Der Ferrari F355 Spider – ebenso wie die übrigen F355-Versionen Berlinetta und GTS – gilt völlig zu Recht als eines der besten Modelle, die Maranello hervorgebracht hat. Er löste den stark kritisierten 348 ab und stellte, obwohl er auf diesem basierte, einen deutlichen Fortschritt dar.
Das galt für die Fahrleistungen ebenso wie für die Qualität und Alltagstauglichkeit. Verantwortlich dafür waren unter anderem die 380 PS des frei saugenden 3,5-Liter-V8 F129 mit fünf Ventilen pro Zylinder, der bis zu hohen 8250 U/min drehte. Damit besaß er damals weltweit die höchste Literleistung unter den Saugmotoren. Zugleich war er Italiens Antwort auf neuartige Konkurrenten wie den Honda NSX.
Von Kritikern einhellig gelobt, entwickelte sich der F355 auch zu einem großen Verkaufserfolg für die italienische Marke. Mit mehr als 11.000 gebauten Exemplaren war er seinerzeit der meistproduzierte Ferrari überhaupt – seine Nachfolger, etwa der 360 und der 430, sollten diesen Erfolg später noch übertreffen.
Der Ferrari F355 Spider von Shaquille O’Neal
Auch Shaquille O’Neal, einer der prägenden NBA-Stars, konnte dem Reiz des kleinen Ferrari nicht widerstehen. 1998 kaufte er den auf den Bildern gezeigten Ferrari F355 Spider.
Das Fahrzeug hat etwas mehr als 11.900 km zurückgelegt, trägt den Farbton Argento Nürburgring und verfügt über das damals neue technische Highlight: das sechsstufige halbautomatische F1-Getriebe. Es markierte bei Ferrari den Beginn des Strebens nach schnelleren Gangwechseln, das in den heutigen Doppelkupplungsgetrieben und dem Aus für Handschaltungen mündete. Als erstes Kapitel dieser technischen Entwicklung überzeugte es in seiner Bedienung jedoch nie so sehr wie die reine Handschaltversion.
Anpassungen für Shaquille O’Neal
Dieser F355 Spider unterscheidet sich allerdings deutlich von anderen Exemplaren. Der Grund liegt in seinem Erstbesitzer – genauer gesagt in dessen Statur. Selbst unter Basketballspielern war Shaquille O’Neal eine imposante Erscheinung. Mit 2,16 m Körpergröße und 147 kg gehörte er zu den größten und schwersten Spielern der NBA. Ob er wohl in den kompakten italienischen Roadster passen würde?
Nach einigen Umbauten gelang es ihm schließlich, sich „hineinzufügen“.
Den zusätzlich benötigten Innenraum schuf man, indem das Verdeck samt Mechanismus entfernt wurde – gefahren werden kann also nur bei Sonnenschein. Auch der serienmäßige Kraftstofftank des F355 Spider musste weichen. Ein neuer Tank wurde vorne an der Stelle des Gepäckraums eingebaut.
Die originalen Sitze ersetzte man ebenfalls durch Schalensitze. Deren Kopfstützen tragen als Besonderheit das Superman-Logo, denn „Shaq“ war zeitweise sein Spitzname. Zusammen mit den Schalensitzen wurden Hosenträgergurte montiert, statt die serienmäßigen Sicherheitsgurte zu verwenden.
F355 Spider mit Alpine-Soundanlage und 19-Zoll-Rädern
Die Änderungen beschränkten sich nicht auf die Anpassungen, die Shaquille O’Neal ein bequemes Platznehmen in seinem Ferrari F355 Spider ermöglichen sollten. Zusätzlich erhielt das Auto eine maßgeschneiderte Alpine-Soundanlage, deren Komponenten teilweise in eine neue Abdeckung hinter den Sitzen integriert wurden. Die serienmäßigen 18-Zoll-Räder wichen außerdem 19-Zoll-Felgen von Giovanna Luxury.
Der Ferrari F355 Spider von Shaquille O’Neal wird bei Bring a Trailer angeboten. Einen Tag vor dem Ende der Auktion lag das Gebot bei 48.500 Dollar (39.600 Euro) – ein Schnäppchen angesichts der Preise anderer F355 auf dem Markt, vermutlich als Folge der Umbauten für die große Statur seines ersten Besitzers.
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