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Škoda Kodiaq 2.0 TDI im Test: Der Diesel für lange Reisen

Grau metallic Skoda Kodiaq 2.0 TDI SUV im Ausstellungsraum mit moderner Frontansicht und LED-Scheinwerfern.

Der Škoda Kodiaq mit Dieselmotor ist aller Wahrscheinlichkeit nach die stimmigste Kombination im Modellprogramm. Angesichts des aktuellen Dieselpreises lohnt sich jedoch genaues Rechnen.


Seit jeher heißt es, Perfektion gebe es nicht – bei Autos erst recht nicht. Dennoch gehört der Škoda Kodiaq 2.0 TDI zweifellos zu den rundesten Angeboten für reisefreudige Familien. Das gilt auch, obwohl der Dieselpreis hierzulande inzwischen beinahe historische Höchststände erreicht.

Die zweite Kodiaq-Generation hatte ich bereits bei ihrer internationalen Präsentation gefahren. Nun stand erneut der 2.0 TDI mit 150 PS und Siebengang-DSG auf dem Programm, diesmal in der Ausstattung Ultra. Diese Variante ist besonders passend für den deutschen Markt und auf Unternehmen zugeschnitten – zugleich trifft sie ziemlich genau das, was man von einem Kodiaq erwartet.

Neu ist das Modell zwar nicht mehr, doch wer nicht aufgepasst hat: Der Škoda Kodiaq der zweiten Generation ist gewachsen, trägt die jüngste Designsprache der Marke und bietet eine umfangreichere sowie hochwertigere Ausstattung. Dabei blieb die Grundformel unangetastet, die den Vorgänger zu einem der stärksten Modelle seiner Klasse machte.

Die „Simply Clever“-Familie im Škoda Kodiaq

Im Innenraum des Škoda Kodiaq herrscht nicht die überinszenierte Atmosphäre mancher Wettbewerber, die unbedingt beeindrucken wollen. Der Grund dafür ist einfach: Die Technik ist vorhanden, drängt sich aber nicht in den Vordergrund. Sichtbar ist vor allem das, was tatsächlich gebraucht wird.

In der Ultra-Ausstattung ist das Kombiinstrument vollständig digital. Zentral im Armaturenbrett sitzt allerdings die kleinere Touchscreen-Version mit 10 Zoll; optional gibt es auch ein 13-Zoll-Display. Im Alltag erwies sich das jedoch zu keinem Zeitpunkt als Nachteil.

Einen großen Anteil daran haben die drei Smart Dials in der Mittelkonsole. Hinter diesen physischen Drehreglern steckt jeweils ein kleines 32-mm-Display. Sie steuern die Drei-Zonen-Klimaautomatik, die Sitzheizung, die Lautstärke und weitere Funktionen, ohne dass man sich durch Menüs arbeiten muss. Das ist eine der überzeugendsten Lösungen in diesem Innenraum.

Hinzu kommen die typischen Škoda-Details: ein Regenschirm in der Fahrertür, zahlreiche Ablagen, zwei Flächen zum kabellosen Laden von Smartphones, vom Fahrersitz bedienbare elektrische Kindersicherungen und weitere praktische Einfälle.

Den Luxus-Eindruck einiger Konkurrenten vermittelt der Kodiaq nicht, und in den unteren Bereichen des Armaturenbretts finden sich harte Kunststoffe. Dafür wirkt alles solide montiert, während die Stoffbezüge das Ambiente wohnlicher machen.

Viel Platz für fast alles

Das Raumangebot bleibt eines der stärksten Argumente des Kodiaq. Vorn lässt sich problemlos eine passende Sitzposition finden, denn sowohl der elektrisch verstellbare Sitz als auch die Lenksäule bieten große Einstellbereiche. In der zweiten Reihe herrscht ebenfalls reichlich Bewegungsfreiheit.

Die Rücksitze lassen sich längs verschieben, ihre Lehnenneigung ist verstellbar. Das hilft zugleich dabei, den Platz in der dritten Reihe einzuteilen. Dort wird es, wie bei den meisten siebensitzigen SUV dieser Größe, deutlich enger. Zwei Personen finden Platz, doch besser eignen sich diese Sitze für Kinder oder Erwachsene auf kurzen Strecken.

Bei aufgestellten sieben Sitzen fasst der Kofferraum 340 Liter. Mit fünf Sitzplätzen steigt das Volumen auf gewaltige 845 Liter. Wer umzieht oder zum bekannten skandinavischen Möbelhaus fährt, verwandelt den Kodiaq durch Umklappen der zweiten Sitzreihe in einen großen Laderaum mit mehr als 2000 Litern Kapazität.

