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Renault Clio E-Tech im Test: Der Hybrid-Kleinwagen im Alltag

Roter Renault Clio E-Tech steht in moderner Garage neben Ladestation, helle Wände und große Fenster.

Der Clio, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert, zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten Modellen des B-Segments – er ist sogar Verkaufsführer in dieser Klasse. Doch auch er entgeht nicht dem elektrisierenden Wandel, der die Branche erfasst: Mit dem Renault Clio E-Tech erhält er erstmals eine Hybridversion.

Diese Hybridvariante ergänzt ein umfangreiches Motorenangebot – das vielfältigste in seiner Geschichte – mit Diesel-, Benzin- und LPG-Ausführungen. Eigentlich fehlt nur eine rein elektrische Variante, doch dafür hat Renault den Zoe im Programm.

In diesem Segment haben bislang nur wenige Modelle den Hybridweg eingeschlagen – rein elektrische Angebote scheinen zahlreicher zu sein. Die Rivalen dieses elektrifizierten Clio beschränken sich daher auf den Toyota Yaris und den Honda Jazz.

Bei allen handelt es sich um „Full Hybrids“, also Vollhybride, jedoch nicht um Plug-in-Hybride. Sie können folglich nicht an einer Steckdose geladen werden. Stattdessen lädt sich die Batterie während der Fahrt auf, etwa beim Verzögern, Bremsen oder Bergabfahren. Der Akku des Clio E-Tech und seiner Wettbewerber ist deutlich kleiner als jener eines Plug-in-Hybrids, bei dem häufig nicht einmal eine elektrische Reichweite angegeben wird.

Renault zufolge kann der Clio E-Tech im Stadtverkehr bis zu 80 % der Zeit ausschliesslich elektrisch fahren. Wie funktioniert das? Im urbanen Verkehr mit seinem häufigen Anfahren und Anhalten ergeben sich deutlich mehr Gelegenheiten, beim Verzögern und Bremsen Energie zurückzugewinnen. Dadurch kann der Elektromotor wesentlich öfter übernehmen.

Das soll einen sehr niedrigen Verbrauch ermöglichen. Doch stimmt das tatsächlich? Um herauszufinden, ob der Clio E-Tech seine Versprechen einlöst, muss er sich dem Test stellen.

Renault Clio E-Tech: unverkennbar Clio

Ob aussen oder innen: Die Unterschiede zwischen dem Renault Clio E-Tech und den übrigen Familienmitgliedern beschränken sich auf Details, für die man genau hinschauen muss.

Aussen sind es die üblichen Embleme sowie eine speziell gestaltete Stossstange. Im Innenraum fallen neben weiteren Logos vor allem die Angaben zum Hybridsystem im 7-Zoll-Instrumentendisplay und das zusätzliche Menü auf dem 9,3-Zoll-Bildschirm des Infotainmentsystems auf.

Ansonsten positioniert die Materialqualität den Clio in diesem Punkt im oberen Bereich seines Segments. Auch die Verarbeitung zeigt sich deutlich verbessert gegenüber den ersten Exemplaren dieser Generation, die auf den Markt kamen: Störgeräusche bleiben aus.

Das Platzangebot im Innenraum bleibt unverändert und liegt beim Clio E-Tech auf dem Klassenniveau. Durch den Einbau der Batterie mit 1,2 kWh Kapazität schrumpft der Kofferraum allerdings von vorbildlichen 391 Litern auf deutlich bescheidenere 254 Liter. Zum Vergleich: Der Yaris bietet 286 Liter, der im MPV-Stil gestaltete Jazz 304 Liter.

Wie fährt sich der Clio E-Tech?

Fahrdynamisch bewahrt der Clio E-Tech die bekannten Qualitäten des französischen Modells. Er verbindet Komfort und Fahrverhalten auf überzeugende Weise. Lediglich die etwas leichtgängige Rückmeldung der Bedienelemente bremst das Gefühl einer noch engeren Verbindung zum Auto und zur Strasse.

Zu einem gelungenen Fahrwerk und einer direkten Lenkung kommt bei diesem Hybrid-Clio eine unmittelbare Gasannahme hinzu, insbesondere im Modus „Sport“ – typisch für Modelle mit Hybridsystem.

„Hausaufgaben“ gründlich erledigt

Renault mag die Marke sein, die am spätesten in die „Nische“ der Hybrid-Kleinwagen eingestiegen ist. Am Steuer des Clio E-Tech wird jedoch schnell klar, dass sich Renault auf diesen „Kampf“ sorgfältig vorbereitet hat.

Zunächst einmal bietet er mehr Leistung als seine beiden wichtigsten Konkurrenten. Die Kombination aus dem 1,6-l-Saugbenziner und zwei Elektromotoren liefert eine maximale Systemleistung von 140 PS und 144 Nm. Das sind mehr als die 116 PS des Toyota Yaris und die 109 PS, die der Honda Jazz bietet.

Auf dem Papier schlägt sich das allerdings nicht in einer besseren Leistung nieder – zumindest nicht beim Sprint von 0 auf 100 km/h, bei dem er, wenn auch nur um wenige Zehntelsekunden, der Langsamste der drei ist. Im Alltag wirkt der Clio E-Tech jedoch am kräftigsten, vor allem an steileren Anstiegen oder beim Beschleunigen aus der Fahrt heraus.

Die Kraftübertragung übernimmt ein fortschrittliches Automatikgetriebe mit mehreren Übersetzungen und aus der Formel 1 abgeleiteter Technik, das angenehm sanft arbeitet.

Überhaupt dürfte „sanft“ das treffendste Wort für das gesamte Hybridsystem sein: Der Wechsel zwischen Elektroantrieb und Verbrennungsmotor erfolgt nahezu unmerklich. Zudem hat sich im Stadtverkehr bestätigt, dass der Clio E-Tech die versprochenen rund 80 % der Fahrzeit im urbanen Umfeld rein elektrisch zurücklegen kann.

Nur so lassen sich die erzielten Verbrauchswerte in der Stadt von 3 bis 4 l/100 km erklären. Bei zügigerer Fahrweise bleiben die Werte ebenfalls niedrig und steigen nicht über 5,5 bis 6 l/100 km. Selbst auf der Autobahn sind Durchschnittswerte von 4,5 l/100 km möglich – ganz wie bei einem … Diesel.

Ist der Renault Clio E-Tech das richtige Auto für mich?

Mit all den Eigenschaften, die den Renault Clio dauerhaft zu einem Spitzenreiter im Kleinwagensegment gemacht haben, ist dieser Clio E-Tech die ideale Wahl für alle, die überwiegend in der Stadt unterwegs sind.

Dort spielt das Hybridsystem seine Stärken am besten aus und ermöglicht die grössten Einsparungen. Die üblichen „Nachteile“ von Plug-in-Hybriden, etwa das notwendige Aufladen, bringt er dabei nicht mit.

Das bedeutet jedoch nicht, dass der Clio E-Tech nur für Stadtfahrer eine gute Wahl ist. Auch auf der Landstrasse bleibt er sparsam, und sein Preis liegt nicht wesentlich über dem der Varianten mit reinem Verbrennungsmotor – bei höherer Leistung. Damit gehört er zu den besten Optionen im gesamten Angebot des französischen Kleinwagens.

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