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Der Duster ist der beste Dacia aller Zeiten – ein Problem für den Renault Captur?

Grüner Dacia New Duster SUV in Ausstellungshalle, seitliche Frontansicht, moderne Beleuchtung, weiße Plattform

Der Duster ist zum besten Dacia aller Zeiten geworden. Und genau das könnte für seinen „Cousin“, den Renault Captur, zum Problem werden …


Seit seiner Markteinführung im Jahr 2010 entwickelte sich der Dacia Duster rasch zu einem echten Verkaufserfolg: Mehr als 2,4 Millionen Exemplare wurden bislang verkauft.

Trotz dieser Erfolgsgeschichte war die seit 2017 angebotene Generation inzwischen deutlich in die Jahre gekommen. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis Dacia seinen Bestseller grundlegend erneuern würde.

In dritter Generation erhält der Duster ein neues Design, einen komplett umgestalteten Innenraum und sogar eine neue Plattform, die ihm den Weg zur Elektrifizierung ebnet. Doch bleibt er nach dieser Entwicklung weiterhin der „Volkschampion“, als der er sich stets präsentiert hat? Die Antwort gibt das Video:

Alles ist neu

Ein so erfolgreiches Modell wie den Duster zu überarbeiten, verlangt normalerweise nach Vorsicht: Der bisherige Erfolg soll schliesslich mindestens gesichert, idealerweise sogar ausgebaut werden. Dacia hat sich jedoch gegen die übliche Zurückhaltung entschieden und den Duster von Grund auf neu gestaltet.

Die Abmessungen haben sich zwar kaum verändert, doch optisch ist alles neu. Die Gestaltung orientiert sich klar am Dacia Bigster, dem Konzeptfahrzeug, das den grössten Dacia aller Zeiten vorwegnimmt.

Der Dacia Duster ist kaum wiederzuerkennen

Während der Duster aussen deutlich verändert wirkt, fallen die grössten Fortschritte im Innenraum auf. Gegenüber dem bisher bekannten Modell hat dieser einen erheblichen Sprung nach vorn gemacht.

Harte Kunststoffe sind weiterhin vorhanden, doch die Verarbeitung wirkt solide und die Gestaltung ist nun wesentlich angenehmer. Dazu trägt vor allem das neu gezeichnete Armaturenbrett mit seinen ausgeprägt horizontalen Linien bei, das an Geländewagen vergangener Zeiten erinnert. Das gefällt mir.

Besonders hervorzuheben ist zudem die neue technische Ausstattung: Sie umfasst ein vollständig digitales 7-Zoll-Kombiinstrument sowie einen leicht zum Fahrer ausgerichteten 10,1-Zoll-Multimediabildschirm.

Dieser erste Kontakt war zwar nur kurz, dennoch machte das Infotainmentsystem einen sehr flüssigen, schnellen und intuitiv bedienbaren Eindruck. Seine Grafiken sind ansprechend gestaltet und gut ablesbar.

Mehr Platz im Innenraum

Dank der neuen Plattform versprach Dacia trotz nahezu unveränderter Aussenmasse mehr Platz im neuen Duster. Das ist spürbar, insbesondere in der zweiten Sitzreihe, deren Raumangebot klar überzeugt.

Auch der Kofferraum ist gewachsen: Bei den Varianten mit dem grössten Ladevolumen stehen 474 Liter zur Verfügung, zusätzlich zu dem Stauraum unter dem Ladeboden.

Ein „Bett“ auf Rädern

Wer beim Duster vor allem Vielseitigkeit sucht, kann ihn mit dem bereits vom Jogger bekannten Sleep Pack bestellen. Dieses verwandelt den Innenraum in ein Doppelbett, das sich in nur zwei Minuten in einer Holzkiste verstauen lässt.

Neben modularen Dachrelingträgern, deren Position sich je nach Bedarf verändern lässt, verfügt der neue Duster erstmals über einen Dachträger, der bis zu 80 kg tragen kann. Für besonders abenteuerlustige Familien dürfte das einen echten Mehrwert darstellen.

Neue Plattform, neue Möglichkeiten

Eine der grössten Einschränkungen des Dacia Duster der zweiten Generation lag in seiner Basis: Um die Kosten niedrig zu halten, nutzte er eine Weiterentwicklung einer älteren Clio-Plattform. Das ist nun Vergangenheit.

Der Duster verwendet jetzt dieselbe CMF-B-Plattform wie Sandero und Jogger sowie Renault Captur und Arkana. Dadurch erhält er Zugang zu zahlreichen wichtigen Neuerungen, allen voran zu Hybridversionen – auch wenn Dieselmotoren aus dem Programm gestrichen wurden.

Jetzt auch als Hybrid erhältlich

Das Duster-Angebot beginnt mit den Bi-Fuel-Versionen für Benzin und LPG. Dacia hält weiterhin an dieser Antriebsart fest, die auf dem portugiesischen Markt zunehmend mehr Anhänger findet – selbst bei gewerblichen Kunden.

Der ECO-G 100 nutzt einen aufgeladenen 1,0-Liter-Dreizylinder mit 100 PS. Dank seiner beiden Tanks mit jeweils 50 Litern für Benzin und LPG soll er eine Reichweite von 1300 km ermöglichen.

Darüber positioniert sich der TCe 130. Hier arbeitet ein aufgeladener 1,2-Liter-Dreizylinder mit einem 48-V-Mild-Hybrid-System, bestehend aus einem kleinen elektrischen Motor/Generator und einer 0,8-kWh-Batterie. Die Systemleistung beträgt 130 PS.

