Etwas mehr als eine Woche vor der endgültigen Enthüllung der neuen Mercedes-Benz C-Klasse W206 kommen weitere Details darüber ans Licht, was von der neuen Generation zu erwarten ist. Im Mittelpunkt stehen dabei die Motorisierungen, mit denen sie ausgestattet wird.
Für Liebhaber von Sechs- und Achtzylindermotoren gibt es keine guten Nachrichten: Kein Motor der neuen C-Klasse wird mehr als vier Zylinder haben. Kein V8 für den Mercedes-AMG C 63 und nicht einmal ein Sechszylinder für den Nachfolger des C 43 … Alles wird ausschließlich auf vier Zylinder „bereinigt“.
Der Kanal Mr. Benz hatte die Gelegenheit zu einem ersten Kontakt mit dem noch nicht vorgestellten Modell und durfte sogar als Beifahrer mitfahren – mit Christian Früh am Steuer, dem Entwicklungsleiter der letzten drei Generationen der C-Klasse. Dadurch wurden mehrere ihrer Eigenschaften bekannt:
Was haben wir „entdeckt“?
Die neue C-Klasse W206 wird außen wie innen etwas größer ausfallen und zahlreiche Technologien im Innenraum mit der neuen S-Klasse W223 teilen, darunter die zweite Generation des MBUX. Wie zu erkennen ist, wird – ähnlich wie in der S-Klasse – ein großzügig dimensionierter vertikaler Bildschirm die Mittelkonsole prägen.
Das im Video gezeigte Fahrzeug war ein C 300 AMG Line mit speziellen Ausstattungsmerkmalen, etwa dem AMG-Sportlenkrad mit abgeflachtem unteren Bereich und dickerem Lenkradkranz. Außerdem lässt sich erkennen, dass die neue C-Klasse ebenso wie die neue S-Klasse mit einer Allradlenkung erhältlich sein könnte.
Vier Zylinder … kein einziger mehr
Die größte Aufmerksamkeit verdienen jedoch die Antriebe, denn wie bereits erwähnt, besitzen sie allesamt vier Zylinder … keinen Zylinder mehr!
Laut Christian Früh sind sämtliche Benzin- und Dieselmotoren neu oder nahezu neu, da sie auf die eine oder andere Weise elektrifiziert wurden – angefangen bei 48-V-Mildhybriden bis hin zu Plug-in-Hybriden. Die 48-V-Mildhybride erhalten einen neuen elektrischen Motor-Generator, den ISG für Integrated Starter-Generator, mit 15 kW (20 PS) und 200 Nm.
Im Fokus stehen allerdings die Plug-in-Hybride: 100 km elektrische Reichweite werden versprochen, also im Grunde etwa doppelt so viel wie heute. Möglich wird dieser Wert durch die Batterie, deren Kapazität sich nahezu verdoppelt – von 13,5 kWh auf 25,4 kWh.
Die Plug-in-Hybride (Benzin und Diesel) der neuen C-Klasse W206 folgen später, im kommenden Herbst. Neben 100 km elektrischer Reichweite soll die Kombination aus Verbrennungsmotor – in diesem Fall einem Benziner – und Elektromotor rund 320 PS Leistung sowie 650 Nm liefern.
Darüber hinaus sollen die Mildhybrid-Benziner laut Früh zwischen 170 PS und 258 PS leisten (1,5-l- und 2,0-l-Motoren), während die Diesel zwischen 200 PS und 265 PS liegen werden (2,0 l). Letztere setzen auf den OM 654 M, den stärksten Vierzylinder-Dieselmotor der Welt.
Abschied vom V8
Obwohl im Video nichts über die künftigen AMG-Modelle auf Basis des W206 erwähnt wird, bestätigen andere Quellen, dass die Beschränkung auf vier Zylinder auch für die stärksten Versionen der C-Klasse gelten wird.
Als Antrieb soll der M 139 dienen, der derzeit im A 45 und A 45 S eingesetzt wird. Er wird den V6 des aktuellen C 43 ersetzen und – noch überraschender – auch den donnernden, klangstarken V8-Biturbo des C 63. Ein Downsizing, das zu weit geht?
Während der Nachfolger des C 43 – die endgültige Modellbezeichnung steht noch nicht fest – den leistungsstarken M 139 mit dem 48-V-Mildhybridsystem kombinieren wird, wird der C 63 zum Plug-in-Hybrid. Der M 139 wird also mit einem Elektromotor gekoppelt, sodass die kombinierte Maximalleistung mindestens die 510 PS des aktuellen C 63 S (W205) erreichen sollte.
Als Plug-in-Hybrid wird es sogar möglich sein, vollständig elektrisch unterwegs zu sein. Zeichen der Zeit …
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