Von den drei neuen SUV, die FCA (Fiat Chrysler Automobiles) 2021 auf den Markt bringen will, waren zwei bereits bekannt: der Alfa Romeo Tonale und der Maserati Grecale. Für Überraschung sorgt die Ankündigung eines dritten Modells: Der Fiat 500X Cabrio ist eine bislang nicht angebotene Variante des Modells und wurde bereits offiziell bestätigt.
Als späte Erweiterung des italienischen Kompakt-SUV-Angebots ist er umso bemerkenswerter: Der 500X kam 2014 auf den Markt und wurde 2018 überarbeitet.
Fiat 500X Cabrio mit Stoffverdeck
SUV-Cabrios und kommerzieller Erfolg gehen üblicherweise nicht Hand in Hand, wie der Nissan Murano und der Range Rover Evoque zeigen. Das hielt Volkswagen jedoch nicht davon ab, 2019 den T-Roc Cabrio einzuführen.
Nun folgt Fiat, verfolgt dabei aber ein anderes Konzept als die zuvor genannten Modelle. Während Volkswagen die Karosserie des T-Roc umfassend und kostenintensiv umbauen musste, um daraus ein Cabrio zu machen – ab der A-Säule handelt es sich im Wesentlichen um ein neues Fahrzeug –, übernimmt Fiat das Prinzip, das den kleinen 500 zum 500C macht.
Statt ein vollwertiges Cabriolet zu entwickeln, behält der neue 500X Cabrio somit einen Großteil der bekannten Karosserie einschließlich der vier seitlichen Türen. Ausgetauscht werden lediglich das Dach, das als versenkbares Stoffverdeck ausgeführt ist, die Heckklappe und die Heckscheibe aus Glas.
Dadurch kann Fiat die Entwicklungs- und Produktionskosten senken. Weil zudem nahezu alle Eigenschaften des „geschlossenen“ 500X erhalten bleiben und damit weniger Abstriche bei der Alltagstauglichkeit nötig sind, stehen die Chancen auf einen kommerziellen Erfolg für das neue Modell offenbar gut.
Produktion in Melfi und geringere Kosten
Der neue Fiat 500X Cabrio wird zusammen mit den übrigen 500X in Melfi in Italien gefertigt, was die Kalkulation zusätzlich begünstigt. Der Volkswagen T-Roc Cabrio entsteht beispielsweise nicht gemeinsam mit den anderen T-Roc im Werk Autoeuropa, sondern im deutschen Osnabrück in den ehemaligen Karmann-Anlagen.
Tonale und Grecale
Noch ist nicht genau bekannt, wann der Fiat 500X Cabrio in diesem Jahr enthüllt wird. Gleichzeitig dürfte eine neue Mildhybrid-Motorisierung eingeführt werden, die anschließend für die gesamte Baureihe verfügbar sein soll. Zu den beiden weiteren SUV von Alfa Romeo und Maserati, die 2021 erscheinen, liegen bereits konkretere Informationen vor.
Die internationale Präsentation des Alfa Romeo Tonale ist für September geplant; der Verkaufsstart soll entweder Ende 2021 oder Anfang 2022 erfolgen. Der Tonale basiert auf einer modifizierten Version der Plattform des Jeep Compass und wird in der zweiten Jahreshälfte dieses Jahres in Pomigliano in Italien produziert. Derzeit läuft dort der Fiat Panda vom Band.
Innerhalb der italienischen Marke übernimmt das SUV, wenn auch indirekt, die Position des Giulietta. Dessen Produktion endete Ende vergangenen Jahres, und ein direkter Nachfolger ist nicht vorgesehen.
Die Fertigung des Maserati Grecale soll im November dieses Jahres im italienischen Werk Cassino beginnen, in dem auch Alfa Romeo Giulia und Stelvio hergestellt werden. Das neue SUV der Marke mit dem Dreizack wird unterhalb des Levante positioniert. Seine Nähe zu den Alfa-Romeo-Modellen beschränkt sich nicht darauf, dass sie am selben Standort gefertigt werden: Der Grecale nutzt die Giorgio-Plattform, die auch Giulia und Stelvio zugrunde liegt und, wie wir gestern gesehen haben, inzwischen ebenfalls die Basis für den neuen Jeep Grand Cherokee bildet.
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