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BYD Atto 2 Comfort und DM-i im Test: 430 km Reichweite und 1.000 km Gesamtweite

Blau-grünes BYD ATTO 2 Elektroauto an Ladestation in modernem Ausstellungsraum mit Hybrid/Electric-Schild.

In der Modellpalette ist er bereits bekannt, sein volles Potenzial hat er aber bislang nicht gezeigt. 2026 erscheint der BYD Atto 2 als neue Elektroversion „Comfort“, die bei Reichweite, Ladeleistung und Kofferraum deutlich zulegt. Der kleine Stadt-SUV kommt zudem als Hybrid mit 1.000 Kilometern Gesamtreichweite und einem günstigeren Preis. Unser erster Fahreindruck und Urteil.

In den kommenden zwölf Monaten will BYD die Zahl seiner Verkaufsstellen in Europa verdoppeln. Der chinesische Hersteller wächst von 1.000 auf 2.000 Standorte, darunter 200 in Frankreich. Diese stärkere Präsenz vor Ort soll die noch junge und weiter geschärfte Modellpalette voranbringen. Im kommenden Februar stößt ein Stadt-SUV hinzu, der es mit der Konkurrenz aufnehmen und lokalen Stars wie dem Citroën ë-C3, Peugeot e-2008 und Renault R4 E-Tech gefährlich werden kann: der Atto 2. Das Modell ist seit Jahresbeginn bereits auf dem französischen Markt erhältlich, bislang allerdings ausschließlich als Elektroauto mit kleiner Batterie.

Der BYD Atto 2 erhält zwei neue Antriebe, die seine Popularität steigern sollen. Denn sie dürften den zuvor eingeführten Varianten klar vorzuziehen sein. Die wichtigste Neuheit ist der DM-i, BYDs „Superhybrid“, der mit günstigerem Preis und beeindruckender Reichweite den Großteil der Kundschaft ansprechen soll. Daneben kommt eine neue Elektroausführung „Comfort“, deren Reichweite von 312 auf 430 km steigt. Damit kann der Atto 2 bei den BYD-Verkäufen aufschließen, deren Podium bislang vom Seal U, Seal und Sealion 7 besetzt wird.

Ein Blick auf die bei den Testfahrten mit dem neuen BYD Atto 2 anwesenden Journalisten ließ ein klares Urteil erkennen: Die meisten wandten sich direkt der Hybridversion zu. Sämtliche DM-i-Exemplare waren reserviert, während die Elektroautos nahezu unberührt blieben. Diese Vorliebe dürfte sich auch in den Verkaufszahlen widerspiegeln. Der DM-i bietet 1.000 km Reichweite und kostet weniger als 30.000 Euro, während die elektrische Boost-Version bei vergleichbarer Ausstattung 33.990 Euro kostet. Die neue Elektroausstattung „Comfort“ für 35.990 Euro sollte dennoch nicht unterschätzt werden: Gegenüber der kleinen Batterie des bisherigen Atto 2 bietet sie 100 Kilometer mehr Reichweite und übertrifft die Konkurrenten auf dem Markt.

BYD Atto 2 „Comfort“: von 312 auf 430 km Reichweite

Im Jahresverlauf hat BYD seinen ersten SUV im B-Segment nicht optimal vermarktet. Rund 30.000 Euro kostete er bei lediglich 312 Kilometern Reichweite, ehe ein Sommer-Rabatt den Preis um 7.000 Euro senkte. Die bisherigen Kunden dürften nun enttäuscht erfahren, dass 2026 eine erheblich besser ausgestattete und vielseitigere Version erscheint: mit 430 km Reichweite, einem stärkeren Motor (150 kW statt 130 kW) und mehr als verdoppelter Ladeleistung (von 65 auf 155 kW). Der Preis könnte zwar höher ausfallen, dafür bringt das Fahrzeug die für diese Klasse unverzichtbare Vielseitigkeit mit.

