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Suzuki Vitara im ersten Fahrbericht

Blauer Suzuki SUV fährt auf einer kurvigen Landstraße neben Felsen und Wald bei bewölktem Himmel.

Ein neuer Vitara?

Ja: Suzukis 4x4 geht in die vierte Generation. Rechnet man den Grand Vitara mit ein, existiert die Baureihe bereits seit 1988 – damit zählt „Vitara“ zu den ältesten Modellnamen im SUV-Segment. Seine Einführung liegt tatsächlich deutlich vor dem späteren SUV-Boom.

Das bedeutet jedoch nicht, dass er vorangeht, während die Konkurrenz folgt. Eher das Gegenteil: Damit der neue Vitara wesentlich konkurrenzfähiger wird als sein wenig begeisterndes Vorgängermodell, orientiert er sich an Fahrzeugen, die erst spät zur Softroader-Party kamen, inzwischen aber den gesamten Kuchen aufgegessen haben.

Suzuki Vitara: auffälligeres Design und klare Positionierung

Er sieht deutlich interessanter aus als zuvor.

Sein Design erinnert unverkennbar an den Evoque, während die zwangsläufig breite Farbauswahl etwas vom Captur hat. Visuelle Anleihen bei diesen Modellen sind allerdings kaum ein Nachteil. Der Vitara wirkt frisch und zeitgemäß – erheblich moderner als der S-Cross, von dem er abgeleitet ist. Zwar fällt er kürzer aus als der S-Cross, optisch erscheint er jedoch sogar kräftiger und präsenter.

Mit ihm beginnt eine kleinere Produktoffensive: In den kommenden drei Jahren sollen sechs neue Suzuki erscheinen. Der Hersteller will die Segmente Kleinstwagen, Kleinwagen und SUV jeweils mit zwei Modellen besetzen – eines sachlich und vernünftig, im SUV-Bereich der S-Cross, sowie eines, bei dem das Styling stärker im Mittelpunkt steht: der Vitara.

Trotzdem soll der Vitara etwa £1000 günstiger sein als sein konservativerer Bruder. Zum Verkaufsstart im April 2015 dürfte er bei rund £14,000 beginnen.

Schicker und zugleich günstiger: Ist der S-Cross damit überflüssig?

Möglicherweise. Dabei gefällt uns dieses Auto durchaus: Er ist unkompliziert, ehrlich und bewusst nicht modisch. Dafür bietet er ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und fährt sich überraschend ordentlich.

Er liefert eine solide Grundlage, und unter seinem Blechkleid überzeugt der Vitara ebenso. Zunächst ist das Angebot leicht nachvollziehbar: Es gibt einen Benziner und einen Diesel, beide mit 1,6 Litern Hubraum und 118bhp. Beide Motoren sind serienmäßig mit Frontantrieb erhältlich, alternativ ist Allradantrieb verfügbar. Ein Schaltgetriebe gehört jeweils zur Serie; Benzinkäufer können eine Automatik bestellen. Erfreulicherweise handelt es sich dabei um ein echtes Sechsganggetriebe und nicht um ein dröhnendes CVT.

Auch fahrdynamisch macht er eine gute Figur. Das gefahrene Fahrzeug wird als Vorserienmodell bezeichnet, doch nichts daran verlangt offensichtlich nach Nachbesserungen. Die Lenkung besitzt ein angenehm abgestimmtes Gewicht, die Karosserie neigt sich beeindruckend wenig, und der Grip auf der Straße ist unabhängig von der Getriebewahl reichlich vorhanden. Das sorgt für gleichmäßige und damit vertrauenerweckende Reaktionen. Ziel war offenbar, „Swift-Dynamik in ein kleines SUV zu bringen“. So aufregend wie ein Swift Sport ist er nicht, doch eine gemeinsame DNA ist klar erkennbar.

Klingt vielversprechend.

