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BYD Atto 2: Der kompakte 100% elektrische SUV mit viel fürs Geld

Blauer BYD Atto 2 Elektro-SUV in modernem Showroom mit Ladestationen und großer Fensterfront.

Der BYD Atto 2 ist der kompakteste 100% elektrische SUV der chinesischen Marke und bietet viel Auto fürs Geld.


Im Zuge der offensiven Expansion chinesischer Marken auf dem europäischen Markt zählt BYD zweifellos zu den Herstellern, die sich besonders stark für dieses Ziel einsetzen.

Der Atto 2 unterstreicht das: Er richtet sich an das B-SUV-Segment, eines der volumenstärksten und umkämpftesten Marktsegmente. Dort trifft er auf unterschiedlichste Konzepte – vom Citroën C3 Aircross bis zum Volvo EX30.

Optisch übernimmt er zahlreiche Gestaltungselemente, die bereits von anderen SUVs der Marke bekannt sind, besonders am Heck. An der Front lässt sich – mit etwas Wohlwollen – durch das schwarze Band zwischen den Scheinwerfern sogar eine gewisse Anlehnung an den Ferrari 12Cilindri erkennen.

Im Gesamtbild fallen lediglich die 17-Zoll-Räder mit ihrer ungewöhnlich hohen Reifenflanke etwas aus dem Rahmen. Das mag der Optik nicht unbedingt zugutekommen, erhöht aber, wie später noch deutlich wird, den Fahrkomfort.

Abgesehen von diesen Besonderheiten bietet der BYD Atto 2 in einem dicht besetzten Segment einige interessante Details. Bestimmte Ausstattungsmerkmale und Komponenten könnten durchaus kaufentscheidend sein.

Technologisch geprägter Innenraum

Kompakte SUVs wie der Atto 2 haben sich als passende Begleiter für den täglichen Weg zwischen Zuhause und Arbeitsplatz erwiesen – inklusive der unvermeidlichen Stopps an Kita und Schule. Wer für diese Abläufe Platz und Technik sucht, wird vom BYD Atto 2 nicht enttäuscht.

Das Interieur wirkt ausgesprochen digital, was vor allem an den beiden vorhandenen Displays liegt: dem Instrumentenbildschirm und dem größeren zentralen Monitor, der sich horizontal oder vertikal nutzen lässt.

Auf der Mittelkonsole befinden sich eine praktische kabellose Ladeschale fürs Smartphone sowie ein optisch aufwendig gestalteter Wählhebel für das Getriebe. Dieser steht im Mittelpunkt eines Bereichs mit mehreren häufig verwendeten physischen Bedienelementen, darunter die Lautstärkeregelung und der Fahrmodus-Schalter für Eco, Normal und Sport.

Diese Aufteilung ist sehr willkommen: Die Vielzahl der Infotainment-Funktionen und die wenig intuitive Struktur mancher Menüs zwingen den Fahrer noch immer zu häufig dazu, sich von seiner nach wie vor wichtigsten Aufgabe abzuwenden – dem Fahren.

Platz für (fast) alles

Auch beim verfügbaren Raumangebot im Innenraum überrascht der BYD Atto 2 positiv. Vorn bieten die elektrisch verstellbaren Sitze guten Halt, integrierte Kopfstützen und eine überzeugende Sitzposition. Hinten ist ebenfalls ausreichend Platz vorhanden – sowohl für zwei als auch für drei Personen, mit ordentlichen Reserven für Beine und Kopf.

Noch weiter hinten liegt der Kofferraum, dessen Volumen mit 400 Litern angegeben wird. In der Praxis ließ er sich allerdings erstaunlich schnell mit Dingen füllen, die üblicherweise deutlich weniger Platz benötigen. Laut BYD-Katalog werden die 400 Liter bis unter das Dach gemessen – dann erscheint diese Angabe nachvollziehbarer.

Nicht außer Acht lassen darf man, dass dieser chinesische Elektro-SUV in erster Linie für Europa entwickelt wurde und günstig sein soll. Daher finden sich einige weniger hochwertige Materialien, allerdings nur an Stellen, die kaum berührt werden. Damit sind die Kritikpunkte weitgehend genannt.

