Man blinzelt – und schon ist es vorbei. Fast hätten wir es ebenfalls verpasst.
Im CYBEX-Crashtestzentrum in Bayreuth
Im mehrere Millionen Euro teuren Crashtestzentrum von CYBEX in Bayreuth – einem Ort, der von außen unscheinbar wirkt, im Inneren jedoch faszinierend und geheimnisvoll ist – wird eine gesichtslose Kinderpuppe in einem der neuesten Sitze von CYBEX angeschnallt. Sie besitzt ein realistisches Gewicht, ist mit Sensoren und Kabeln versehen, von Hochgeschwindigkeitskameras umgeben und auf einen Augenblick ausgerichtet, den sich kein Elternteil je vorstellen möchte.
Dann schießt der leuchtend orangefarbene Schlitten los.
Binnen eines Augenblicks bildet die Anlage die Wucht eines Unfalls mit 40 g nach. Die Kräfte schnellen in die Höhe. Die Kameras zeichnen Tausende Bilder pro Sekunde auf. Und mittendrin befindet sich eines der intelligentesten Kindersicherheitsprodukte, die wir seit Jahren gesehen haben: der CYBEX Anoris T2, Teil der ersten Kindersitzserie überhaupt mit einem Ganzkörper-Airbag. Damit wird sofort klar: Dies ist nicht bloß ein weiteres Babyprodukt in weichen Stoffen und gedeckten Farben. Es ist Ingenieurskunst. Ernsthafte Ingenieurskunst.
Die Automobilbranche arbeitet seit Jahrzehnten daran, Airbags für Erwachsene zu perfektionieren – in Lenkrädern, Armaturenbrettern, Seitenvorhängen und nahezu jedem verfügbaren Zwischenraum. Da liegt eine Frage nahe: Warum sollten Kinder mit weniger ausgefeiltem Schutz auskommen müssen? Die Antwort lautet: weil es außerordentlich schwierig ist. Doch mit dem Anoris T2 ist es CYBEX gelungen.
Der Sitz wurde für Kinder ab 15 Monaten bis zu einem Alter von ungefähr sieben Jahren entwickelt. Sein besonderes Merkmal ist ein Airbag, der in das Fangkörper-System vor dem Kind integriert ist. Bei einem Frontalaufprall entfaltet sich dieser Airbag innerhalb von Millisekunden und bildet um den Fangkörper eine C-Form. So unterstützt er den Schutz von Kopf, Nacken und Oberkörper und verteilt die Aufprallkräfte über eine größere Fläche.
Anders ausgedrückt: Das System soll einen der schwierigsten Zielkonflikte der Kindersicherheit lösen.
CYBEX empfiehlt – wie viele Fachleute – weiterhin, Kinder möglichst lange rückwärtsgerichtet fahren zu lassen, idealerweise bis zum Alter von vier Jahren. Bei einem Frontalaufprall bietet diese Position einen hervorragenden Schutz für den noch nicht vollständig entwickelten Nacken und die Wirbelsäule. Eltern leben jedoch in der Realität und nicht unter Idealbedingungen. Kindern wird beim Fahren übel. Autos werden kleiner. Familien benötigen einen leichteren Zugang. Manche Kleinkinder können es schlicht nicht ausstehen, nicht zu sehen, was um sie herum passiert.
Genau hier wird das Anoris-Konzept interessant. Das vorwärtsgerichtete Design von CYBEX mit Airbag kann bei einem Frontalunfall einen Schutz bieten, der mit rückwärtsgerichteten Sitzen vergleichbar oder in einigen Fällen sogar besser ist. Gegenüber einem vergleichbaren vorwärtsgerichteten Sitz mit herkömmlichem Fünfpunktgurt soll es zudem bis zu 50 Prozent mehr Sicherheit bieten.
Das ist eine selbstbewusste Aussage, doch auch dieses Produkt ist selbstbewusst. CYBEX widmet sich der Verbindung von einzigartigem Design, unübertroffener Sicherheit, Qualität und intelligenter Funktionalität. Diese dreigleisige Strategie hat nicht nur zur Entwicklung eines wegweisenden Kindersitzes geführt, sondern dem Unternehmen auf dem Weg dorthin auch mehr als 500 Auszeichnungen eingebracht.
Der Grund, warum CYBEX dieses Thema so entschlossen verfolgt, liegt darin, dass viele Eltern ihre Kinder früher vorwärtsgerichtet transportieren, als Sicherheitsexperten es bevorzugen würden. Laut den von der Marke angeführten Studien setzt ein großer Anteil der Eltern Kinder bereits vor ihrem zweiten Geburtstag vorwärtsgerichtet in den Sitz – meist aus praktischen und nicht aus leichtsinnigen Gründen. Blickkontakt. Mehr Beinfreiheit. Weniger Unruhe. Weniger Reiseübelkeit. Mehr Platz im Fahrzeug. Alles nachvollziehbar. Nichts davon ungewöhnlich.