Dieses Ergebnis beruht darauf, dass die Grundlagen stimmen und weder unnötige Härte noch planlose Premium-Ambitionen in ein Fahrzeug gepresst wurden, das beides nicht braucht. Die Sitzposition ist gelungen. Instrumente, Lenkrad und Schalthebel sehen zwar weder besonders inspirierend noch hochmodern aus, funktionieren aber mit einer einfachen Präzision, die zeigt, wie sinnvoll ein unkompliziertes Konzept sein kann.

Auch insgesamt wirkt alles sauber zusammengebaut. Im Fond steht reichlich Platz zur Verfügung, und der 345-Liter-Kofferraum verfügt über einen doppelten Boden. Von den Abmessungen her liegt er näher am Juke als am Qashqai, fühlt sich aber eher wie ein Konkurrent des größeren Nissan an.

Motoren im Suzuki Vitara: Benziner oder Diesel?

Für welchen Motor sollte ich mich entscheiden?

Der Benziner dürfte etwa £2000 weniger kosten. Er dreht willig hoch und macht durchaus Spaß, doch ohne Turboaufladung fehlt es ihm an Drehmoment. Seine Leistung reicht gerade aus, um den Vitara mit einem gewissen Elan zu bewegen.

Für ein Auto dieser Art passt der Diesel deutlich besser. Er leistet ebenfalls 118bhp, bietet mit 236lb ft gegenüber 115lb ft aber doppelt so viel Drehmoment. Zudem sinken seine CO2-Emissionen auf bis zu 106g/km. Glamourös ist dieser Motor nicht, dafür aber kräftig und angemessen kultiviert. Wer nur wenige Kilometer fährt, wird allerdings einige Zeit brauchen, um seinen Aufpreis wieder einzusparen.

Allgrip-Allradantrieb und Ausstattung

Wie steht es um das Allradsystem?

Zum Einsatz kommt Suzukis Allgrip-System, für das sich bis zu die Hälfte aller Käufer entscheiden könnte – deutlich mehr als im Klassendurchschnitt. Grundsätzlich fährt der Vitara mit Frontantrieb und leitet nur dann Kraft an die Hinterachse, wenn das System durchdrehende Räder registriert. Dadurch beeinflusst die Wahl von AWD Verbrauch und CO2-Emissionen nur minimal.

Zwar gibt es eine Bergabfahrhilfe sowie einen kernigeren „Lock“-Modus, doch Suzuki bezeichnet den Vitara eher als „Straßenfahrzeug mit Allstraßen-Fähigkeit“ denn als kompromisslosen Schlammpflüger. Er soll auf rutschigem Untergrund das Weiterfahren ermöglichen, nicht Berge erklimmen oder Flüsse durchqueren.

Gibt es sonst noch etwas Erwähnenswertes?

In den höheren Ausstattungsstufen finden sich zahlreiche Merkmale aus größeren Fahrzeugklassen, darunter ein adaptiver Tempomat, ein Kollisionsvermeidungssystem mit Bremsfunktion und ein riesiges Panorama-Glasschiebedach. Das neue Touchscreen-Infotainmentsystem lässt sich recht intuitiv bedienen und wirkt wesentlich besser eingebunden als die zuvor störend wirkenden Lösungen von Drittanbietern in den teureren Suzuki-Modellen.

Der Wettbewerb unter Crossovern und SUVs ist allerdings wohl längst gesättigt und umfasst einige sehr talentierte Gegner. Deshalb liegt die beste Wahl vermutlich darin, es bei den günstigeren Ausstattungen einfach zu halten. Dort bewegt sich der Vitara preislich auf dem Niveau eines gut ausgestatteten Fiesta.

Die interessanteste Information eines Suzuki-Managers betrifft die Entwicklung eines Vitara Sport. Er soll den turboaufgeladenen Benzinmotor mit der nächsten Generation des sportlichen Swift Sport teilen. Erwartet werden mindestens 150bhp sowie ein deutlich kräftigeres Drehmoment als beim serienmäßigen Benziner. Ein Performance-Emblem mag bei einem Vitara zunächst etwas unpassend wirken, doch das clevere Fahrwerk verdient mehr Leistung. Schließlich ist auch der aktuelle Swift Sport ein beliebter kleiner Performance-Held.

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