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Skoda Kamiq 1.0 TSI 116 PS DSG Style im Test

Grüner Skoda Kamiq 1.0 TSI SUV im modernen Ausstellungsraum mit großen Fenstern.

Nachdem wir vor einiger Zeit bereits den Einstieg in die Skoda-Kamiq-Baureihe mit dem 1.0 TSI und 95 PS in der Ausstattung Ambition getestet hatten, steht diesmal die stärkste Benzinversion im Mittelpunkt.

Sie nutzt weiterhin den gleichen 1.0 TSI, leistet hier jedoch 21 PS mehr und kommt damit auf insgesamt 116 PS. Kombiniert ist er mit dem siebengängigen DSG-Doppelkupplungsgetriebe. Auch bei der Ausstattung handelt es sich mit Style um die höchste Stufe.

Lohnt sich diese Variante gegenüber dem bescheideneren Bruder?

Typisch Skoda

Optisch zeigt sich der Kamiq mit der für Skoda-Modelle charakteristischen zurückhaltenden Gestaltung. Interessanterweise wirkt er eher wie ein Crossover als wie ein SUV, was an den fehlenden Kunststoffbeplankungen und der geringen Bodenfreiheit liegt.

Auch im Innenraum setzt sich diese sachliche Linie fort. Sie wird durch eine solide Verarbeitung sowie angenehm anmutende Materialien an den wichtigsten Kontaktflächen ergänzt.

Wie uns Fernando Gomes beim Test der Basisversion des Kamiq bereits sagte, hat die Ergonomie etwas gelitten, seit einige physische Bedienelemente für Klimaanlage und Radiolautstärke entfallen sind.

Beim Platzangebot und bei der Vielseitigkeit des Innenraums schliesse ich mich ebenfalls Fernandos Einschätzung an: In dieser Hinsicht gehört der Kamiq zu den besten Angeboten seines Segments.

Dreifache Persönlichkeit des Skoda Kamiq

Zunächst einmal nimmt man – wie in jedem Kamiq – eine etwas niedrigere Sitzposition ein, als man sie in einem SUV erwarten würde. Dennoch sitzt man bequem, und das neue Lenkrad überzeugt nicht nur mit einer angenehmen Haptik: Seine Tasten verleihen dem tschechischen Modell auch einen etwas „premium“-hafteren Eindruck.

Während der Fahrt passt sich der Kamiq mithilfe der inzwischen üblichen Fahrmodi den Bedürfnissen und der Stimmung des Fahrers an: Eco, Normal, Sport und Individual, wobei Letzterer einen individuell konfigurierbaren Modus ermöglicht.

Im Modus „Eco“ reagiert der Motor nicht nur gelassener, auch das DSG versucht besonders konsequent, möglichst früh und schnell hochzuschalten. Das Ergebnis? Bei konstanter Fahrt auf der Landstrasse können die Verbräuche auf 4,7 l/100 km sinken. Der ruhige Charakter verlangt allerdings nach einem entschlosseneren Tritt aufs Gaspedal, um die 116 PS zu wecken und das schnelle DSG daran zu erinnern, dass es herunterschalten soll.

Im Modus „Sport“ zeigt sich genau das Gegenteil. Die Lenkung wird schwergängiger – für meinen Geschmack etwas zu stark –, das Getriebe hält den eingelegten Gang länger und lässt den Motor höher drehen, während das Gaspedal sensibler anspricht. Alles läuft schneller ab, und obwohl die Fahrleistungen nicht spektakulär sind – was auch nicht zu erwarten wäre –, wirkt der Kamiq plötzlich deutlich souveräner.

Das Bemerkenswerte daran: Selbst dann bleiben die Verbrauchswerte auf einem durchaus akzeptablen Niveau. Auch bei intensiver Nutzung des Motors steigen sie nicht über 7 bis 7,5 l/100 km.

Der Modus „Normal“ bildet schliesslich, wie gewohnt, den Kompromiss. Die Lenkung hat das angenehmere Gewicht des Eco-Modus, ohne dass der Motor dessen scheinbare Trägheit übernimmt. Das Getriebe schaltet früher als in „Sport“, jagt aber nicht permanent dem höchstmöglichen Gang hinterher. Und der Verbrauch? Im Mix aus Autobahn, Landstrassen und Stadt lag er bei 5,7 l/100 km – ein mehr als akzeptabler Wert.

Beim Fahrverhalten erinnere ich erneut an Fernandos Einschätzung. Auf der Autobahn ist der Skoda Kamiq komfortabel und stabil, wobei auch die Geräuschdämmung nicht enttäuscht; vor allem zeichnet er sich jedoch durch seine Berechenbarkeit aus.

Auf kurvigen Bergstrassen macht er zwar nicht so viel Spass wie ein Hyundai Kauai oder Ford Puma, dafür bietet der Kamiq ein hohes Mass an Effizienz und Sicherheit – stets erfreuliche Eigenschaften für ein Modell mit familiärem Anspruch. Gleichzeitig blieb er jederzeit gefasst, selbst auf weit von perfektem Untergrund.

Ist er das richtige Auto für mich?

In seiner stärksten Benzinausführung präsentiert sich der Skoda Kamiq als ausgesprochen ausgewogenes Angebot. Zu den Vorzügen der gesamten Baureihe – Platz, Robustheit, Sachlichkeit und die „simply clever“-Lösungen – gesellt sich bei diesem Kamiq etwas mehr Fahrfreude. Dafür sorgt der 1.0 TSI mit 116 PS, der sich als guter Begleiter erwies.

Gegenüber der 95-PS-Version bietet er spürbar mehr Durchzug, ohne beim Verbrauch eine echte Rechnung zu präsentieren – ein Vorteil, wenn das Auto häufiger voll beladen unterwegs ist. Der einzige Nachteil ist der Preisunterschied zur schwächeren Motorisierung, die bei gleicher Ausstattung ab 26.832 Euro erhältlich ist und damit rund 1.600 Euro günstiger ausfällt.

Das von uns getestete Fahrzeug war allerdings mit einigen Extras ausgestattet, die den Preis auf 31.100 Euro anhoben. Für kaum mehr Geld, nämlich 32.062 Euro, ist bereits der grössere Karoq mit demselben Motor und identischer Ausstattung erhältlich, allerdings mit Handschaltung.

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