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Braucht man einen Skoda Elroq RS? Vielleicht nicht, aber man will ihn trotzdem.

Grüner Škoda ELROQ RS SUV steht in modernem, minimalistischen Ausstellungsraum mit großen Fenstern.

Braucht man einen Skoda Elroq RS? Vielleicht nicht – haben wollen werden ihn trotzdem viele.


Ohne Umschweife: Der Skoda Elroq zählt zu den besten Produkten, die der Volkswagen-Konzern in den vergangenen 10 Jahren auf den Markt gebracht hat. Was auch immer die Verantwortlichen bei Skoda zum Frühstück essen, es zeigt Wirkung. Denn kaum ein Modell der tschechischen Marke ist nicht zugleich attraktiv und konkurrenzfähig.

Vor diesem Hintergrund wirkt der Skoda Elroq RS wie ein Grund zum Feiern. Während andere Marken des Volkswagen-Konzerns offenbar mit einer Identitätskrise kämpfen, werden bei Skoda die Champagnerflaschen geöffnet.

Ein Blick genügt: fröhliche Farben, großformatige Räder, ordentlich Leistung und ein Innenraum mit zahlreichen exklusiven Details. Dazu kommen alle Eigenschaften, die bereits von den „normalen“ Ausführungen dieses 100 % elektrischen SUV bekannt sind.

Ich konnte ihn in Deutschland im Rahmen der ersten Runde des GCOTY fahren. Warum ich vom derzeit kleinsten 100 % elektrischen Skoda so angetan bin, erläutere ich in den folgenden Abschnitten.

Geschmackvoll mit sportlicher Note

Wann sind Sie zuletzt in einen Skoda eingestiegen? Falls die Antwort „vor mehr als 10 Jahren“ lautet, dürfte die Überraschung umfassend ausfallen. Der Innenraum ist geräumig, hochwertig verarbeitet, übersichtlich gestaltet und mit überzeugender Technologie ausgestattet.

In der RS-Version wird es für Fans eines sportlicheren Ambientes erwartungsgemäß noch interessanter: perforierte Suedia-Mikrofaserbezüge, limonengrüne Kontrastnähte, Sportsitze vorn, Edelstahl-Applikationen sowie das Design Selection RS Lounge Paket mit vorwiegend schwarzer Farbgebung.

Hinzu kommen die solide Verarbeitungsqualität und die bereits aus der Elroq-Baureihe bekannte gute Geräuschdämmung.

Mit 470 Litern gehört auch der Kofferraum zu den größten im Segment. Praktische Lösungen wie Trennelemente und ein Netz für die Ladekabel sind ebenfalls vorhanden. Warum nicht mehr Hersteller diese Skoda-Ideen übernehmen, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Ich meine dich, Volkswagen …

Seht euch die Bildergalerie an:

Schnell, aber nicht radikal

Dynamisch betrachtet ist er nicht das beste Elektroauto des Volkswagen-Konzerns, das ich bislang gefahren bin – dafür müsste ich die CUPRA-Modelle auf derselben MEB-Plattform nennen. Als reinrassiger Sportwagen will der Elroq RS allerdings auch nicht auftreten, überrascht aber dennoch mit seinem hohen Maß an Kontrolle und Effizienz.

Man sollte nicht vergessen, aus welchem Haus dieses Modell stammt: In den 1970er-Jahren galt Skoda dank der Rennerfolge des Skoda 130 RS als „Porsche des Ostens“. Doch diese Geschichte ist etwas für ein anderes Mal …

Die beiden Elektromotoren – einer pro Achse – liefern 250 kW (340 PS) und Allradantrieb. Mit dem adaptiven Fahrwerk samt Dynamischer Fahrwerksregelung (DCC) lässt sich das Fahrverhalten zudem sehr präzise abstimmen.

15 Dämpferstufen stehen zur Verfügung, und die Unterschiede zwischen den Fahrmodi Eco, Comfort, Sport sowie den speziellen Traktionsmodi sind klar spürbar. Dadurch wirft man den Elroq RS mit deutlich mehr Überzeugung in Kurven, als zunächst erwartet.

Unterm Strich arbeitet er ausgesprochen effektiv, könnte aber interaktiver sein. Er erledigt alles so souverän und mühelos, dass man das Geschehen am Ende eher „beobachtet“. Würde diese Ausführung statt „RS“ „RS Line“ heißen – also eine Ausstattungslinie und keine Sportversion sein –, wäre ich nicht überrascht.

Auch die Beschleunigung überzeugt: Von 0 auf 100 km/h geht es in 5,4 Sekunden. Bei 180 km/h wird die Höchstgeschwindigkeit abgeregelt, wobei etwas mehr durchaus angemessen wäre. Selbst mit 21-Zoll-Rädern und verstärkten Stabilisatoren filtert der Elroq RS Fahrbahnunebenheiten weiterhin gut heraus.

Die Batterie mit 84 kWh brutto (79 kWh netto) kommt in dieser Version erstmals zum Einsatz und ermöglicht bis zu 549 km WLTP-Reichweite. Leider war meine Fahrzeit nicht lang genug, um einen realistischen Durchschnittsverbrauch zu ermitteln. Auch deshalb, weil ich durchgehend schneller unterwegs war als empfohlen. Reden wir nicht darüber …

Nach 40 km auf einer kurvenreichen Strecke und bei durchaus zügigem Tempo – sprich: schnell – standen 23 kWh/100 km auf dem Bordcomputer. Die gute Nachricht: Geladen werden kann mit 185 kW. Damit steigt der Ladestand in nur 26 Minuten von 10 % auf 80 %.

Braucht man den Skoda Elroq RS wirklich?

Die „normalen“ Versionen des Skoda Elroq sind bereits so gut – sie fahren sich ausgezeichnet und bieten mehr als genug Leistung –, dass die Wahl der RS-Ausführung beinahe überflüssig erscheint. Letztlich ist es eine Frage des Budgets und des persönlichen Geschmacks.

Ungeachtet dessen ist dies zweifellos die beste Version dieses elektrischen SUV, die man für Geld kaufen kann. Sie ist die schnellste, sieht am interessantesten aus, hat die größte Batterie und die umfangreichste Ausstattung – und so weiter.

Möglicherweise braucht man ihn nicht – schließlich benötigt niemand wirklich ein Auto mit mehr als 300 PS. Bei Produkten wie diesem geht es jedoch nicht um Notwendigkeit, sondern um Begehrlichkeit. Hut ab vor Skoda für ein 100 % elektrisches SUV, das in diese Kategorie fällt.

Ach ja, der Preis! Fast hätte ich ihn vergessen: 52.082 Euro. Für Unternehmen mag es ein Trost sein, dass die Mehrwertsteuer vollständig abgezogen werden kann.

Urteil

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