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Lamborghini Temerario: Der neue Plug-in-Hybrid mit 920 PS und V8-Biturbo

Grüner Lamborghini-Sportwagen mit schwarzem Spoiler in einem modernen Showroom.

Der Huracán und sein frei saugender V10 werden eine Lücke hinterlassen. Doch seinem Nachfolger, dem neuen Lamborghini Temerario, mangelt es offenbar nicht an überzeugenden Eigenschaften.

Der Temerario folgt dem Konzept des größeren und stärkeren Revuelto. Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Hybridantrieben liegt im Verbrennungsmotor: Im Temerario arbeitet ein kompakterer 4,0-Liter-V8-Biturbo.

Dabei handelt es sich nicht um den Motor, der in verschiedenen Porsche- und Audi-Modellen sowie im Urus zum Einsatz kommt. Trotz identischen Hubraums ist es ein anderes Aggregat mit dem Codenamen L411. Dieses „Monster“ leistet allein 800 PS zwischen 9.000 und 9.750 U/min; der Drehzahlbegrenzer greift erst bei 10.000 U/min ein. Dazu ist der andere V8-Biturbo nicht fähig.

Wir können uns an kein anderes Straßenauto mit Turbomotor erinnern, das so hoch dreht. Schon deshalb verdient dieses Aggregat besondere Aufmerksamkeit.

Lamborghini Temerario: Plug-in-Hybrid ohne Reichweitenfokus

Zusätzlich verfügt der neue Temerario über drei Elektromotoren, die allesamt nach dem Axialflussprinzip arbeiten. Jeder erreicht eine Spitzenleistung von 110 kW (150 PS).

Die beiden vorderen Motoren treiben jeweils ein Rad an und leisten dauerhaft je 60 kW (82 PS). Sie verschaffen dem italienischen Supersportwagen Allradantrieb, ohne dass eine physische Verbindung zwischen den Achsen besteht. Die elektrifizierte Vorderachse bringt zusätzliche 73 kg auf die Waage, wobei jeder Motor nur 15,5 kg beisteuert.

Der dritte Elektromotor sitzt zwischen dem V8-Biturbo und dem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, das wie im Revuelto quer eingebaut ist. Zu seinen Aufgaben gehört es, das Turboloch zu beseitigen: Bei Bedarf „injiziert“ er bis zu 300 Nm Drehmoment.

Zusammen liefern Verbrenner und Elektromotoren im Lamborghini Temerario 920 PS. Das maximale Gesamtdrehmoment ist nicht bekannt; allein der V8 steuert jedoch 730 Nm bei.

Anders als bei Plug-in-Hybriden, die stärker auf Effizienz und Reichweite achten, stand beim Lamborghini Temerario ausschließlich die Fahrleistung im Mittelpunkt. Daher überrascht es vielleicht nicht, dass die Lithium-Ionen-Batterie lediglich 3,8 kWh fasst. Lamborghini nennt nicht einmal eine elektrische Reichweite.

Nach Angaben der italienischen Marke genügt der elektrische Antrieb dennoch, um die CO₂-Emissionen des Temerario gegenüber dem Huracán um 50 % zu senken.

Wie schnell ist der Lamborghini Temerario?

Mit 920 PS übertrifft der Temerario die 640 PS des stärksten Huracán deutlich. Allerdings bringen die zusätzliche Komplexität und der Ballast des Hybridsystems dem italienischen Supersportwagen auch erhebliches Mehrgewicht ein.

Lamborghini gibt für den Temerario ein Trockengewicht von 1.690 kg an. Damit ist er 310 kg schwerer als der Huracán Tecnica mit zwei angetriebenen Rädern. Kommen die für den Betrieb erforderlichen Flüssigkeiten hinzu, dürfte der Temerario über 1.800 kg wiegen.

Das ist aus jeder Perspektive ein hoher Wert. Vielleicht um die Folgen abzumildern, bietet Lamborghini optional das Alleggerita-Paket an. Es ersetzt mehrere Teile durch Komponenten aus CFK, also kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff, und spart dadurch einige Kilogramm ein.

Trotzdem verbessert der Temerario sämtliche Fahrleistungswerte: Von 0 auf 100 km/h benötigt er 2,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 343 km/h.

Damit er ebenso wirkungsvoll verzögert wie beschleunigt, sind Carbon-Keramik-Bremsen serienmäßig. Ihre Scheiben messen vorne 410 mm × 38 mm und hinten 390 mm × 32 mm. Dazu kommen feste Aluminium-Monoblock-Bremssättel mit zehn Kolben vorne und vier hinten.

Was bietet der Temerario sonst noch?

Eine weitere Besonderheit des neuen Lamborghini Temerario ist seine neue Plattform: ein vollständig aus Aluminium gefertigter Spaceframe auf Basis von Strangpressprofilen. Die Torsionssteifigkeit steigt um 20 %, zugleich ermöglicht die Bauweise bessere Innenraummaße und eine bessere Sicht.

Das Außendesign wirkt dennoch eher wie eine Weiterentwicklung des Huracán, ergänzt um Elemente des Revuelto. Allerdings verzichtet der Temerario auf dessen „Y“-Motiv und setzt stattdessen auf eine sechseckige Formensprache.

Der Innenraum erinnert stärker an ein Cockpit und wird ebenfalls von zahlreichen sechseckigen Elementen geprägt. Wie bereits erwähnt, schafft die neue Konstruktion mehr Platz als im Huracán. Laut Lamborghini können Personen mit einer Körpergröße von 2 m darin sitzen. Der vordere Kofferraum fasst 112 l, außerdem gibt es Stauraum hinter den Insassen.

Die Marke hebt zudem physische Bedienelemente für wichtige Funktionen hervor. Sekundäre Funktionen wie die Navigation werden dagegen über den zentralen 8,4-Zoll-Bildschirm bedient. Es ist nicht das einzige Display: Das Instrumentendisplay misst 12,3 Zoll, und selbst der Beifahrer – oder Copilot in der Sprache von Lamborghini – hat einen 9,1-Zoll-Bildschirm vor sich.

Wann kommt der Temerario?

Als Einstiegs-Supersportwagen lässt sich der neue Lamborghini Temerario kaum noch bezeichnen, anders als seine Vorgänger. Dafür sprechen schon seine Zahlen.

Entsprechend dürfte sein Preis deutlich über dem des einfacheren Huracán liegen, wenn der Verkauf Ende dieses Jahres oder Anfang des nächsten beginnt.

Nicht zuletzt fällt auf, dass seine Leistungsdaten über denen seines vorgesehenen Rivalen liegen: des Ferrari 296 GTB.

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