Trotz seines Preisziels vermittelt der BYD Atto 2 eine überdurchschnittlich solide Anmutung. Die Oberseite des Armaturenbretts und die Türverkleidungen bestehen aus angenehm wirkenden Materialien; dabei unterscheiden sich vordere und hintere Türen nicht in ihrer Qualität.

Details wie die wildlederähnlichen Oberflächen und die Kontrastnähte auf dem Lederlenkrad und den Sitzen – sichtbar am Armaturenbrett sowie an der kabellosen Ladefläche – erinnern sogar an Modelle mit höheren, und kostspieligeren, Ansprüchen.

Der BYD Atto 2 als Alltagswerkzeug

Der BYD Atto 2 ist weniger ein 100% elektrisches Auto, das primär Fahrspaß liefern soll, sondern vielmehr ein Werkzeug, das die täglichen, immer wiederkehrenden Anforderungen erfüllt.

Stellen Sie sich einen Innenraum voller Einkäufe, Spielzeug, Kekskrümel, Papier in den Türtaschen, Regenschirme und vergessener Jacken vor … Sie wissen, worauf das hinausläuft, oder? Der BYD Atto 2 „erträgt“ all das nahezu mit einem Lächeln und fügt sich bereitwillig in dieses geschäftige Familienleben ein.

Zum Komfort tragen die 17-Zoll-Räder und die überdurchschnittlich hohe Reifenflanke bei. Für eine besonders engagierte und präzise Fahrweise – die beim BYD Atto 2 ohnehin nicht im Vordergrund steht – sind sie nicht die beste Wahl. Dafür filtern sie zusätzliche Unebenheiten des Straßenbelags heraus.

Zwar gehört der Atto 2 nicht zu den dynamischsten Angeboten seiner Klasse, doch seine Karosseriebewegungen bleiben kontrolliert und vorhersehbar. Das vermittelt dem Fahrer Vertrauen und Sicherheit.

Sparsamer Energieverbrauch

Rund um Elektroautos bestehen noch immer viele Fragen und Unsicherheiten. Gerade in diesem Punkt konnte der BYD Atto 2 jedoch erneut positiv überraschen.

Trotz der Batterie mit eher bescheidener Kapazität von 45,12 kWh – nicht die ideale Wahl für alle, die bis ans Ende der Welt und wieder zurückfahren möchten, mit nur einem fünfminütigen Ladestopp im Café – erlaubt der moderate Energieverbrauch des Atto 2 zahlreiche Fahrten im Stadtverkehr.

Der Test endete mit einem Durchschnitt von 14 kWh/100 km – und damit unter den offiziellen 16 kWh/100 km. Zeitweise wurden sogar 12-13 kWh/100 km angezeigt.

Die angegebene Reichweite beträgt 312 km im kombinierten WLTP-Zyklus. Mit eingeschalteter Klimaanlage, an Tagen mit starkem Regen und bei den mitunter unregelmäßigen Fahrprofilen des Alltags dürfte dieser Wert allerdings geringer ausfallen. Realistisch sollten unter echten Bedingungen 280 km pro Ladung problemlos erreichbar sein.

Ein starkes Argument

Wie erwartet ist der Preis eines der stärksten Argumente für den BYD Atto 2. Beim getesteten Fahrzeug handelt es sich um die Ausstattungsvariante Boost, die umfassendste von zwei in Portugal verfügbaren Versionen; sie kostet 32.990 Euro.

Bei den Optionen ist die Entscheidung denkbar einfach: Es gibt keine. Sogar die Metallic-Lackierung ist in diesem Preis enthalten, ebenso wie die sehr umfangreiche Ausstattungsliste, die sich an Bord findet.

Dazu zählen Komponenten, die in diesem Segment keineswegs selbstverständlich sind: ein beheizbares Lenkrad, der drehbare zentrale 12,8-Zoll-Touchscreen, ein Panorama-Glasdach mit elektrisch bedienbarem Rollo und sogar ein digitaler Schlüssel über NFC (Near Field Communication).

Falls auch 32.990 Euro noch zu hoch erscheinen, hält BYD eine günstigere Alternative bereit. Während der Markteinführungsphase dieses Modells kann der Einstiegspreis unter 30.000 Euro liegen, wenn die Ausstattungsvariante Active und die von der Marke angebotene Finanzierung gewählt werden.

Urteil

Technische Daten

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