Der Fiat 500, dessen prägende Linien seit mehr als 50 Jahren bestehen, hat sich neu erfunden. Als rein elektrische Ausführung soll er den Verkaufserfolg fortsetzen, den das Modell seit jeher erzielt.
Nachdem wir ihn bereits in Turin gefahren waren, trafen wir den kleinen italienischen Stadtwagen erneut – diesmal in Lissabon. Dort konnte Diogo Teixeira ihn ausführlich testen, um eine Frage zu klären: Ist dies der beste reine Elektroantrieb in seinem Segment?
Fiat 500: Retro-Design und neue Technik
Der Honda e gilt als wichtigster Konkurrent. Der neue Fiat 500 bewahrt zwar den Retro-Look, der ihm so viel Erfolg eingebracht hat, wurde aber technisch deutlich aufgewertet. Besonders klar zeigt sich das im Innenraum: Das neue digitale Kombiinstrument und das ebenfalls neue Infotainmentsystem UConnect 5 fallen sofort „ins Auge“. Letzteres nutzt einen 10,25-Zoll-Bildschirm und ermöglicht die kabellose Verbindung mit Android Auto und Apple CarPlay.
Der kleine Italiener ist zudem nicht nur mit einer oder zwei, sondern mit drei Karosserievarianten erhältlich. Neben dem Dreitürer und dem Cabriolet kommt nun die 3+1-Version hinzu. Sie besitzt auf der Beifahrerseite eine kleine, gegenläufig öffnende hintere Tür – ähnlich wie beim Mazda MX-30 und BMW i3.
Zwei Motoren, zwei Batterien
Nicht allein bei der Karosserie bietet der neue Fiat 500 mehrere Wahlmöglichkeiten: Auch bei Leistung und Batterie stehen unterschiedliche Optionen bereit. Das Basismodell in der Ausstattung Action, das ausschließlich als Dreitürer verfügbar ist, erhält einen schwächeren Elektromotor mit 95 PS (70 kW) sowie eine kleinere Batterie mit lediglich 23,8 kWh.
Diese Batterie lässt sich mit bis zu 50 kW schnellladen und ermöglicht 180 km Reichweite (WLTP-Zyklus) beziehungsweise 240 km (WLTP-Stadtzyklus). Damit beschleunigt der 500 in nur 9,5 Sekunden auf 100 km/h; die Höchstgeschwindigkeit ist auf 135 km/h begrenzt.
Alle übrigen Varianten verfügen über einen Motor mit 118 PS (87 kW), der von einer 42-kWh-Batterie versorgt wird. Sie erlaubt eine Reichweite von 320 km (WLTP-Zyklus) bis 460 km (WLTP-Stadtzyklus). Bei den Fahrleistungen erreicht diese Ausführung 50 km/h in 3,1 s, 100 km/h in 9 s und eine begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h.
Fahrmodi des elektrischen Fiat 500
Insgesamt bietet der Fiat 500 drei Fahrprogramme: Normal, Range und Sherpa. Bei den Lademöglichkeiten hängt die Schnellladeleistung erwartungsgemäß von der Batterie ab, mit der der Stadtwagen aus Turin ausgestattet ist.
Lademöglichkeiten und Ladezeiten
Die kleinere Batterie mit 23,8 kWh ist in Fiat-500-Modellen mit einem 50-kW-Schnellladesystem verbaut. Damit lassen sich in rund 10 Minuten etwa 50 km Reichweite nachladen. Darüber hinaus kann sie zu Hause über ein Mode-2-Kabel mit 3 kW oder an öffentlichen Ladepunkten beziehungsweise an einer Wallbox über ein dreiphasiges Mode-3-Kabel mit 11 kW geladen werden.
Die 42-kW-Batterie des Fiat 500 wird dagegen mit einem 85-kW-Schnellladesystem kombiniert. So können in nur 5 Minuten 50 km Reichweite nachgeladen werden; in lediglich 35 Minuten lässt sich die Batterie auf 80 % aufladen.
Zusätzlich kann diese Batterie an einer Steckdose mit bis zu 3 kW oder an einer Wallbox mit bis zu 7,4 kW geladen werden. Im zweiten Fall dauert eine vollständige Ladung nur sechs Stunden.
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