Nachdem wir den Audi Q2 bereits in einer besonders attraktiven Motorisierungs- und Ausstattungsvariante getestet hatten – als 35 TFSI S line mit 150 PS und Edition-One-Paket –, stand nun vermutlich die meistverkaufte Version auf dem Prüfstand: der 30 TFSI Advance mit 1,0-Liter-Turbodreizylinder und 110 PS.
Im Vergleich zur sportlicher auftretenden S-line-Ausführung, die Diogo gefahren ist, präsentiert sich der von mir getestete Q2 Advance zurückhaltender. Er verzichtet sowohl auf die 19-Zoll-Räder als auch auf diverse schwarze Details und setzt stattdessen auf 17-Zoll-Felgen sowie Elemente in satiniertem Grau.
Tatsächlich wirkt der Q2 trotz seiner mittlerweile fünf Jahre auf dem Markt neben der Konkurrenz keineswegs überholt. Seine robuste, kraftvolle Gestaltung lässt ihn weiterhin aus einem Segment voller Alternativen herausstechen.
Im Innenraum hat sich (sehr) wenig getan
Während der Audi Q2 sein Alter außen noch überzeugend kaschiert, wird es im Innenraum an einigen Stellen deutlicher. Dazu gehört das Infotainmentsystem einer früheren Generation – Audi hätte das Facelift nutzen können, um es zu modernisieren und an die übrigen Modelle der Baureihe anzupassen.
Davon abgesehen ist das Infotainment dank der Direkttasten und des Drehreglers auf der Mittelkonsole übersichtlich und unkompliziert zu bedienen. Seine Grafik wirkt allerdings etwas antiquiert, was besonders im Zusammenspiel mit dem in unserem Testwagen verbauten Virtual Cockpit, dem digitalen Kombiinstrument, auffällt.
Bei der Verarbeitungsqualität zeigt der Q2 hingegen keinerlei Altersschwäche und bleibt eine Referenz in diesem Segment. Vom haptischen Eindruck der Bedienelemente bis zur allgemeinen Solidität vermittelt im Q2 alles den Eindruck, „für die Dauer gebaut“ zu sein.
Beim Platzangebot sticht der Q2 trotz der viel gelobten MQB-A0-Plattform nicht besonders hervor. Reicht der Raum für vier Erwachsene? Ja. Sind die 405 Liter Kofferraumvolumen ausreichend? Ebenfalls ja. Innerhalb seiner Klasse bewegt sich der Q2 in dieser Disziplin jedoch nur im Mittelfeld.
Ein „alter“ Bekannter im Audi Q2 30 TFSI Advance
Der Antriebsstrang dieses Audi Q2 30 TFSI Advance war, wie ich schnell feststellte, exakt derselbe wie im A3 Sportback 30 TFSI S line, den ich vor einigen Monaten getestet hatte.
Wie schon damals festgestellt, versteht es dieser Motor vor allem gut, seine lediglich 110 PS und 200 Nm zu „verbergen“. Im Q2 ermöglicht er dadurch – genau wie im A3 – für ein Modell dieser Klasse mehr als akzeptable Fahrleistungen.
Der 1.0 TFSI dreht willig hoch und wird von einem angenehm zu schaltenden Sechsgang-Handschaltgetriebe mit passender Abstufung unterstützt. Damit harmoniert er gut mit einem kompakten SUV wie dem Q2, das überwiegend im Stadtverkehr eingesetzt werden dürfte.
Dort stieg der Verbrauch selbst ohne besondere Sparbemühungen nicht über 7 l/100 km. Außerhalb des Stadtverkehrs ließen sich mit dem Q2 problemlos Werte zwischen 5,5 und 6 l/100 km erzielen.
Deutscher mit französischem Komfort
Mit Reifen mit höherem Querschnitt in der Dimension 215/55 R17 erinnert dieser Audi Q2 Advance daran, dass nicht jedes Modell riesige Räder und Niederquerschnittsreifen benötigt.
So bietet der Q2 Advance seinen Insassen ein höheres Komfortniveau, und zwar auf überzeugende Weise – angesichts des geschmeidigen Abrollverhaltens wirkt er kaum wie ein Deutscher.
Auf kurvigen Straßen schaffen die direkte, präzise Lenkung und die gute Kontrolle der Karosseriebewegungen Vertrauen. Sie zeigen zugleich, dass der Q2 solche Situationen eher mit Effizienz und Sicherheit im „Sinn“ bewältigen will als mit fahrdynamischem Spaß.
Ist er das richtige Auto für Sie?
Robust, sparsam und komfortabel: Der überarbeitete Audi Q2 findet im 30 TFSI einen guten Partner für den Alltag und ein Argument, um in einem ständig umkämpften Segment konkurrenzfähig zu bleiben.
Gegen ihn sprechen das dringend modernisierungsbedürftige Infotainmentsystem sowie eine für Premium-Angebote typische – eher knappe – Serienausstattung, die den Großteil der Extras auf die Optionsliste verlagert.
Bleibt er eine überlegenswerte Wahl? Ja, insbesondere für Käuferinnen und Käufer, die Wert auf Verarbeitungsqualität und Markenimage legen. Da er jedoch nicht zu den günstigsten Angeboten seiner Klasse zählt, führt der Weg zur umfangreichen Optionsliste, die den Preis schnell auf wenig vernünftige Höhen treibt. Im Segment gibt es andere, nicht als Premium positionierte Modelle mit wettbewerbsfähigeren Preisen und umfangreicherer Serienausstattung.
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