Auch dabei beließen es die BYD-Teams nicht: Der Stadt-Crossover erhält einen um 50 Liter größeren Kofferraum (450 statt 400 L). Selbst der Hybrid DM-i erreicht das nicht und kommt auf 425 L. Der Wechsel von einer 45,1-kWh- auf eine 64,8-kWh-Batterie scheint bei der Integration also keine Schwierigkeiten verursacht zu haben. Weil BYD ein Mehrgewicht von 150 kg angibt, stieg die Motorleistung von 130 auf 150 kW. So bleibt das Beschleunigungsniveau der übrigen Modellpalette erhalten: von 0 auf 100 km/h in 7,9 Sekunden. Beim Fahren wirkt das Auto agil und beinahe leicht. Dazu tragen die für die Stadt leichtgängige Lenkung und die preiswert wirkende Federung bei.

Mit 1.700 Kilogramm auf der Waage bleibt der Verbrauch dennoch begrenzt. Auf unserer recht kurzen Testrunde durch Stadtverkehr und Schnellstraße lag er bei etwa 16 kW/100 km. Bei diesem Verbrauch wären mit voller Batterie rund 400 km möglich. Im Stadtverkehr nennt BYD eine Reichweite von 600 km, weil der Energieverbrauch dort noch niedriger ausfällt. Für eine belastbare Einschätzung des Verbrauchs muss der Atto 2 Comfort allerdings länger getestet werden. Seine praktische Reichweite dürfte zwischen 350 und 400 Kilometern liegen; die kleine Batterie kam nur auf 250 bis 290 km.

Auch beim Laden spart das Auto deutlich Zeit. An einer DC-Schnellladesäule mit 155 kW dauert der Ladevorgang von 10 auf 80 % nur noch 25 Minuten statt 37 Minuten wie bei den niedrigeren BYD-Atto-2-Versionen, deren Ladeleistung maximal 65 kW beträgt.

BYD Atto 2: unser Urteil zu Comfort und DM-i

Die BYD-SUV-Palette in Frankreich wird immer umfangreicher. Da ihre Karosserien gestalterisch nur begrenzt eigenständig wirken, lassen sich die Modelle ohne Blick in den Katalog möglicherweise nicht leicht auseinanderhalten. Mit dem Einstieg ins B-Segment ist der Atto 2 das kompakteste Modell. Darüber rangiert der Atto 3, der entgegen seiner Bezeichnung nicht dieselbe Klasse und Preisregion bedient: Er gehört zum C-Segment und kostet 10.000 Euro mehr. Danach folgen der Seal U als populärstes BYD-Modell Europas und der Sealion 7.

Der Atto 2 hat damit eindeutig seinen Platz bei BYD – allerdings erst mit den neuen Antrieben, die im nächsten Jahr eintreffen. Entsprechend entsteht der Eindruck eines Modells, das gerade erst richtig in die Palette integriert wird, sein Potenzial bei der Kundschaft noch nicht offenbart hat und BYD in Frankreich bislang kaum bei der Positionierung unterstützen konnte. Mit der Ausstattung „Comfort“ für den elektrischen Atto 2 wird BYD bei Kofferraum, Batterie, Reichweite, Ladeleistung und Preis besser abschneiden als Peugeot e-2008 und Renault R4 E-Tech. Rein anhand der technischen Daten fehlte genau diese Variante, um die europäischen Wettbewerber zu übertreffen.

Die größte Einschränkung des neuen Atto 2 bleibt vor allem sein wenig attraktives und wenig eigenständiges Design. Dem Auto fehlt Charakter, und es tritt in einem Segment an, in dem Design, Preis und Alltagstauglichkeit schwer miteinander zu verbinden sind. BYD hat den beiden letztgenannten Punkten Vorrang gegeben. Renault setzte beim neuen R4 E-Tech dagegen zunächst stärker auf Design und Preise, bevor die übrigen Aspekte folgten. Hinzu kommt: Hinter dem 12,8-Zoll-Touchscreen bleibt das Infotainmentsystem von BYD noch etwas eingeschränkt. Auch das 8,8-Zoll-Display hinter dem Lenkrad ist nicht besonders sorgfältig gestaltet, um Informationen klar und gut gegliedert darzustellen. Der hohe Ladeboden macht den Kofferraum ebenfalls nicht besonders praktisch.

