:

Was unterscheidet den FIAT 500 Hybrid vom 500e?

Gegenüber dem 500e fallen die Änderungen äußerst dezent aus. An der Front sitzt direkt unter dem „500“-Logo ein zusätzlicher kleiner Lufteinlass. Seine Aufgabe ist klar: Er versorgt den Verbrennungsmotor unter der Motorhaube mit Kühlung.

Am Heck beschränkt sich die einzige Anpassung auf das „Hybrid“-Emblem, das auf das Hybridsystem des FIAT 500 hinweist. Das Auspuffrohr bleibt unsichtbar, denn es ist hinter der Stoßstange verborgen und nach unten ausgerichtet.

Im Innenraum besteht die wichtigste Neuerung aus dem manuellen Schalthebel für das Sechsganggetriebe und – man höre und staune – einem dritten Pedal: der Kupplung.

Das Raumangebot erfüllt die Erwartungen

Ansonsten bleibt der FIAT 500 Hybrid dem ursprünglichen Konzept treu. Seine kompakten Abmessungen – rund 3,6 m Länge, 1,68 m Breite, 1,53 m Höhe und 2,32 m Radstand – sorgen für gute Wendigkeit in der Stadt. Der Innenraum gehört zwar nicht zu den geräumigsten, erfüllt aber seinen Zweck.

Mit vier Sitzplätzen ausgestattet, eignen sich die hinteren Plätze eher für Personen unter 1,70 m Körpergröße. Auch der Einstieg dürfte einfacher sein, doch bei nur zwei Türen zum Innenraum sind die Möglichkeiten begrenzt. Die 3+1-Version mit einer kleinen zusätzlichen Tür auf der Beifahrerseite kann das Ein- und Aussteigen erleichtern.

Im Kofferraum stehen wie beim 500e 183 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Das klingt nicht nach viel, reicht im Alltag jedoch vollkommen aus.

Am Steuer bietet der FIAT 500 Hybrid nur wenige Einstellmöglichkeiten. Die Sitzposition fällt, wie für einen Kleinstwagen erwünscht, etwas höher aus. Der Fahrersitz lässt sich allerdings weder in der Höhe verstellen, sondern nur längs verschieben und in der Lehnenneigung anpassen. Das Lenkrad ist dagegen in Höhe und Tiefe justierbar.

Bei der Technik übernimmt die Hybridversion die Lösungen des 500e: ein 7-Zoll-Digitalinstrument sowie in den besser ausgestatteten Varianten einen zentralen 10,25-Zoll-Touchscreen mit Apple CarPlay und Android Auto.

In seinem natürlichen Revier

In der Stadt fühlt sich der neue FIAT 500 Hybrid besonders wohl. Dank seiner kompakten Maße ist er ausgesprochen agil und leicht zu manövrieren. Zudem überrascht die Federung damit, wie gut sie die typischen Unebenheiten des Stadtverkehrs verarbeitet.

Dieses Argument wiegt umso schwerer im Vergleich zum elektrischen 500, der 264 kg mehr auf die Waage bringt: 1066 kg gegenüber 1330 kg bei der 24-kWh-Version. Hinzu kommen leichtgängige und einfach zu bedienende Elemente, vor allem die Lenkung, das Kupplungspedal und die Schaltung.

Reichen 65 PS und 92 Nm aus?

Wie ich bereits im eingebundenen Video erwähnt habe, steckt das Herzstück des „neuen“ FIAT 500 Hybrid unter der Motorhaube: die Rückkehr des Verbrennungsmotors.

Zum Einsatz kommt der dreizylindrige 1,0-Liter-Firefly-Benzinmotor, der bereits die vorherige Generation des 500 antrieb und nun von einem 12-Volt-Mildhybrid-System unterstützt wird. Die Leistung fällt allerdings etwas geringer aus: 65 PS und 92 Nm Drehmoment – 4 PS weniger als zuvor.

In der Praxis ist dieser Unterschied jedoch nicht spürbar. Laut den Ingenieuren der Marke war die Reduzierung notwendig, um die Emissionsvorschriften einzuhalten.

Da dieses Modell überwiegend für den Stadtverkehr konzipiert wurde, kann ich bestätigen, dass 65 PS genügen. Bei zügigerem Tempo gilt das weniger. Das System wurde jedoch mit Blick auf Effizienz entwickelt und schien diese Aufgabe sehr gut zu erfüllen.

Auf einer Strecke mit mehreren Kilometern in der Stadt, auf Schnellstraßen und auf der Autobahn erzielte ich bemerkenswerte 5,0 l/100 km. Und ich muss zugeben, dass ich das Gaspedal nicht immer besonders schonend behandelt habe.

7000 Euro günstiger

Wie ich im eingebundenen Video bereits angesprochen habe, ist der FIAT 500 Hybrid deutlich günstiger als die rein elektrische Variante – rund siebentausend Euro. Das ist eine der größten Überraschungen. Die Preise für den Hybrid-500 beginnen bei 20 850 Euro für die Einstiegsvariante Pop.

Das getestete Fahrzeug verfügte allerdings über die Ausstattungslinie Torino, deren Grundpreis bei 21 350 Euro liegt. Hier sind alle Preise:

Teuer für einen Kleinstwagen? Ohne Zweifel. Doch der 500 war nie günstig, und sein hoher Preis stand seinem Erfolg bislang nie im Weg.

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