CYBEX argumentiert, dass die Lösung nicht darin bestehen darf, mit den Schultern zu zucken und diese Entwicklung hinzunehmen, wenn der Alltag viele Familien früher als geplant zum vorwärtsgerichteten Fahren bewegt. Stattdessen müsse vorwärtsgerichtetes Reisen deutlich sicherer werden. Genau diese Lücke wollen der Anoris T2 und sein Airbag schließen.
CYBEX Anoris T2: Airbag und Schutz in mehreren Ebenen
Es wäre einfach, den Anoris T2 auf sein aufmerksamkeitsstärkstes Element zu reduzieren – den Airbag – und es dabei zu belassen. Das würde jedoch den übergeordneten Gedanken verfehlen. Gute Sicherheit beruht nie auf einem einzelnen Kniff, sondern auf mehreren Schutzebenen. Der Anoris T2 verbindet sein Airbag-System mit einem integrierten Sicherheitsassistenten, Schutz bei Seitenaufprall, Liegepositionen, atmungsaktiven Stoffen und einem Design, das den täglichen Gebrauch erleichtern statt einschüchtern soll. Das ist wichtig, denn selbst das fortschrittlichste Sicherheitssystem der Welt verliert an Wirkung, wenn Eltern es als umständlich, verwirrend oder unangenehm empfinden.
Hinzu kommt der Advanced Linear Side-impact Protection, der Aufprallkräfte vom Kind weg und in die energieabsorbierende Schale des Sitzes leiten soll. Seitenaufpralle sind zwar weniger häufig als Frontalunfälle, aber besonders schwerwiegend, weil zwischen Insasse und eindringender Fahrzeugstruktur schlicht weniger Raum liegt. In Verbindung mit der Sitzschale kann der Seitenschutz die Kräfte um etwa 20 Prozent verringern.
Daneben gibt es die Details, die Eltern morgens um 7 Uhr auf einem Supermarktparkplatz schätzen werden – und nicht nur im Labor. Ein Fangkörper mit einem Klick. LED-Sicherheitsprüfungen. Liegeeinstellungen für schlafende Mitfahrer. Ein integriertes Sonnendach. Es sind jene Funktionen, durch die ein Produkt durchdacht und nicht nur clever wirkt.
Crashtests und unabhängige Prüfungen
Bei all den Themen rund um Marke und Innovation ist der vermutlich beruhigendste Teil der CYBEX-Geschichte zugleich der unspektakulärste: die Tests. Die Familie gesichtsloser Puppen und die großen orangefarbenen Schlitten befinden sich in der ersten Crashtestanlage von Cybex in Europa, zusätzlich zu bestehenden Einrichtungen in China und den USA. Dadurch erhält CYBEX mehr Kontrolle über die Entwicklung. Ingenieure können Sitze rund um die Uhr wiederholten Aufprallszenarien aussetzen und Tausende und Abertausende Modelle crashen, um die Leistung zu verfeinern, lange bevor eine unabhängige Stelle eingebunden wird.
Und diese unabhängigen Prüfungen sind wichtig. CYBEX-Kindersitze werden regelmäßig von Organisationen wie ADAC, TCS, ÖAMTC und Stiftung Warentest bewertet. Diese lassen weit mehr prüfen, als Produkte lediglich gegen Barrieren prallen zu lassen. Untersucht werden zwar Frontal- und Seitenaufpralle, aber ebenso Fehlbedienungspotenzial, Ergonomie, Handhabung, Reinigung, Verarbeitung und Schadstoffe. Anders gesagt: Sie testen sowohl für das Leben als auch für Laborbedingungen.
Das vom ADAC verwendete Frontalaufprallszenario simuliert beispielsweise einen Unfall mit 50 km/h gegen eine starre Barriere unter Einsatz eines schwereren Fahrzeugs; der Seitenaufpralltest erfolgt bei 60 km/h. Verschiedene Puppen repräsentieren unterschiedliche Altersgruppen und Körpergrößen, denn ein Produkt für Kinder darf das Verletzungsrisiko nicht nach einem Einheitsmaß beurteilen.
Hier wird die Bildsprache des Crashlabors bedeutsam. Die Hochgeschwindigkeitskamerasysteme mit mehreren Kameraköpfen, die sensorbestückten Puppen und die wiederholten Simulationen – bis zu Hunderte, sogar Tausende Tests pro Jahr – dienen nicht der Inszenierung. Sie sind nötig, weil Kindersicherheit keinen Spielraum für Fehler lässt. Ein Sitz darf nicht einfach nur die gesetzlichen Vorgaben erfüllen und damit als erledigt gelten. Er muss so funktionieren, dass er das Vertrauen von Ingenieuren, Sicherheitsorganisationen und letztlich Eltern verdient.
Der Anoris T2 ist nicht einfach ein weiterer Premium-Kindersitz, der typische Premium-Kindersitzversprechen macht. Mit ihm betrachtet CYBEX eines der etabliertesten Sicherheitsinstrumente im Automobilbereich – den Airbag – und stellt die Frage, warum Kinder so lange aus dieser Diskussion ausgeschlossen wurden.
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