Ferrari und Lamborghini setzen in ihren Hybridmodellen bereits Axialfluss-Elektromotoren ein – und offenbar will Porsche dieser Entwicklung nicht hinterherfahren.
Axialfluss-Elektromotoren: kompakt und leistungsstark
Doch was genau sind Axialfluss-Elektromotoren? Anders als bei herkömmlichen Radialfluss-Elektromotoren, deren Magnetfeld kreisförmig verläuft, ist der Fluss bei einem Axialmotor parallel zur Drehachse ausgerichtet.
Dadurch kann der Elektromotor kompakter und leichter ausfallen und gleichzeitig mehr Leistung sowie Drehmoment pro Masseneinheit bereitstellen. Das Potenzial verdeutlicht der jüngste Prototyp von YASA: Das auf diese Motoren spezialisierte britische Unternehmen, das Mercedes-Benz gehört, erreicht eine Spitzenleistung von bis zu 750 kW (1020 PS), wiegt jedoch lediglich 12,7 kg und ist nur 7,6 cm dick.
Porsche-Patent für den Sportwagen
Die Stuttgarter Marke scheint diese Technik nun ebenfalls einsetzen zu wollen. Bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) hat Porsche ein Patent für ein Hybridsystem angemeldet, das Axialfluss-Elektromotoren nutzt.
Zwar sieht das Patent einen Einsatz in jedem Pkw-Modell vor, doch Bilder und Beschreibung beziehen sich in diesem Fall ausdrücklich auf die Verwendung „in einem Sportwagen“ mit Mittel- oder Heckmotor. Könnte dieses System also in der nächsten Generation des 911 erscheinen?
Das Grundprinzip ist vergleichsweise leicht nachvollziehbar: Statt einen Radialfluss-Elektromotor in das PDK-Getriebe zu integrieren – wie beim neuen Porsche 911 GTS T-Hybrid sowie bei allen Plug-in-Hybriden der Marke –, könnte der besonders flach konstruierte Axialfluss-Elektromotor zwischen Verbrennungsmotor und Getriebe sitzen. Sogar eine Position zwischen den beiden Teilen des Zweimassenschwungrads wäre möglich.
Diese Lösung wäre kürzer als das derzeitige System, doch damit enden ihre Vorteile nicht. Laut Patent entsteht zudem weniger Wärme, was auch der Kühlung des gesamten Antriebs zugutekommt.
Vorgesehen ist im Patent ein Automatikgetriebe, konkret Porsches bekanntes PDK-Doppelkupplungsgetriebe. Auf einen möglichen Einsatz eines manuellen Getriebes wird nicht eingegangen.
Kein Laden an der Steckdose erforderlich
Porsches Patent für das neue Hybridsystem scheint nicht auf Plug-in-Hybride abzuzielen, sondern ausschließlich auf konventionelle Vollhybride, die keine externe Lademöglichkeit benötigen. Denn die Marke beschreibt, dass die Eingangswelle des Getriebes und die Ausgangswelle des Motors mit dem Rotor des Axialfluss-Elektromotors verbunden wären. Sie würden sich somit stets gemeinsam drehen.
Etwas Spekulation liegt nahe: Dieses Hybridsystem mit Axialfluss-Elektromotor scheint ideal zu den Sportwagen der Marke zu passen, etwa zum Porsche 911 oder zum Nachfolger des 718, der nicht mehr ausschließlich elektrisch angetrieben werden soll.
Wie beim aktuellen T-Hybrid-System läge der Schwerpunkt eher auf Leistung als auf maximaler Effizienz. Denkbar wäre sogar ein Szenario, in dem dieses System dem 911 GT3 und dem GT3 RS einen deutlichen Leistungszuwachs verschafft, ohne auf die begehrten und geradezu göttlichen Saug-Boxermotoren mit sechs Zylindern verzichten zu müssen, die 9000 U/min erreichen können.
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