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Marc Philipp Gemballa Marsien GT: Der neue 911-Supersportwagen

Beiger Porsche 911 GT2 RS mit schwarzen Felgen vor grünen Hecken und historischer Steintreppe.

Porsche baut derzeit keinen echten Supersportwagen. Dort, wo eigentlich der Nachfolger des 918 Spyder stehen müsste, klafft eine unschöne Lücke. Porsche-nahe Unternehmen füllen dieses Vakuum nur zu gern mit ihrer Vorstellung eines Supercars im Stil eines 911. Dazu zählen der Kalmar 9X9, der Tuthill GT-One, der RML GTH und der Singer DLS-T.

Nun kommt Marc Philipp Gemballas Interpretation hinzu: der neue Marsien GT.

Marc Philipp Gemballa Marsien GT als straßenorientierter Supersportwagen

Hinter dem Projekt steht der Sohn des verstorbenen Porsche-Veredlers Uwe Gemballa. Der Marc Philipp Gemballa Marsien GT ist die auf die Straße ausgerichtete Variante des Marsien-Offroad-Supersportwagens, den TopGear.com 2024 exklusiv gefahren – und gesprungen – ist.

Der einfache Weg wäre gewesen, das Fahrwerk tieferzulegen, Reifen mit niedrigerem Querschnitt aufzuziehen und zu erklären: „Fertig.“ Doch Marc Philipp Gemballa ging deutlich weiter. Nach eigenen Angaben teilen sich beide Fahrzeuge lediglich die Türen und das Dach. Letzteres trägt nun einen gewaltigen Lufteinlass zur Versorgung des Ladeluftkühlers.

Die vollständig aus Carbon gefertigte Karosserie erhält jetzt einen zentral im Vorderwagen platzierten Tankdeckel, kantige vordere Lufteinlässe im Stil des 911 GT2 RS, neu geformte Flanken und einen markanten Diffusor. Neben neuen Rädern und Reifen sowie einer komplett eigenständigen unteren Fahrwerkskonstruktion – inklusive einer Frontlift-Funktion um 100 mm – verfügt der GT statt zweier Endrohre über eine vierflutige Abgasanlage von Akrapovic.

Bedeutet das auch mehr Leistung? Absolut. Marc sagte TopGear.com, dass jeder einzelne Käufer des Marsien die Option gewählt habe, den von RUF abgestimmten Biturbo-Sechszylinder-Boxermotor von 750 auf 830 PS aufzurüsten. Damit beträgt die Serienleistung des GT – wenig überraschend – 830 PS. Bereits in Arbeit ist ein weiteres Upgrade, das den GT auf mehr als 900 PS bringt. Wie viele der 30 Käufer wohl auch dieses Kästchen ankreuzen werden?

MPG gibt für den Sprint von 0 auf 100 km/h 2,4 Sekunden und für die Höchstgeschwindigkeit 330 km/h an. Auf einen berauschenden Abtriebswert oder das Versprechen einer Nürburgring-Bestzeit verzichtet man. Erfreulicherweise soll diese Maschine ein alltagstaugliches Straßenauto sein und kein rennstreckenorientierter Pseudo-Rennwagen.

19 Minuten 6 Sekunden

Technik und Innenraum des Marsien GT

Für diesen Porsche 959 der Neuzeit mit verbreiterten Spuren und riesigem, geschwungenem Heckflügel baut Marc Philipp Gemballa einen 992.1 Turbo als Spenderfahrzeug um. Idealerweise handelt es sich um einen Turbo S, zwingend um ein Coupé und nicht um den aktuellen Turbo S mit seinen komplexen E-Turbos. Dadurch bleiben im Innenraum einige Ausstattungsdetails erhalten, die beim heutigen Turbo S fehlen. Dazu gehören ein physischer Drehzahlmesser und ein drehbarer Motorstartschalter.

Wird der Fahrmodus-Regler am Lenkrad gedreht, fahren die Klappen der aktiven Aerodynamik in den vorderen Kotflügeln und am Hauptspoiler aus – vergleichbar mit dem Igel-Modus des AMG One. Ein unterhaltsamer Effekt, doch damit enden die Besonderheiten keineswegs.

Ein Blick auf die Mittelkonsole genügt: Sie ist nicht nur steiler angewinkelt als im serienmäßigen 911 und erinnert damit an die mittleren „Brücken“ des Porsche Carrera GT und 918 Spyder. Auch der PDK-Wählhebel wurde durch einen manuell wirkenden Schalthebel ersetzt, der stark an den Carrera GT erinnert. Schön.

Zusätzlich verkleidet MPG die Konsole großzügiger mit Veloursleder, um Porsches ermüdenden Einsatz von billig wirkendem schwarzem Klavierlack-Kunststoff zu kaschieren. Der Marsien GT verzichtet sogar auf die wenig beliebten ausfahrbaren Türgriffe von Porsche – ganz ähnlich wie Porsches eigene GT-Abteilung beim GT3 RS und 911 S/T.

Das Auto sollte allerdings auch teuer aussehen und sich entsprechend anfühlen, denn der Marsien GT kostet das Fünffache eines neuen 911 Turbo S. So setzt sich der Preis zusammen.

Die Umrüstung zum „GT“ kostet 770.000 €, also ungefähr 650.000 £. Hinzu kommen Steuern, das Spenderfahrzeug und Optionen. 992 Turbo S Coupés als Basis kosten derzeit ab rund 120.000 £. Für Optionen gaben die Käufer der 40 geländegängigen Marsien im Schnitt 227.000 € aus. Unterm Strich landet man bei etwa einer Million – praktisch unabhängig davon, in welcher Währung bezahlt wird.

In der derzeit verrückten Welt der Hypercars und Porsche-basierten Projektfahrzeuge liegt das sogar eher am vernünftigen Ende des Markts. Außerdem scheint Porsche keine unmittelbaren Pläne für einen neuen Hypersportwagen zu haben …

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