Abgesehen von den Kunststofftasten, die den konsequenten Sparkurs erkennen lassen, ist der Innenraum des BYD Atto 2 sehr gelungen. Platz ist reichlich vorhanden, auch im Fond – selbst auf dem mittleren Sitz mit Kopfstütze und ohne Mitteltunnel. Die Kopffreiheit fällt großzügig aus, zudem kann das Fahrzeug mit einem Glasdach ausgestattet werden. Vorn folgt die Mittelkonsole einer Limousinen-ähnlichen Anordnung und bleibt zugleich praktisch: Sie bietet clevere Halterungen für Smartphones sowie ein Ablagefach unter diesem Block mit viel Platz, rutschhemmender Oberfläche und zwei USB-C-Anschlüssen. Alles liegt vor fremden Blicken geschützt und ergänzt das Handschuhfach sowie das Staufach unter der Mittelarmlehne.

Preise des BYD Atto 2: Welche Version ist die richtige?

Als Elektroauto wird die neue Comfort-Ausstattung mit großer Batterie in Frankreich für 35.990 Euro erhältlich sein, die Auslieferungen starten ab Februar 2026. Sie kostet mehr als Active und Boost, aber der Abstand bleibt überschaubar: Die beiden Varianten liegen bei 31.990 beziehungsweise 33.990 Euro. Serienmäßig verfügen alle über eine Wärmepumpe, einen 12,8-Zoll-Bildschirm mit CarPlay und Android Auto, das teilautonome Fahrsystem der Stufe 2 einschließlich adaptivem Tempomaten sowie eine 360-Grad-Kamera. Die neue Comfort-Version ergänzt abgedunkelte hintere Scheiben, schnellere USB-Anschlüsse und eine Mehrlenker-Hinterachse anstelle einer Verbundlenkerachse.

Entscheidend für die Wahl des BYD Atto 2 Comfort werden natürlich vor allem die zuvor genannten Vorteile bei Reichweite, Ladeleistung und Kofferraumvolumen sein.

Parallel dazu kommt die neue Hybridversion DM-i in zwei Preisstufen: Active und Boost – eine Topversion Comfort gibt es nicht. Die Preise bleiben unter 30.000 Euro: 26.990 Euro für den Active-Einstieg und 29.990 Euro für die Ausstattung Boost. Unter der Haube arbeitet derselbe Hybridantrieb wie im Seal U DM-i und Seal 6 DM-i. Er kombiniert einen speziell für diesen Hybrid entwickelten Xiaoyun-1.5-Benzinmotor mit hohem thermischen Wirkungsgrad und zwei Elektromotoren. BYD nennt dafür einen gewichteten kombinierten Verbrauch von 1,8 Litern je 100 km, bis zu 90 km elektrische Reichweite in der Boost-Ausstattung und 1.000 km Gesamtreichweite.

Für eine Batterie mit 18 kWh Kapazität muss jedoch der DM-i Boost gewählt werden; der Active-Einstieg begnügt sich mit 7,8 kWh. Damit liegen der DM-i Boost und der elektrische Comfort preislich nicht mehr weit auseinander. Innerhalb der DM-i-Reihe des BYD Atto 2 fällt auch die Motorleistung des Boost höher aus: 212 PS statt 166 PS beim DM-i Active. Beide Varianten erhalten sechs Jahre Herstellergarantie sowie acht Jahre Garantie auf Antriebsstrang und Batterie.

BYD Atto 2

26.990 €

7.2

Fahrverhalten

6.0/10

Innenraum

8.0/10

Technik

6.0/10

Reichweite

7.0/10

Preis/Ausstattung

9.0/10

Das gefällt uns

  • Raumaufteilung im Innenraum
  • Ablagen (Kofferraum und Innenraum)
  • Deutlicher Fortschritt bei Reichweite und Ladeleistung
  • Wettbewerbsfähige Preise gegenüber der Konkurrenz
  • Attraktive Hybridversion DM-i

Das gefällt uns weniger

  • Design ohne Persönlichkeit
  • Begrenztes digitales Kombiinstrument und Zentraldisplay
  • Etwas hohe Ladekante
  • Leichte Lenkung auf der Autobahn und preiswert wirkende Federung

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