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Factor One: Das schnellste UCI-konforme Rennrad der Welt

Radrennfahrer in aerodynamischer Position auf rotem Bahnrad auf einer Holzrennbahn bei Tageslicht

Bei seinem ersten Einsatz auf der WorldTour hat das von der UCI zugelassene Fahrrad bereits einen Etappensieg ermöglicht. Der britische Hersteller Factor Bikes entwickelt das Rad seit zehn Jahren und macht es nun zu seinem ersten UCI-konformen Rennmodell.

Bei den Fahrradherstellern bewegt sich etwas – möglicherweise beginnt sogar ein neues Kapitel im Fahrradbau. Die britischen Teams von Factor Bikes meinen es an diesem 11. Dezember ernst: Die Marke enthüllt ihr neues One-Modell der zweiten Generation. Die überarbeitete Version führt neue Komponenten ein und soll damit das schnellste Fahrrad der Welt sein, das die Regeln der Union Cycliste Internationale (UCI), des Verbands hinter den wichtigsten Radsportwettbewerben, erfüllt.

Beim Critérium du Dauphiné 2025 feierte das Factor One, damals noch als Prototyp, bereits seinen ersten Etappenerfolg. Das Rad gehörte zum Aufgebot von Israel-Premier Tech und wurde nur wenige Stunden vor dem Start für einen einzigen Fahrer, Jake Stewart, bereitgestellt. Schon damals sorgte der als „Super ONE“ bezeichnete Prototyp für Aufsehen, weil er keinem anderen Fahrrad im Peloton ähnelte.

Das Factor One: UCI-Regeländerungen und neue Gewohnheiten im Rennsport

Das neue Factor One 2025/2026 beansprucht den Titel als schnellste jemals innerhalb der regulatorischen Grenzen produzierte Maschine. Das ist umso bemerkenswerter, weil Innovation unter den geltenden Vorschriften zunehmend schwieriger wird. Dazu zählt etwa das vorgeschriebene Mindestgewicht von 6,8 kg, das ein Fahrrad nicht unterschreiten darf. Auch Abmessungen und Form sind genau vorgegeben: Der Rahmen benötigt ein vorderes und ein hinteres Dreieck, während die aerodynamische Verkleidung ebenfalls reguliert ist.

Aerodynamik des Factor One und Vergleich mit der Konkurrenz

Nach Angaben von Factor ist das neue One 15 % schneller als das Cervélo S5 aus dem Jahr 2024 und 22 % schneller als das Specialized Tarmac SL8. Auch innerhalb des eigenen Portfolios setzt es sich durch: Gegenüber dem Ostro Vam 2.0 ist es 8 % schneller, obwohl dieses als Aerodynamikmodell der Marke gilt. Zu den Lösungen, mit denen Factor vorangeht, zählen die besonders breite Gabelbrücke sowie die eindrucksvolle aerodynamische Arbeit an den Rohren. Beim Lenker geht Factor noch weiter: Er wurde direkt an der Gabel verschraubt, also ohne klassischen Vorbau, und in zwei Teile geteilt.

Sitzposition, Größen und Preise

Um dieses Konzept umzusetzen, arbeitete Factor nach eigenen Angaben „eng mit den Teams der UCI zusammen“ und nutzte zugleich die jüngsten Regeländerungen des Verbands. Neben der Optimierung des Luftwiderstands verweist Factor auf Entwicklungen im Radsport der vergangenen Jahre – insbesondere auf die veränderte Position von Spitzenfahrern. Diese sitzen weiter vorn, fahren schmalere Lenker und verwenden kürzere Kurbeln.

Einige Bauteile des Fahrrads lassen sich nicht verändern, ohne die Optimierungsarbeit zu beeinträchtigen, etwa der Winkel der Bremssättel. Dennoch bietet Factor das Modell individuell konfigurierbar an: Für die Anpassung des Lenkers stehen fünf Vorbaulängen zur Wahl. Das Factor One selbst wird in fünf Rahmengrößen angeboten – 47, 52, 54, 56 und 58 cm – sowie in vier Farbvarianten: Rosa, Schwarz, Silbergrau und Perlgrau. Preislich beginnt das Fahrrad bei 8.299 Euro und reicht bis 15.799 Euro mit der Campagnolo-Super-Record-13-Gruppe und Black-Inc-62-Laufrädern.

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