Zum Inhalt springen

Suzuki Jimny Nomade: Der Indien-Import erobert Japan

Grüner Suzuki Jimny NMD Offroad-SUV in modernem Showroom vor Fensterfront und Wandkarte.

Die Globalisierung bringt mitunter überraschende Konstellationen hervor. Japan ist die Heimat von Suzuki. Doch wer dort eines der aktuell gefragtesten Modelle der Marke kaufen möchte, muss darauf warten, dass es per Schiff aus Indien eintrifft.

Der von Maruti Suzuki in Indien produzierte Jimny Nomade – die fünftürige Ausführung des kompakten japanischen Geländewagens – ist auf dem japanischen Markt zum Phänomen geworden. Damit sorgt er auch in den Statistiken für eine ungewöhnliche Entwicklung: Die sogenannten Rückimporte erreichen Rekordwerte.

Jimny Nomade treibt Rückimporte nach Japan an

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Japan 72.330 Fahrzeuge japanischer Marken zugelassen, die im Ausland gebaut worden waren. Das entspricht einem Plus von 38 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Davon entfielen 34.288 Fahrzeuge auf Suzuki.

Von einem Rückimport spricht man, wenn ein japanischer Hersteller ein Fahrzeug nicht im eigenen Land baut und exportiert, sondern es in einem anderen Staat fertigt und anschließend auf seinem Heimatmarkt einführt. Beim Jimny Nomade beginnt diese Reise in Indien.

Rechnet man diese Rückimporte zu den herkömmlichen Einfuhren ausländischer Marken hinzu, wird das Bild noch bemerkenswerter. Suzuki ist zur Marke mit den meisten nach Japan importierten Autos aufgestiegen und hat Mercedes-Benz überholt.

Das ist ein historischer Moment. Die deutsche Marke hatte den japanischen Importmarkt unter den ausländischen Marken elf Jahre in Folge angeführt – von 2015 bis 2025.

Der offensichtliche Auslöser dafür ist der Jimny Nomade. Als er im April 2025 in Japan eingeführt wurde, ging Suzuki von lediglich 1.200 verkauften Einheiten pro Monat aus. Innerhalb von nur vier Tagen gingen jedoch rund 50.000 Bestellungen ein.

Damit war die ursprünglich für mehrere Jahre vorgesehene Produktion auf einen Schlag ausverkauft, sodass die Marke die Bestellannahme vorübergehend stoppen musste. Suzuki erhöhte die für Japan bestimmte Produktion anschließend deutlich und nahm knapp ein Jahr später, am 30. Januar 2026, wieder Bestellungen entgegen.

Bewährtes Konzept, aber deutlich mehr Platz

Für die familienfreundlichere und erstmals fünftürige Variante des Jimny hat Suzuki seinen kleinen 4×4 gestreckt. Die Gesamtlänge wuchs um 50 cm auf 3,985 m, der Radstand legte um 34 cm auf 2,59 m zu.

Die größeren Abmessungen kommen vor allem den Passagieren im Fond zugute. Auch der Kofferraum ist gewachsen: Statt der sehr knappen 85 l des dreitürigen Jimny mit vier Sitzplätzen stehen nun großzügigere, aber weiterhin bescheidene 208 l zur Verfügung.

Unter der Karosserie bleibt das klassische Jimny-Rezept allerdings erhalten: Leiterrahmen, Starrachsen, Allradantrieb und ein Verteilergetriebe mit Untersetzung.

Auch der Motor ist bekannt. Der K15B ist ein 1,5-Liter-Saugbenziner mit vier Zylindern, 102 PS und 130 Nm. Zur Wahl stehen ein Fünfgang-Schaltgetriebe oder eine Viergang-Automatik.

Preis des Jimny Nomade und keine Europa-Pläne

In Japan kostet der Jimny Nomade derzeit 2.926.000 Yen, was zum aktuellen Wechselkurs etwa 16.000 Euro entspricht – sowohl mit Schaltgetriebe als auch mit Automatik. Trotz seines Erfolgs auf dem Heimatmarkt deutet nichts auf eine Einführung in Europa hin. Schließlich wurde der Jimny bereits im vergangenen Jahr vollständig aus dem Angebot der Europäischen Union genommen.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen