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Neue Geotab-Studie: Elektroauto-Batterien verlieren weniger Kapazität als befürchtet

Elektrofahrzeug-Chassis mit Akkupacks, Elektromotoren und Aufhängung auf grauem Boden.

Eine umfangreiche neue Untersuchung zeigt, dass die Batterien von Elektroautos deutlich langsamer altern als viele befürchten. Im Durchschnitt verlieren die Fahrzeuge jährlich zwei Prozent ihrer Kapazität. Nach zehn Jahren wären somit noch 82 Prozent vorhanden – aus einem Auto mit 320 Meilen Reichweite würden also 262 Meilen, entsprechend etwa 515 statt 422 km. Der Bericht nennt zudem Möglichkeiten, mit denen Fahrerinnen und Fahrer den Kapazitätsverlust noch weiter verringern können.

Die Daten stammen vom Flottenmanagement-Unternehmen Geotab, das detaillierte Telematikdaten von 22.700 Elektrofahrzeugen aus 21 verschiedenen Modellen ausgewertet hat. Darunter befanden sich auch Transporter, die den Durchschnitt leicht nach unten ziehen: Bei ihnen beträgt der jährliche Kapazitätsverlust im Mittel 2,7 Prozent. Das liegt vor allem an ihrer geringeren tatsächlichen Reichweite, weshalb sie häufiger laden müssen – und diese Ladevorgänge eher Schnellladungen sind. Wie die Untersuchung zeigt, sind beide Faktoren nicht ideal.

Geotab-Studie: Schnellladen beeinflusst die Batteriealterung von Elektroautos

Der wichtigste Rat lautet daher, häufiges DC-Schnellladen möglichst zu vermeiden. Der Bericht betrachtete gesondert Fahrzeuge – Pkw wie Transporter –, bei denen Schnellladungen weniger als eine von acht Ladevorgängen ausmachten. Bei diesen Fahrzeugen lag die Degradation bei lediglich 1,5 Prozent pro Jahr.

Bei Fahrzeugen mit einem höheren Schnellladeanteil betrug der Durchschnitt 2,2 Prozent, sofern die Schnellladungen unter 100 kW blieben. Wer Ladeleistungen von 100 kW oder mehr nutzte, verlor jährlich 3,0 Prozent Kapazität.

Zur Einordnung: Wer jährlich 8.000 Meilen fährt, also rund 12.875 km, und zwischen den Ladevorgängen tatsächlich 250 Meilen (etwa 402 km) weit kommt, benötigt 32 Ladevorgänge pro Jahr. Bereits vier Fahrten von jeweils bis zu 500 Meilen, also etwa 805 km, bei denen man voll startet und unterwegs schnelllädt, führen dazu, dass eine von acht Ladungen eine Schnellladung ist.

Laden bis 100 Prozent und Entladen auf null

Die Studie liefert auch aufschlussreiche Daten dazu, was passiert, wenn bis 100 Prozent geladen oder bis zur angezeigten Null entladen wird. Die meisten Autos warnen auf dem Display vor diesem Vorgehen, doch den Daten zufolge spielt es kaum eine Rolle.

Zumindest gilt das, solange das Fahrzeug nicht lange in einem dieser beiden Ladezustände abgestellt wird. Verbringt ein Fahrzeug 80 Prozent seiner Zeit in einem extremen Batteriezustand, altert der Akku um 0,5 Prozent schneller. Deshalb sollte man nach dem Vollladen möglichst losfahren und nach dem nahezu vollständigen Entladen zeitnah wieder laden.

Sehr heisse Klimazonen erhöhten die Degradationsrate um 0,4 Prozent. Es empfiehlt sich daher, nach Möglichkeit im Schatten zu parken.

Fahrleistung und Ladezyklen der Elektroauto-Batterie

Die Werte werden als jährliche Degradation angegeben. Doch welchen Einfluss hat die Fahrleistung? Erwartungsgemäss zeigt sich ein Effekt bei Fahrzeugen, die mehr Ladezyklen durchlaufen und damit pro Jahr mehr Meilen beziehungsweise Kilometer zurücklegen. Bei Fahrzeugen mit weniger als einem Ladezyklus pro Woche liegt der durchschnittliche Kapazitätsverlust bei 1,5 Prozent jährlich. Für ein Auto mit 250 Meilen Reichweite entspricht das grosszügigen 13.000 Meilen, also etwa 20.921 km. Bei einem Ladezyklus alle ein bis zwei Tage steigt der Wert auf 2,3 Prozent pro Jahr – ein Szenario, das wahrscheinlich auf einen voll beladenen Transporter mit kurzer Elektro-Reichweite und hoher Fahrleistung zutrifft.

Geotab berät als Unternehmen Flotten und sagt im Kern: kein Grund zur Sorge. Die Überlegung lautet, dass es wirtschaftlich am sinnvollsten ist, Elektrofahrzeuge intensiv einzusetzen, viele Kilometer zu fahren und keine Zeit mit langsamem Laden zu verlieren, um den Nutzen des Wirtschaftsguts zu maximieren.

Bei normalen Privatfahrerinnen und Privatfahrern, die über Nacht laden, dürfte die Batteriealterung klar am unteren Ende dieser Spanne liegen. Ein Fahrzeug mit durchschnittlicher Fahrleistung, das überwiegend zu Hause geladen wird, dürfte nach zehn Jahren wahrscheinlich noch solide 90 Prozent Kapazität aufweisen.

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