Porsche hat seiner Rekordliste auf der Nürburgring Nordschleife einen weiteren Eintrag hinzugefügt – diesmal mit dem Porsche 911 GT3 (992.2) mit Handschaltung.
Am Steuer saß Jörg Bergmeister, der Testfahrer der Marke, der die deutsche Strecke vermutlich so gut kennt wie seine Westentasche. Die Stoppuhr blieb bei 6:56,294 Minuten stehen.
Damit ist der Porsche 911 GT3 das erste Serienfahrzeug mit manuellem Getriebe, das die sieben Minuten auf den 20,832 km der legendären deutschen Rennstrecke unterbietet. Den bisherigen Rekord des Dodge Viper ACR schlug er dabei rechnerisch um fast zehn Sekunden.
Porsche 911 GT3 mit Handschaltung unter sieben Minuten
Die Einschränkung „rechnerisch“ ist wichtig: Die Zeit des Viper von 7:01,3 Minuten wurde nach der früheren Zeitmessmethode erfasst, die nur 20,6 km der Strecke berücksichtigte und die 232 m lange T13-Sektion ausklammerte. Wäre dieser Abschnitt einbezogen worden, hätte der Viper laut Berechnungen von Porsche etwa 7:05,8 Minuten benötigt.
Bemerkenswert ist zudem, dass der 911 GT3 (992.2) mit Handschaltung sogar die Zeit des 911 GT3 (992.1) mit PDK-Doppelkupplungsgetriebe unterbot. Dieser fuhr 2022 eine Runde in 6:59,927 Minuten. Beide Fahrzeuge waren mit Michelin Pilot Sport Cup 2 R Semi-Slicks ausgerüstet.
Porsche hat bereits ein Video der vollständigen Rekორდrunde veröffentlicht:
Kontinuierliche Weiterentwicklung
Das jüngste Update des Porsche 911 GT3 bringt aerodynamische Optimierungen mit, die vom kompromissloseren GT3 RS stammen. Dazu zählen ein neuer verstellbarer Frontspoiler sowie ein Heckdiffusor mit überarbeitetem Design.
Auch die Vorderachse mit Doppelquerlenkern erhielt eine neue Abstimmung, wodurch sie präziser arbeitet und mehr Rückmeldung vermittelt. Gleichzeitig bleibt die emotionale Verbindung erhalten, die ein 911 mit Handschaltung dem Fahrer weiterhin bietet.
Der Rekordwagen war außerdem mit dem Weissach-Paket ausgestattet. Dieses umfasst einen Überrollkäfig aus Carbon sowie einen kürzeren Schaltweg des Schalthebels.
Handschaltung bleibt auch auf der Rennstrecke relevant
Bei diesem Rekord handelt es sich nicht bloß um einen Marketingcoup. Er belegt ebenso, dass ein manuelles Getriebe auf der Rennstrecke weiterhin wirkungsvoll sein kann – und von zahlreichen Puristen geschätzt wird.
Natürlich kann es nicht mit der Geschwindigkeit des PDK mithalten – nun bleibt abzuwarten, welche Rundenzeit der 992.2 GT3 mit PDK erzielt. Dennoch zeigt dieser Rekord, dass analoge Fahrgefühle auf der Rennstrecke nach wie vor Bedeutung haben. Und dass nicht alles der Jagd nach einer Zehntelsekunde untergeordnet werden muss.
Zugleich stärkt Porsche die Positionierung des 911 GT3 als direkteste Verbindung zwischen Rennsport und Straße.
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