Zum Inhalt springen

Saab bietet Indien erneut Gripen E/F mit lokaler Produktion an

Zwei Männer in Hangar besprechen Fluggerät, eine trägt Pilotenanzug und Helm, daneben Rahmen mit Hubschraubermodell.

Laut Berichten lokaler Medien unterbreitet das schwedische Unternehmen Saab der indischen Luftwaffe erneut Vorschläge zur Ausrüstung mit Gripen-E/F-Kampfflugzeugen. Um die Zustimmung Neu-Delhis zu erhalten, umfasst das Angebot verschiedene Optionen für eine lokale Fertigung der Flugzeuge. Saab will damit nach der Niederlage in einem früheren Wettbewerb, aus dem der von Dassault produzierte Rafale als Sieger hervorging, eine neue Chance nutzen. Es handelt sich um eine bedeutende Geschäftsmöglichkeit: Bestellungen über rund 114 Flugzeuge könnten dazu beitragen, die Zahl der einsatzbereiten Staffeln des Landes zu erhöhen.

Saab bietet Gripen E/F mit lokaler Produktion in Indien an

Auf diese Entwicklung verwies jüngst Mikael Franzen, derzeit Marketingdirektor für Gripen und Vizepräsident des Luftfahrtgeschäfts bei Saab. Er erklärte: „In unseren Kontakten mit der indischen Regierung haben wir die Schaffung der weltweit modernsten luftfahrtindustriellen Anlage vorgeschlagen, die Konstruktion, Produktion und mehrstufige Instandhaltung umfasst.“

In einer späteren Stellungnahme betonte der Manager, dass sich der Gripen durch seine fortschrittliche Technologie von anderen Marktanwärtern unterscheide. Diese sei mit den derzeitigen Plattformen Indiens kompatibel. Zugleich positioniere sich das Muster als kostengünstige Lösung, die der indischen Luftwaffe eine schnelle Beschaffung in großen Stückzahlen ermögliche.

Lieferplan, Fertigung und Technologien des Gripen

Nach Saabs Vorschlägen könnte die Teilstreitkraft die ersten Flugzeuge im dritten Jahr nach Vertragsunterzeichnung erhalten. Zunächst würde eine erste Serie von rund 18 Maschinen in Schweden gebaut, bis im asiatischen Land die Voraussetzungen für den Beginn der lokalen Fertigung geschaffen sind.

In diese später in Indien hergestellten Flugzeuge könnte das Land zudem eigene Technologien integrieren. Nach dem Abschluss der Ausrüstung der eigenen Flotte könnten darüber hinaus Exportmöglichkeiten geprüft werden.

Franzen führte zur Verteidigung des Gripen als fortschrittlicher Kampfplattform für Indien weiter aus, dass das Flugzeug nicht nur in hohen Stückzahlen gefertigt werden könne. Es würde auch mit den neuesten Aktualisierungen im Bereich der elektronischen Kampfführung ausgeliefert und könne ein breites Spektrum an Waffen integrieren. Als weiterer Vorteil gilt die Einbindung von Technologie der Künstlichen Intelligenz, die sich noch in Entwicklung befindet und die Saab zufolge die Plattform gegenüber anderen Optionen zu einem Vorreiter macht.

Technologietransfer und industrielle Kooperation mit Saab

Aus industrieller Sicht erklärte sich das Unternehmen außerdem bereit, den für die Durchführung des Programms erforderlichen Technologietransfer zu garantieren. Neu-Delhi betrachtet diesen Aspekt bei der Beschaffung neuer Systeme seit jeher als entscheidenden Faktor.

Um das Angebot wirtschaftlich attraktiver zu gestalten, schlug der schwedische Konzern zudem vor, dass die Zusammenarbeit mit indischen Partnern mehr als 300 Industrieunternehmen unterschiedlicher Größe einbinden könnte. Diese Akteure könnten die gewonnenen Erfahrungen später nutzen und auf nationale Projekte übertragen.

Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, wäre es nicht das einzige militärisch-industrielle Projekt dieser Art zwischen Indien und Saab. Besonders hervorzuheben ist die Zusammenarbeit bei den rückstoßfreien Carl-Gustaf-M4-Gewehren, die im Bundesstaat Haryana durch Saab FFVO India Pvt Ltd gefertigt werden. Wie beim Gripen würde die lokale Produktion die Fertigungs- und Lieferprozesse beschleunigen. Zugleich erhielte das Land die Möglichkeit, die Werke durch Exportvereinbarungen für die mehr als 40 Nutzer des Waffensystems auszulasten.

Die verwendeten Bilder dienen Illustrationszwecken.

Das könnte Sie interessieren: *Indien stellte seine neue Hyperschallrakete LR-AShM während der Parade zum Tag der Republik offiziell vor*

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen