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Deutsche Autobauer verlieren in China gegen chinesische Marken

Weißes Elektroauto mit futuristischem Design steht in modernem Showroom bei Tageslicht.

Jahrzehntelang galt China für deutsche Autobauer als wahres El Dorado. Der weltweit größte Automobilmarkt stand zwischen 2019 und 2021 bei Marken wie Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW zeitweise für bis zu 40 % ihrer weltweiten Verkäufe. Damit war er einer der entscheidenden Wachstumstreiber und eine zentrale Profitquelle der deutschen Automobilindustrie. Diese Ära ist jedoch vorbei.

Deutsche Hersteller büßen in China Marktanteile ein, weil sich das Kaufverhalten chinesischer Kundinnen und Kunden wandelt. Früher stand ein europäisches Auto für Status, Qualität und Prestige. Heute bieten chinesische Hersteller bereits Modelle an, die bei Technologie, Design und Preis mithalten können.

Chinesische Verbraucher verändern den Wettbewerb

Diese Entwicklung schlägt sich auch in den deutschen Exportzahlen nieder. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres gingen die Ausfuhren deutscher Autos und Komponenten nach China laut von Bloomberg zitierten offiziellen Daten um mehr als 25 % auf 4,7 Milliarden Euro zurück. Im entsprechenden Zeitraum 2022 hatte der Wert noch bei 13,6 Milliarden Euro gelegen – einem der höchsten Werte der vergangenen Jahre.

Während Autos und Komponenten bis 2024 die wichtigste deutsche Exportkategorie nach China waren, haben Maschinen und elektrische Ausrüstungen diese Position inzwischen übernommen.

Deutsche Marken verlieren Marktanteile

Der Wettbewerbsverlust zeigt sich deutlich in den Ergebnissen der wichtigsten deutschen Autobauer. Volkswagen verzeichnete im zweiten Quartal dieses Jahres in China einen Absatzrückgang von 36,6 %: Die Verkaufszahl sank im Vergleichszeitraum von 669 700 auf 424 300 Fahrzeuge. Dies war einer der Gründe, weshalb der Konzern weitere Maßnahmen zur Kostensenkung erwägt.

Die Volkswagen-Gruppe befindet sich in einer besonders schwierigen Phase. Der Autobauer prüft möglicherweise die größte Restrukturierung seiner Geschichte, einschließlich Werksschließungen, mehr als 100 000 Entlassungen und einer Verkleinerung des Modellprogramms.

Volkswagen ist damit allerdings kein Einzelfall. Auch die Premium-Hersteller stehen unter Druck: Mercedes-Benz und BMW meldeten im zweiten Quartal auf dem chinesischen Markt Absatzrückgänge von jeweils nahezu 30 %.

Ein Einbruch der Verkäufe im größten Automobilmarkt der Welt bedeutet weit mehr als lediglich weniger verkaufte Autos. Er stellt die finanzielle Tragfähigkeit dieser Konzerne infrage, gefährdet Tausende Arbeitsplätze in Europa und schränkt ihre Fähigkeit ein, angesichts einer immer stärkeren Konkurrenz zu investieren.

Chinesische Offensive erreicht bereits Europa

Das Wachstum chinesischer Autobauer beschränkt sich jedoch nicht auf ihren Heimatmarkt. Nachdem sie europäische Hersteller im größten Automobilmarkt der Welt überholt haben, beschleunigen Marken wie BYD und Chery nun ihre Expansion in Europa. Dort wollen sie jene Formel wiederholen, mit der sie in China Marktanteile gewonnen haben: Technologie, Elektrifizierung und wettbewerbsfähigere Preise.

Im Juni erreichten chinesische Hersteller einen Rekordanteil von 10,9 % am europäischen Markt. Zudem stammten die drei meistverkauften Plug-in-Hybride Europas in den ersten sechs Monaten des Jahres von chinesischen Marken.

Deutsche Autobauer unter Druck auf dem Heimatmarkt

Die Herausforderung für deutsche Autobauer beschränkt sich somit nicht mehr auf chinesische Konkurrenz in China. Sie treffen inzwischen auch auf ihrem eigenen Markt auf dieselben Rivalen.

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