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Volkswagen Konzern verfehlt CO₂-Emissionsziel 2020 um 0,5 g/km

Weißer Volkswagen ID.3 Elektroauto steht in einem modernen Showroom neben Ladestation.

Ein halbes Gramm – ein mickriges halbes Gramm. Um genau diesen Wert verfehlte der Volkswagen Konzern sein für 2020 festgelegtes CO₂-Emissionsziel.

Die in Europa 2020 vom deutschen Autoriesen verkauften Neuwagen kamen nach vorläufiger Berechnung auf einen durchschnittlichen CO₂-Ausstoß von 99,8 g/km. Das sind lediglich 0,5 g/km mehr als der vorgeschriebene Zielwert von 99,3 g/km. Dabei geht es nicht um die viel zitierten 95 g/km: Die einzuhaltenden Grenzwerte unterscheiden sich je nach Marke und Konzern, da auch die durchschnittliche Fahrzeugmasse in die Berechnung einfließt. Im Ergebnis muss der Mittelwert aller in der EU tätigen Hersteller bei 95 g/km liegen.

Dieses zusätzliche halbe Gramm ist allerdings teuer. Für jedes Gramm Überschreitung und jedes Fahrzeug werden 95 Euro fällig. Nach dieser Rechnung muss der Volkswagen Konzern eine Strafe von rund 100 Millionen Euro zahlen.

Da der Konzern damit gerechnet hatte, die Emissionsvorgaben bis Ende 2020 möglicherweise nicht zu erreichen, hatte er bereits entsprechende Rückstellungen gebildet. In einer Mitteilung erklärte das Unternehmen, dass Volkswagen und Audi ihre jeweiligen Ziele sogar unterschritten hätten. Zur Leistung der übrigen Konzernmarken äußerte sich Volkswagen nicht.

Für dieses Ergebnis werden ausschließlich die Marken Volkswagen, Audi, SEAT, CUPRA, Škoda und Porsche berücksichtigt. Bentley und Lamborghini fließen nicht in die Berechnung ein. Da ihre Verkäufe unter 10.000 Einheiten pro Jahr liegen, gelten für sie nicht dieselben Emissionsminderungsziele wie für Volumenhersteller.

„Vollgas …“ bei der Elektrifizierung

Ungeachtet der Zielverfehlung im Jahr 2020 ist der Volkswagen Konzern gut aufgestellt, um die CO₂-Emissionsvorgaben für 2021 vollständig einzuhalten. Ausschlaggebend dafür ist der deutlich größere Anteil von Plug-in-Hybriden und Elektroautos an den Verkäufen des gesamten Konzerns.

2020 setzte die Gruppe in der Europäischen Union, im Vereinigten Königreich, in Norwegen und Island 315.400 Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge ab. 2019 waren es lediglich 72.600 Einheiten gewesen – somit mehr als viermal weniger. Noch stärker fiel der Anstieg beim Marktanteil aus: Er kletterte von 1,7 % im Jahr 2019 auf 9,7 % im Jahr 2020. Die Pandemie spielte dabei ebenfalls eine Rolle, weil die gesamten Autoabsätze deutlich zurückgingen.

Für 2021 ist angesichts der großen Zahl an neuen Elektromodellen des Konzerns erneut mit einem kräftigen Anstieg der absoluten Verkaufszahlen zu rechnen.

Im September 2020 begann Volkswagen mit dem Verkauf des ID.3, des ersten Modells auf Basis der MEB, der speziell für Elektrofahrzeuge entwickelten Plattform. Seither wurden 56.500 Exemplare ausgeliefert – fast die Hälfte der 134.000 Elektroautos, die im Laufe des Jahres übergeben wurden. Rechnet man die Plug-in-Hybride hinzu, steigt diese Zahl auf 212.000 Einheiten.

Audi lieferte dagegen 47.300 Einheiten des elektrischen e-tron und e-tron Sportback aus. Gegenüber 2019 entspricht das einem Zuwachs von 79,5 %. Mit dem Marktstart des günstigeren Q4 e-tron und Q4 e-tron Sportback dürfte sich diese Zahl 2021 deutlich erhöhen. Beide SUVs basieren ebenfalls auf der MEB.

Hinzu kommen in diesem Jahr der Volkswagen ID.4, der CUPRA el-Born und der Škoda Enyaq. Sie wurden bereits im vergangenen Jahr vorgestellt, kommen jedoch erst ab diesem Jahr in den Handel.

Ziel des Volkswagen Konzerns: Nummer 1 bei Elektroautos

Bis 2025 will der Volkswagen Konzern weltweit die meisten Elektrofahrzeuge verkaufen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen bis dahin 35 Milliarden Euro in Elektromobilität investiert werden. Weitere 11 Milliarden Euro sind für die Hybridisierung anderer Modelle vorgesehen.

Bis 2030 rechnet der Konzern mit kumulierten Elektroautoverkäufen von rund 26 Millionen Einheiten. Davon sollen 19 Millionen auf Modelle entfallen, die auf der MEB basieren. Die übrigen sieben Millionen kumulierten Verkäufe sollen Fahrzeuge auf PPE-Basis ausmachen – einer weiteren ausschließlich für Elektroautos vorgesehenen Plattform, die Porsche und Audi entwickeln. Zusätzlich kommen sieben Millionen Einheiten von Hybridfahrzeugen hinzu.

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