Genau diese Motorisierung, die ausschliesslich mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe angeboten wird, habe ich bei diesem ersten Kontakt gefahren. Für die meisten Einsatzzwecke scheint sie mir die sinnvollste Wahl zu sein: Sie zeigte sich stets ausgewogen und begnügte sich trotz vieler Autobahnkilometer mit vergleichsweise moderaten Verbräuchen um 6 l/100 km – mitunter sogar darunter.

An der Spitze des Programms steht schliesslich der bereits aus dem Jogger bekannte HYBRID 140. Er kombiniert einen 94 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner mit zwei Elektromotoren, von denen einer für den Antrieb und der andere als Starter/Generator zuständig ist. Hinzu kommt eine 1,2-kWh-Batterie, die Gesamtleistung liegt bei 140 PS.

Gesteuert wird dieses System vom bekannten kupplungslosen Multi-Mode-Getriebe der Renault-Gruppe. Es verfügt über vier Übersetzungen für den Verbrennungsmotor und zwei für den elektrischen Antriebsmotor, die sich zu 15 unterschiedlichen Betriebsarten kombinieren lassen.

Mit dieser Variante lässt sich in der Stadt einen grossen Teil der Zeit rein elektrisch fahren. Das wirkt sich deutlich positiv auf den Verbrauch aus: Kombinierte Werte von unter 5 l/100 km sind möglich.

Und im Gelände?

Der Duster war stets stolz darauf, zu den geländetauglichsten Modellen seines Segments zu gehören. In der dritten Generation wurden diese Fähigkeiten weiter ausgebaut.

Beim ersten Test in der spanischen Region Málaga konnten wir ihn auf einer Strecke mit mehreren Hindernissen abseits befestigter Strassen bewegen. Dabei wurde die Entwicklung des Duster deutlich spürbar.

Gefahren wurde der Duster TCe 130, die einzige Version, die sowohl mit 4×2- als auch mit 4×4-Antrieb erhältlich ist. Die Allradversion bietet die grösste Bodenfreiheit im Segment: 21,7 cm, also 1 cm mehr als der 4×2. Zudem verbessert sie den Böschungswinkel vorn auf 31º und hinten auf 36º.

Mindestens ebenso relevant ist, dass das Infotainmentsystem spezielle Offroad-Anzeigen bietet. Diese zeigen in Echtzeit die seitliche Neigung – wir überschritten 20º, wie im eingebundenen Video zu sehen ist –, die Steigung bei Auf- und Abfahrten sowie die Drehmomentverteilung zwischen den beiden Achsen.

Sehr nützlich ist ebenfalls die Multiview-Kamera, mit der sich sämtliche Bereiche vor dem Fahrzeug ebenfalls in Echtzeit überblicken lassen. Meiner Ansicht nach ist sie eine wesentliche Hilfe, um die Räder bei schwierigeren Hindernissen richtig zu platzieren. Da sie als Teil des Pack Parking nur 400 Euro kostet, ist sie aus meiner Sicht beinahe unverzichtbar.

Souveränes Fahrverhalten

Die elektrifizierten Antriebe liefern neue Argumente – vor allem die niedrigen Verbräuche dürften Kunden überzeugen –, während die Geländeeigenschaften manche stärker auf diesen Bereich ausgerichtete Konkurrenzangebote alt aussehen lassen. Am meisten beeindruckt hat mich beim neuen Duster jedoch sein Fahrverhalten auf der Strasse: Er liegt jederzeit sehr satt und stabil auf der Fahrbahn.

Alles macht einen ausgesprochen robusten Eindruck, die Bedienelemente bieten einen angemessenen Widerstand und der Fahrkomfort ist sehr zufriedenstellend.

Zwei Punkte könnten beim Duster allerdings noch verbessert werden. Einerseits sind die Sitze trotz ihres sehr guten Seitenhalts etwas straff abgestimmt. Andererseits werden Windgeräusche auf der Autobahn recht deutlich hörbar.

Angesichts des Preises, den Dacia für diesen Duster verlangt, lassen sich beide Punkte jedoch vollständig relativieren. Zu einem wirklichen Problem werden sie nie.

Ein besseres Angebot ist kaum vorstellbar

Ein wesentlicher Teil des Duster-Erfolgs beruhte immer auf seinem Preis, und das dürfte sich bei dieser neuen Generation nicht ändern. Der Unterschied besteht darin, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nun noch überzeugender ausfällt.

Denn der Duster hat sich in allen Bereichen deutlich verbessert: bei Erscheinungsbild und Technologie ebenso wie bei Komfort, Sicherheit – er erhielt zahlreiche Sicherheits- und Fahrerassistenzsysteme – und Fahrdynamik. Dennoch starten die Preise weiterhin unter 20.000 Euro – alle Preise des neuen Duster finden Sie hier.

Der ECO-G 100 in der Ausstattung Essential beginnt bei 19.150 Euro, der TCe 130 4×2 kostet ab 24.050 Euro und der HYBRID 140 endet bei 29.000 Euro. Obwohl Letzterer der teuerste erhältliche Duster ist, bleibt sein Preis im Vergleich zur Konkurrenz sehr wettbewerbsfähig.

Der TCe 130 für 24.050 Euro, der ausschliesslich in den beiden höchsten Ausstattungslinien Journey mit mehr Komfort und Technologie sowie Extreme mit stärkerem Abenteuer-Fokus verfügbar ist, erscheint mir als die ausgewogenste und interessanteste Variante der Baureihe. Das ist ein ausgesprochen guter Preis. Später folgt eine günstigere Ausführung dieses Motors für 22.250 Euro.

Zu diesem Preis ist ein besseres Angebot kaum vorstellbar.

Die Bestellungen für den neuen Dacia Duster sind bereits eröffnet. Die ersten Fahrzeuge sollen zwischen Ende Mai und Anfang Juni in Portugal eintreffen.

Urteil

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