Der Peugeot 3008 und der Peugeot 5008 stehen bei der französischen Marke für Erfolg. In ihrer zweiten Generation nutzten sie den Crossover- und SUV-Boom, der Europa erfasste und weiterhin prägt, optimal aus. Vom Van-Charakter ihrer Vorgänger ist äußerlich nichts mehr zu erkennen – und seither verkaufen sie sich ununterbrochen …
Seit der Einführung der aktuellen Generationen des 3008 und 5008 in den Jahren 2016 beziehungsweise 2017 wurden bereits mehr als 1,1 Millionen Exemplare verkauft. Auch in Portugal wiederholte sich dieser Erfolg: Peugeot wurde dort sogar zur meistverkauften Marke im Crossover- und SUV-Segment. Der 5008 führt in Portugal die Klasse der siebensitzigen SUVs an, während der 3008 lediglich vom Nissan Qashqai übertroffen wird.
Erfolg bedeutet jedoch nicht, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Genau deshalb wurden beide Modelle überarbeitet: Sie präsentieren sich mit „neuem Gesicht“ und einer erweiterten technologischen Ausstattung.
Die Änderungen an den neuen 3008 und 5008 haben wir bereits ausführlich beschrieben. Kurz zusammengefasst konzentrieren sich die wichtigsten Neuerungen auf die Frontpartie: Beide erhalten ein vollständig neues Gesicht, das sich stärker an den übrigen Modellen aus Sochaux orientiert. Das zeigt sich an der neuen Lichtsignatur ebenso wie an der Modellbezeichnung oberhalb des Kühlergrills.
Hinzu kommen neue Farben, Felgen und Verkleidungen, ein höher auflösendes digitales Kombiinstrument, ein 10″-Touchscreen sowie zusätzliche Ausstattungsmerkmale. Das Angebot reicht von Nachtsicht über adaptiven Tempomaten bis zu weiterentwickelten Fahrerassistenzsystemen und endet bei der Möglichkeit zum teilautonomen Fahren in Modellen mit EAT8-Automatikgetriebe.
Bei den Antrieben besteht die einzige Neuheit im 1.6 PureTech mit 180 PS als Benziner und EAT8-Automatik. Die übrigen bekannten Benzin-, Diesel- und Plug-in-Hybridantriebe bleiben erhalten, wurden jedoch an die neuesten Emissionsvorschriften angepasst.
Peugeot 3008 HYBRID4
Für diese erste dynamische Fahrt auf portugiesischem Boden standen ein Peugeot 3008 GT HYBRID4 – das stärkste, schnellste und … teuerste Modell der Baureihe – sowie ein Peugeot 5008 Allure 1.5 BlueHDI EAT8 bereit.
Der 3008 HYBRID4 ist einer von zwei Plug-in-Hybriden im Angebot und keine völlige Neuheit – auch nicht in der Redaktion von Razão Automóvel. João Delfim Tomé konnte ihn vor knapp einem halben Jahr, noch vor dem Facelift, bereits testen. Für mich war er dennoch neu, denn ich hatte ihn bis dahin nicht gefahren.
Seine Leistung beeindruckt sofort: Dieser SUV stürmt entschlossen Richtung Horizont. Natürlich, die Kombination aus dem 1.6 PureTech mit 200 PS und zwei Elektromotoren mit 110 PS und 113 PS – einer davon an der Hinterachse – liefert 300 PS und 520 Nm. Dennoch wiegt der SUV rund 1900 kg. Offenbar spielt das kaum eine Rolle. Das unmittelbar verfügbare Drehmoment der Elektromotoren sorgt für eine Reaktion, die von angenehm bis „verdammt, das fühlte sich eher wie ein Tritt an“ reicht; kurz darauf setzt auch der Verbrennungsmotor ein.
Neben der Performance überrascht vor allem die Kultiviertheit. Eine kurze Autobahnfahrt zeigte, wie wirkungsvoll Abroll- und Windgeräusche gedämmt werden. Lediglich zwischen A-Säule und Außenspiegel ist eine leichte Verwirbelung hörbar.
Bei gleichmäßigeren und gemäßigten Geschwindigkeiten treten weitere Qualitäten des 3008 HYBRID4 und seines Antriebsstrangs hervor. Die elektrische Reichweite von 59 km ließ sich mangels Zeit nicht überprüfen. Feststellen ließ sich aber, dass der Hybridmodus Verbrennungs- und Elektromotoren ausgewogener steuert als beim Citroën C5 Aircross Hybrid mit einem Elektromotor und 225 PS. Dieser griff übermäßig häufig auf den Elektromotor zurück und entleerte damit die Batterie schnell.
In diesem Fahrmodus sind Verbräuche um 5,0 l/100 km problemlos erreichbar. Auf der Autobahn stieg der Verbrauch bei ausschließlicher Nutzung des Verbrennungsmotors auf etwa 6,5 l/100 km.
