Alles deutet darauf hin, dass die Produktion von Peugeot 108 und Citroën C1 in Kürze eingestellt wird. Das berichten drei voneinander unabhängige Quellen gegenüber Reuters.
Das Aus für die beiden französischen Kleinstwagen, die aus einer Zusammenarbeit zwischen der Groupe PSA und Toyota hervorgegangen sind – aus der auch der Aygo entstand –, wird mit der geringen Rentabilität dieses Segments begründet. Diese dürfte sich durch die zunehmend strengeren Anforderungen zur Einhaltung der Emissionsvorschriften weiter verschlechtern.
Ein erstes „Warnsignal“ für die Zukunft von Peugeot 108 und Citroën C1 gab es bereits 2018: Damals verkaufte die Groupe PSA ihren Anteil am tschechischen Werk, in dem das Kleinstwagen-Trio produziert wird, an Toyota.
Die 2014 eingeführten Modelle hätten inzwischen eigentlich einen Nachfolger haben oder zumindest erste Informationen dazu erhalten müssen. Bislang gibt es jedoch keinerlei Berichte über eine entsprechende Entwicklung.
Die Entscheidung wurde vom französischen Konzern noch nicht offiziell bestätigt. Neben steigenden Kosten und sinkender Ertragskraft könnte auch die bevorstehende Fusion mit FCA eine Rolle spielen. Sie wird den Automobilriesen Stellantis hervorbringen und dürfte eine strategische Überprüfung sämtlicher laufender Pläne erforderlich machen.
Wenn alles nach Plan verläuft, werden Peugeot und Citroën irgendwann im Jahr 2021 Fiat als „Kollegen“ haben – die unangefochtene Nummer eins im Segment der Kleinstwagen.
Fiat hatte zwar vor einiger Zeit erklärt, dieses Segment aus denselben Gründen der niedrigen Rentabilität ebenfalls verlassen zu wollen. Die durch die Fusion möglichen Skaleneffekte könnten jedoch neue Hoffnung geben, dass diese Marken auch künftig Kleinstwagen anbieten werden.
Kleinstwagen wie Peugeot 108 und Citroën C1 unter Druck
Das A-Segment verliert seit Jahren an Bedeutung. Lag sein Marktanteil 2010 noch bei 10,9%, war er bis 2019 schrittweise auf 7,4% gesunken.
Hinzu kommt die ausbleibende Modellpflege: Abgesehen von koreanischen Modellen sind die meisten derzeit angebotenen Kleinstwagen bereits seit vielen Jahren auf dem Markt, ohne dass Nachfolger geplant sind. Da mehrere Modelle voraussichtlich eingestellt werden oder deren Ende bereits angekündigt wurde, ist in dem bevorstehenden neuen Jahrzehnt mit einem noch stärkeren Rückgang zu rechnen.
Steigende Kosten belasten das A-Segment
Die Rechnung geht schlicht nicht auf. Emissionskonforme Motoren kosten mehr, ebenso teure Hybrid- und Elektroantriebe. Verschärfte Vorgaben bei Sicherheit und Konnektivität führen zudem dazu, dass Entwicklung und Produktion kleiner Stadtautos genauso viel kosten wie bei Fahrzeugen höherer Klassen.
Daher ist es wenig überraschend, dass sich die Hersteller dem B-Segment, also den Kleinwagen, zuwenden. Dort besteht mehr Spielraum für angemessenere Preise und dauerhaft tragfähigere Margen.
Alternativen
Laut Reuters wurden Elektroversionen von Peugeot 108 und Citroën C1 erwogen, um ihre Laufbahn zu verlängern und die Groupe PSA beim Senken der CO₂-Emissionen zu unterstützen. Da sie jedoch keinen ausreichenden Ertrag garantiert hätten, wurde diese Möglichkeit verworfen.
Für Menschen, die eine Alternative für den Stadtverkehr suchen, könnte ein Fahrzeug wie der Citroën Ami infrage kommen. Dieses (sehr) kleine elektrische Leichtfahrzeug – eher als Seniorenmobil bekannt – fällt vor allem durch seinen vergleichsweise niedrigen Kaufpreis auf. Die Vielseitigkeit eines Kleinstwagens bietet es allerdings nicht. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt lediglich 45 km/h; Autobahnen und Schnellstraßen darf es beispielsweise nicht befahren.
Kleinstwagen bleiben damit ein Rätsel, für das noch eine Lösung gesucht wird.
Quelle: Reuters.
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