Als neues Flaggschiff der Marke mit dem Doppelwinkel erhält die zweite Generation des Citroën C5 Aircross eine vollständig neue Plattform. Damit ziehen bislang unbekannte Technologien und eine überzeugende Reichweite ein.
Wohin steuert Citroën? Seit der Abspaltung von DS vor inzwischen zehn Jahren nimmt die Marke innerhalb des Stellantis-Konzerns eine zugänglichere Rolle ein. Dieser Kurs begann bereits 2014 mit dem auf das Wesentliche reduzierten C4 Cactus. Aktuelle Modelle wie C3 und C3 Aircross setzen diese Strategie mit ihrem einfachen Konzept fort, das folgerichtig besonders niedrige Preise ermöglicht.
Der neue C5 Aircross hebt Citroën jedoch wieder in höhere Sphären und führt Ausstattungen ein, die es bei der französischen Marke bisher nicht gab. Hinzu kommt eine äußerst attraktive Elektroversion, die fast 680 km ohne Zwischenstopp zurücklegen kann! Das ist beeindruckend, dürfte sich aber in Preisen von nahezu 45.000 € niederschlagen. In dieser Größenordnung erscheint die von den Verantwortlichen beanspruchte günstige Positionierung fragwürdig. Das sollten Sie über das neue SUV vor unserem Test wissen.
Der Citroën C5 Aircross nutzt eine neue Plattform
Während Citroën aus Kostengründen bislang häufig Fahrwerke aus niedrigeren Baureihen übernahm – der C3 basiert auf einem indischen Modell, der C4 auf dem 208 und der C5 X auf dem 308 –, weicht der C5 Aircross von diesem Prinzip ab. Er übernimmt die STLA-Medium-Plattform des aktuellen Peugeot 3008 und kann entsprechend ausgestattet werden. Die Fahrwerkstechnik macht einen sichtbaren Modernisierungsschub und liefert zeitgemäße Fahreigenschaften.
Auch wenn es, wie unser Test zeigen wird, weiterhin nicht um Dynamik geht, steigert der C5 Aircross seinen Komfort nochmals. Dafür sorgen die Aufhängungen mit progressiven hydraulischen Anschlägen, die für sanftes Ansprechen stehen. Gegenüber C3 und C3 Aircross, deren Dämmung besonders enttäuschend ausfiel, verbessert sich auch die Geräuschisolierung erheblich. Bei den Antrieben orientiert er sich nahezu vollständig am 3008.
Der Citroën C5 Aircross ist mit einer XXL-Batterie erhältlich
Anders als der C3 Aircross, dessen Elektroversion für lange Strecken kaum infrage kam, übernimmt der C5 Aircross die Batterieauswahl des Peugeot 3008. Ein erster Energiespeicher mit 73 kWh ermöglicht 520 km Reichweite. Später ergänzt ein zweites Batteriepaket mit 97 kWh das Angebot und soll im WLTP-Zyklus eine Reichweite von 680 km bieten.
Die vom französischen Hersteller ACC produzierte Batterie mit XXL-Kapazität ermöglicht Citroën endlich ein Elektroauto, das sich für weite Reisen eignet. Unser Test wird nämlich eine beachtliche Autobahnreichweite zeigen. Beim Schnellladen soll die Gleichstromleistung DC bei 160 kW liegen; damit soll sich der Akkustand in 27 Min. von 20 auf 80 % erhöhen lassen. In der Praxis erwies sich das allerdings als eher … enttäuschend.
Der Citroën C5 Aircross bietet zahlreiche neue Ausstattungen
Es ist nicht revolutionär, für Citroën jedoch tatsächlich neu. Die Matrix-LED-Scheinwerfer, mit denen dauerhaft mit Fernlicht gefahren werden kann, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden, kommen erstmals bei der Marke mit dem Doppelwinkel zum Einsatz. Dieses Ausstattungsdetail bleibt allerdings der hochwertigen MAX-Ausstattung vorbehalten. Im Innenraum verfügt der C5 Aircross zudem über einen eindrucksvollen 13-Zoll-Touchscreen.
Das im Hochformat angeordnete Display reagiert schnell und ist der größte Bildschirm, der je in einem Citroën verbaut wurde. Auch die Batterievorkonditionierung, die ein effizienteres Schnellladen ermöglicht, ist bei der Marke mit dem Doppelwinkel erstmals verfügbar. Passend zum elektrischen Antrieb ist der C5 Aircross außerdem mit einem Routenplaner ausgestattet. Auch das gab es bislang bei Citroën nicht.
Der Citroën C5 Aircross bleibt ein Komfortmeister, aber …
Ein komfortabler Citroën ist keine Überraschung, und der C5 Aircross macht da keine Ausnahme. Im geräumigen Innenraum finden sich die bekannten üppig gepolsterten Advanced-Comfort-Sitze. Ihr Komfort überzeugt, insbesondere auf den angenehm weichen äußeren Rücksitzen. Zudem arbeitet die Lenkung äußerst leichtgängig, da sie sehr stark unterstützt wird.
Allerdings büßt der C5 Aircross an Variabilität ein: Anstelle von drei Einzelsitzen gibt es nun eine klassischere, nicht verschiebbare Rückbank im Verhältnis 2/3 zu 1/3. Die neigbaren Lehnen schaffen zwar mehr Bewegungsfreiheit, doch der mittlere Sitzplatz ist weiterhin schmaler und fester. Darüber hinaus besitzt der C5 Aircross im Gegensatz zum eingestellten C5 X keine adaptiven Stoßdämpfer, obwohl diese dort sehr wirksam waren.
Am Sonntag um 11 Uhr präsentieren wir Ihnen unser vollständiges Urteil zum neuen Citroën C5 Aircross!
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