Während meiner Zeit im 3008 fiel zudem der hohe Komfort auf, der sowohl von der Federung als auch von den Sitzen ausgeht. Beim HYBRID4 scheint die Federung allerdings möglicherweise wegen des hohen Gewichts mit abrupten Unebenheiten etwas überfordert zu sein: Sie arbeitet dann hörbarer und entschiedener. Beim größeren, aber leichteren 5008 konnte ich dieses Verhalten nicht feststellen.
Peugeot 5008 1.5 BlueHDI: mehr Platz und Flexibilität
Auch den 5008 konnte ich fahren, wenn auch deutlich kürzer. Neben dem Dieselmotor und der EAT8-Automatik war er in der einfacheren Ausführung Allure Pack unterwegs. Außen wie innen wirkt er zurückhaltender als der 3008 HYBRID4 in GT-Ausstattung und verfügt außerdem über weniger Extras.
Der 5008 hebt sich durch seinen größeren Radstand und die längere Karosserie ab. Dadurch findet eine dritte Sitzreihe mit zwei umklappbaren Plätzen Raum. So sehr diese beiden Zusatzsitze die Existenzberechtigung des 5008 erklären, entdeckte ich die größten Vorteile gegenüber dem 3008 in der zweiten Reihe.
Dort gibt es nicht nur drei Einzelsitze: Sie lassen sich auch längs verschieben. Das ermöglicht eine Flexibilität, die der 3008 nicht bietet, und schafft sehr, wirklich sehr viel Beinfreiheit. Werden die Sitze der dritten Reihe umgeklappt, entsteht zudem ein Kofferraum, dessen nutzbare Fläche es wohl mit manchen Einzimmerwohnungen aufnehmen kann …
Wer viel Platz benötigt oder regelmäßig mit vielen Personen beziehungsweise viel Gepäck unterwegs ist, findet im Peugeot 5008 ohne Zweifel die passendere Lösung. Gerade deshalb weckte der 1.5 BlueHDI bei mir einige Vorbehalte. Nicht wegen des Motors selbst – den ich durchaus schätze –, sondern wegen seiner 130 PS. Sie bewegen die knapp 1600 kg des 5008 zwar ordentlich, doch während meiner Fahrt saß nur ich im Auto.
Als ich im Rückspiegel auf die lange Karosserie hinter mir blickte und mir den Wagen voll besetzt vorstellte, stellte sich die Frage: Reicht das dann noch? Das möchten wir bei einer späteren und ausführlicheren Gelegenheit prüfen. Für diese Aufgabe bietet der 5008 weitere, besser geeignete Motorisierungen, etwa den interessanteren 2.0 BlueHDI mit 180 PS. Anders als beim 3008 gibt es für den 5008 keine Hybridvarianten. Auf dem portugiesischen Markt bedeutet dieser Motor allerdings einen enormen Aufpreis von 7000 Euro.
Komfort vor Dynamik bei Peugeot 3008 und 5008
Trotz des „Facelifts“ und der erweiterten Technik bleiben die überarbeiteten Peugeot 3008 und 5008 am Steuer ganz sie selbst. Änderungen am Fahrwerk wurden nicht angekündigt, weshalb Komfort weiterhin klar wichtiger ist als dynamische Schärfe.
Für manche bleibt das i-Cockpit eine Herausforderung: Um das Kombiinstrument zu sehen, muss man über das kleine, nicht runde Lenkrad hinwegschauen. Mich stört das nicht, im Gegenteil, ich mag diese Lösung sehr. Dennoch kann ich nachvollziehen, dass andere damit keine zufriedenstellende Sitzposition finden. Nur etwas mehr Lenkwiderstand wäre wünschenswert, denn im Modus „Normal“ fällt die Lenkung zu leicht aus. Der geringe Widerstand und der kleine Lenkraddurchmesser können zu abrupteren Lenkbewegungen führen als beabsichtigt und gelegentlich zusätzliche Unruhe in die Karosserie bringen.
Die beiden Peugeot-Angebote gehören nicht zu den günstigsten, liegen preislich aber nicht weit von dem entfernt, was in diesem Segment üblich ist. Der Peugeot 5008 Allure Pack 1.5 BlueHDI EAT8 kostet knapp 43.000 Euro, während der Peugeot 3008 HYBRID4 GT mehr als 54.000 Euro kostet. Das sind hohe Beträge, denen jedoch ein eigenständiges Erscheinungsbild fernab konventionellerer Alternativen, ordentliche Qualität und ein angenehmes Innenraumambiente gegenüberstehen.
Die Plug-in-Hybridvariante HYBRID4 in der GT-Ausführung ist ausschließlich für Privatkunden verfügbar. Unternehmen erhalten den HYBRID4 dagegen nur in den Ausstattungsstufen Allure und Allure Pack.
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