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Ford Focus: Nach 27 Jahren endet die Produktion

Blauer Ford Focus Legend auf spiegelnder Ausstellungsfläche in modernem Showroom.

Im vergangenen März bestätigte Finn Thomasen, Kommunikationschef von Ford Europa, dass die Produktion des Focus im November dieses Jahres eingestellt werde – und genau das ist nun geschehen.

Am 15. November lief im Ford-Werk Saarlouis in Deutschland nach 27 Jahren, vier Generationen und 12 Millionen verkauften Exemplaren der letzte Kompaktwagen mit dem blauen Oval vom Band.

Ford Focus: Dynamik über vier Generationen

Über alle vier Modellgenerationen hinweg war der Ford Focus stets für sein fahrdynamisches Können bekannt und galt in seinem Segment als eine der Referenzen – sowohl in den günstigeren Ausführungen als auch bei den leistungsstärkeren Varianten.

Die ST-Versionen konnten sich auf dem Markt bemerkenswerterweise nie wirklich durchsetzen. Die RS-Modelle hingegen, die Grundlage für zahlreiche Rallye-Erfolge waren, wurden gleichermaßen begehrt wie gefürchtet. Die ausgeprägte Fahrdynamik des Focus wird zweifellos vielen fehlen.

Strategische Kehrtwende

Das Aus für den Focus – ebenso wie für den ebenfalls ikonischen Fiesta im Jahr 2023 – ist die unmittelbare Folge von Fords nahezu vollständiger Ausrichtung auf die Elektromobilität in Europa. Zugleich hängt es mit den sehr ambitionierten Zielen der Europäischen Union zur Senkung der CO₂-Emissionen zusammen.

In der Klasse des Focus bietet die US-Marke inzwischen die Elektroautos Explorer und Capri an. Der Kuga, ein SUV mit Verbrennungs- und Hybridantrieben, bleibt weiterhin im Angebot. Seit dem Rückzug des Fiesta ist der eine Klasse darunter positionierte Puma der meistverkaufte Ford in Europa.

Die Konzentration auf Elektroantriebe hat allerdings nicht die erhofften Verkaufsergebnisse gebracht. 2024, im ersten Jahr von Ford Europa ohne Fiesta, gingen die Verkäufe um 17 % auf 426.000 Einheiten zurück. In diesem Jahr blieben die Absatzzahlen bis September laut ACEA stabil, doch 2026 könnte ohne den Focus erneut ein Rückgang folgen.

Ford Europa plant einen neuen Crossover

Der kommerzielle Abstieg von Ford in Europa begann jedoch schon früher: 2015 war die Marke noch die zweitmeistverkaufte, 2024 reichte es nur noch für Platz 12. Daher überrascht es kaum, dass Ford seine europäische Strategie neu ausgerichtet hat, um wieder eine bedeutendere Position einzunehmen.

Ein Teil dieses Plans besteht darin, die Lücke zu schließen, die das Ende des Focus hinterlässt. Für 2027 kündigt Ford einen neuen Crossover mit Verbrennungs- und Hybridvarianten an. Ob er den Kuga ersetzen wird, ist noch nicht sicher, produziert werden soll er jedoch im selben Werk in Valencia, Spanien. Wird er vielleicht Focus heißen? Das bleibt abzuwarten.

Jim Baumbick soll eine zentrale Rolle bei der Erreichung der neuen Ziele spielen. Der frühere Verantwortliche für die Baureihen Focus und Kuga wurde vor Kurzem zum Präsidenten von Ford Europa ernannt. Damit trägt Baumbick nun große Verantwortung: „Produkte zu entwickeln, die für europäische Kunden relevant sind“, heißt es in einer Mitteilung.

Sein Amt trat er am 1. November an. Zunächst wird er das Gesicht der Umstrukturierung von Ford Europa sein: Kosten und Arbeitsplätze abbauen und sogar das Werk schließen, in dem der Focus noch bis vor wenigen Tagen gefertigt wurde.

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