Der McL 6GT bringt das manuelle Getriebe erstmals seit dem legendären, 1992 vorgestellten F1 in einen straßenzugelassenen McLaren zurück. Als Vorbild für diesen neuen Supersportwagen dient allerdings nicht der F1, sondern der M6GT: ein von Markengründer Bruce McLaren Ende der 1960er-Jahre selbst entwickeltes Projekt für ein Homologations-Sondermodell.
McLaren hat nicht einfach ein aktuelles Modell mit Handschaltung und drei Pedalen ausgestattet. Der beim Monterey Car Week in den USA noch als Prototyp präsentierte McL 6GT gibt vielmehr einen Ausblick auf ein neues Sondermodell außerhalb des regulären McLaren-Portfolios. Es richtet sich an Fahrer, denen die Interaktion mit dem Fahrzeug weiterhin besonders wichtig ist.
McL 6GT mit echter Handschaltung
Die Produktion soll 2028 beginnen, doch Angaben zu Leistung, Gewicht oder Fahrleistungen hat die Marke bislang nicht veröffentlicht.
Das technische Rezept entspricht weitgehend dem, was bei McLaren üblich ist, weist jedoch einige entscheidende Besonderheiten auf: ein Monocoque aus Kohlefaser, ein V8-Benzinmotor und Hinterradantrieb. Hinzu kommen ein manuelles Getriebe und eine hydraulische Lenkung. Auch die Karosserie besteht aus Kohlefaser.
Dieser Ansatz kommt zu einer Zeit, in der Supersportwagen zunehmend auf Automatikgetriebe und elektronische Systeme setzen, um auf der Rennstrecke noch das letzte Zehntel herauszuholen. Mit dem McL 6GT verfolgt McLaren bewusst eine andere Priorität: Interaktion und die mechanische Verbindung zwischen Fahrer und Auto stehen vor der Jagd nach den besten Messwerten.
Dabei gibt es einen wesentlichen Unterschied. Anders als Ferrari, das den Eindruck eines manuellen Getriebes mit elektronischen Bedienelementen nachgebildet hat, besitzt der McL 6GT tatsächlich drei Pedale sowie eine echte mechanische Verbindung zwischen Fahrer und Getriebe.
Auch beim manuellen Getriebe verzichtet man auf die klassische Metallkulisse. Bereits der F1 nutzte keine solche Lösung, weshalb McLaren den Mechanismus offen sichtbar belässt und ihn auf eigene Weise interpretiert.
Im Innenraum setzt McLaren auf gefräste Aluminiumteile, sichtbare Kohlefaser und Bezüge mit Mustern, die vom M6GT inspiriert sind.
Eine Idee, die mehr als ein halbes Jahrhundert zurückreicht
Name und Inspiration stammen vom M6GT, der Ende der 1960er-Jahre auf Basis des Rennwagens M6A entstand. Ursprünglich sollten die 50 für die Homologation in Gruppe 4 erforderlichen Exemplare gebaut werden, doch das Vorhaben wurde schließlich eingestellt. Es entstanden nur zwei Fahrzeuge.
Eines davon fuhr Bruce McLaren selbst auf öffentlichen Straßen, doch er starb 1970, bevor er das Projekt wie geplant umsetzen konnte. Mehr als ein halbes Jahrhundert später greift McLaren diese Idee wieder auf, um sich vorzustellen, wie sein erstes Straßenauto heute aussehen könnte.
Design des McL 6GT und Zitate des M6GT
Damit erklärt sich auch die ungewöhnliche Gestaltung des McL 6GT. Er fällt niedriger und breiter aus als die aktuellen McLaren, besitzt eine extrem bodennahe Front, glatte Flächen und ein kurzes Heck im Kamm-Stil. Das Dach geht fließend in die Motorabdeckung über – eine Lösung, die einzelne Merkmale des ursprünglichen M6GT aufgreift.
Zudem finden sich zahlreiche Verweise auf Bruce McLarens Projekt. Seine Unterschrift ist im Motorraum angebracht, das Speedy-Kiwi-Emblem erscheint auf dem Tankdeckel, und selbst der Schalthebel des manuellen Getriebes zeigt den berühmten Kiwi dreidimensional.
Nun bleibt nur, auf 2028 und die technischen Spezifikationen zu warten.
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