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Neuer Nissan Qashqai: Motoren und e-Power-Hybrid im Überblick

Blauer Nissan Qashqai Elektro-SUV auf Präsentationsbühne mit Ladestation im Hintergrund.

Wäre die Pandemie nicht dazwischengekommen, wäre die dritte Generation des Nissan Qashqai bereits seit Ende vergangenen Jahres erhältlich. Die Entwicklung des neuen Modells und der geplante Produktionsstart im Frühjahr haben sich jedoch verzögert. Um die lange Wartezeit etwas zu überbrücken, stellt Nissan den neuen Qashqai schrittweise vor: Heute geht es um die Motoren, die ihn antreiben werden.

Wie bereits bestätigt wurde, verzichtet Nissans Bestseller künftig auf Dieselmotoren. Das neue Modell wird ausschließlich mit elektrifizierten Antrieben angeboten: als Benziner mit Mild-Hybrid-Technik sowie mit dem neuen e-Power-Hybridantrieb.

Die Elektrifizierung des Automobils steht derzeit ganz oben auf der Agenda. Daher überrascht es nicht, dass Nissan bis zum Geschäftsjahr 2023, das am 31. März 2024 endet, 50 % seiner europäischen Verkäufe mit elektrifizierten Modellen erzielen will.

Elektrisch, aber mit Benzin

Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Nissan stark auf die Akzeptanz des neuen e-Power-Hybridantriebs, der im neuen Qashqai sein Europadebüt feiert. Der in Japan angebotene Nissan Note war das erste Modell mit einem Antrieb dieser Art und wurde dort zu einem großen Erfolg: 2018 war er das meistverkaufte Auto des Landes, 2019 lag er auf dem zweiten Platz.

Der e-Power-Antrieb kommt allerdings erst 2022 nach Europa. Er unterscheidet sich von den Systemen im Note und Kicks, folgt jedoch demselben Funktionsprinzip – ein Thema, das wir bereits behandelt haben.

Als Hybrid kombiniert das System zwei unterschiedliche Antriebe, einen Benzin- und einen Elektromotor. Anders als bei anderen „konventionellen“ Hybriden (Full Hybrid) auf dem Markt, etwa dem Toyota Prius, dient der Benzinmotor jedoch ausschließlich als Generator und ist nicht mit der Antriebsachse verbunden. Für den Vortrieb sorgt allein der Elektromotor.

Der künftige Nissan Qashqai e-Power ist somit praktisch ein Elektrofahrzeug. Die vom Elektromotor benötigte Energie stammt allerdings nicht aus einer großen und teuren Batterie, sondern wird vom Benzinmotor erzeugt. Tatsächlich ist der Qashqai e-Power ein Elektroauto … mit Benzin.

Der Antriebsstrang umfasst einen Elektromotor mit 190 PS (140 kW), einen Wechselrichter, einen Stromgenerator, eine kleine Batterie und natürlich den Benzinmotor. Dieser verfügt über 1,5 l Hubraum und 157 PS und ist ebenfalls völlig neu. Es wird der erste Motor mit variabler Verdichtung sein, der in Europa vermarktet wird; in Nordamerika verkauft die Marke bereits seit mehreren Jahren einen solchen Motor.

Da er ausschließlich Strom erzeugt, kann der Benzinmotor länger in seinem optimalen Betriebsbereich arbeiten. Das soll Verbrauch und CO₂-Emissionen senken. Nissan verspricht zudem einen leiseren Motorlauf, da weniger Drehzahl erforderlich ist. Auch beim Beschleunigen soll sich das Fahrzeug direkter anfühlen, weil Motordrehzahl und Geschwindigkeit besser zusammenpassen – „Auf Wiedersehen, Gummiband-Effekt?“

Der Qashqai e-Power soll leistungsfähiger sein als andere Hybride: Er bietet 190 PS und 330 Nm Drehmoment. Weil nur der Elektromotor die Räder antreibt, dürfte sich das Fahrerlebnis wie bei einem reinen Elektrofahrzeug anfühlen – mit jederzeit verfügbarem Drehmoment und unmittelbarer Reaktion.

Um zu verdeutlichen, dass dieses e-Power-System eher einem Elektroantrieb als einem Hybrid ähnelt, erhält es auch das aus dem rein elektrischen Leaf bekannte e-Pedal-System. Damit lässt sich das Fahrzeug praktisch allein über das Gaspedal fahren, sodass das Bremspedal weitgehend entbehrlich wird. Bei aktiviertem System ist die Rekuperationsbremsung kräftig genug, um das Fahrzeug bis zu einer Verzögerung von 0,2 g abzubremsen.

Die Benzinmotoren des neuen Qashqai

Auch wenn der Qashqai e-Power besonders viel Aufmerksamkeit erhält, wird der Nissan-Crossover zum Marktstart zunächst ausschließlich mit Benzinmotoren erhältlich sein. Genauer gesagt stehen dann zwei Varianten des bekannten 1.3 DIG-T zur Wahl.

Die Neuerung ist die Kombination mit einem Mild-Hybrid-System mit lediglich 12 V. Warum 12 V statt 48 V wie bei anderen Angeboten?

Laut Nissan bietet das 12-V-Mild-Hybrid-System ALiS (Advanced Lithium-ion battery System beziehungsweise Erweitertes Lithium-Ionen-Batteriesystem) die erwarteten Funktionen solcher Systeme: Drehmomentunterstützung, eine verlängerte Start-Stopp-Phase im Leerlauf, schnellen Neustart und unterstütztes Verzögern, allerdings nur mit CVT. Dadurch sinken die CO₂-Emissionen um 4 g/km. Zugleich ist das System günstiger und leichter als 48-V-Lösungen – es wiegt nur 22 kg.

Die zusätzliche Effizienz des neuen Qashqai gegenüber seinem Vorgänger führt Nissan auf das um 63 kg geringere Gewicht der neuen Generation und ihre verbesserte Aerodynamik zurück.

Wie erwähnt, wird der 1.3 DIG-T wie beim aktuellen Modell in zwei Leistungsstufen angeboten: 140 PS (240 Nm) und 160 PS (260 Nm). Die 140-PS-Variante ist mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert. Für die 160-PS-Version gibt es neben dem manuellen Getriebe auch ein stufenloses CVT-Getriebe. In dieser Kombination steigt das Drehmoment des 1.3 DIG-T auf 270 Nm; sie ist zudem die einzige Motor-Getriebe-Kombination, die Allradantrieb (4WD) ermöglicht.

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