Warum der Dieselmotor hier überzeugt

In der heutigen Autowelt gilt ein Dieselmotor oft schon als Bösewicht, bevor er überhaupt eine Chance bekommt. Der Anstieg der Kraftstoffpreise hat dieses Bild zusätzlich verstärkt. Ganz fair ist dieser Ruf nicht. Der 2.0 TDI mag wie eine Wahl aus einer anderen Zeit wirken, passt aber weiterhin ausgesprochen gut zu einem SUV dieser Größe.

Seine 150 PS machen aus dem Škoda Kodiaq kein schnelles Auto, reichen aber selbst mit Beladung vollkommen aus. Auf der Autobahn ergibt das Gesamtpaket noch mehr Sinn.

Das typische Diesel-Nageln wird dann zu einem fernen Hintergrundgeräusch. Wind- und Abrollgeräusche halten sich in Grenzen, und der Komfort ermöglicht lange Etappen, ohne dass der Körper nach einer Pause verlangt. Erst wenn der TDI stärker gefordert wird, leidet die Kultiviertheit: Dann dringt ein raueres Motorgeräusch in den Innenraum.

Auch das Fahrwerk folgt derselben Philosophie. Die Lenkung arbeitet leichtgängig, aber ausreichend präzise, während die Federung eindeutig auf Komfort abgestimmt ist. Deshalb bewegt sich die Karosserie über Bodenwellen etwas stärker und neigt sich in Kurven merklich, ohne dass es dramatisch wird. Der Škoda Kodiaq versucht nie zu verbergen, was er ist: ein Familien-SUV für lange Reisen.

Das Siebengang-DSG erledigt seine Arbeit ebenfalls am besten, wenn man es selbst schalten lässt. Fordert man schnellere Reaktionen, kann es zögern. Der Sportmodus des Getriebes ist damit praktisch entbehrlich, und auch der manuelle Modus überzeugt nicht.

Sobald es auf die Autobahn geht, zeigt sich allerdings die andere Seite. Die angezeigte Reichweite lag bei über 700 km – auf Basis der Werte, die bereits im Bordcomputer standen. Nach dem obligatorischen Reset zu Beginn jedes Tests wollte der Durchschnittsverbrauch nun jedoch nicht einmal 6,0 l/100 km erreichen.

Groß, aber nicht durstig

Nach mehreren Tagen am Steuer und vielen hundert gefahrenen Kilometern – mehr als 600 km, während noch Diesel für weitere 180 km im Tank war –, mit viel Autobahn, Klimaanlage und fast immer mehr als der Hälfte der Sitzplätze besetzt, lag der Durchschnittsverbrauch der Kombination aus 2.0 TDI und DSG bei 5,9 l/100 km.

Damit bleibt der Kodiaq nah am offiziellen kombinierten WLTP-Wert von 5,6 l/100 km. Das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis und ein gutes Argument dafür, weshalb der Diesel bei dieser Art von Fahrzeug weiter sinnvoll sein kann – auch wenn der aktuelle Dieselpreis abschreckend wirken mag.

Was kostet der Škoda Kodiaq 2.0 TDI?

Škoda verlangt für den Kodiaq 2.0 TDI Ultra 48.134 Euro. Alternativ gibt es die optisch sportlichere Sportline-Ausführung, deren Preis auf 51.363 Euro steigt. Sonderausstattung des getesteten Fahrzeugs? Metallic-Lackierung für 590 Euro. Das war es bereits: Alles andere gehört zur Serienausstattung, und deren Umfang ist beachtlich.

Knapp 50.000 Euro sind für jedes Fahrzeug eine erhebliche Summe. Allerdings werden siebensitzige SUV mit Dieselmotor auf dem Markt immer seltener. Der Škoda Kodiaq ist die günstigste Option. Der „Cousin“ Volkswagen Tayron bietet denselben Motor, kostet aber rund 6000 Euro mehr.

Daneben gibt es noch den KGM Rexton. Er ist in jeder Dimension größer, kostet derzeit 52.000 Euro inklusive aller Nebenkosten und besitzt zudem einen Leiterrahmen. Sein Preis-Raum-Verhältnis ist möglicherweise das beste, im Vergleich zum Kodiaq wirkt er in mehreren Punkten aber etwas überholt. Weitere Alternativen existieren, setzen jedoch einen Klassen- und Preissprung voraus.

Wer viele Kilometer zurücklegt, vor allem auf der Autobahn, sollte den Dieselpreis dennoch nicht isoliert betrachten. Niedriger Verbrauch, hohe Reichweite und das Tanken in wenigen Minuten bleiben gewichtige Vorteile des Diesels. Genau bei diesem Einsatzprofil kann der Kodiaq 2.0 TDI seine Wahl besonders gut rechtfertigen – auch bei den aktuellen Dieselpreisen.

Ist ein Dieselmotor nicht unbedingt erforderlich, wächst das Angebot erheblich. Benziner sind teils etwas günstiger, während Plug-in-Hybride und Elektroautos für Unternehmen steuerlich und finanziell deutlich sinnvoller sein können.

Urteil

Technische Daten

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