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Volkswagen Golf GTI Performance im Test: Verdammt gutes Auto!

Roter Volkswagen Golf GTI PWR auf einer Ausstellungsplattform in modern eingerichteter Halle.

„Verdammt gutes Auto!“ – das ist der politisch korrekteste und veröffentlichungsfähige Ausdruck, der mir einfiel, nachdem ich mit dem Volkswagen Golf GTI einen besonders kurvigen und nassen Streckenabschnitt in etwas … engagierterem(!) Tempo gefahren war.

Nach wenigen Kilometern Asphalt stand fest: Der Volkswagen Golf GTI besitzt genügend Argumente gegen die jüngere Konkurrenz wie Hyundai i30 N, SEAT Leon Cupra 300 oder Renault Mégane RS.

Seien wir ehrlich: Nur weil seine neuen Gegner mehr PS ins Rennen schicken, wird der Golf GTI nicht plötzlich vom großartigen zum schlechten Auto. Auf dem Datenblatt mögen manche Rivalen schneller sein. Doch obwohl dem Golf GTI Performance – der einzigen hierzulande angebotenen Version – 30–35 PS fehlen und er insgesamt 245 PS leistet, ist der Unterschied im Alltag, in dem der rechte Fuß nicht immer freie Bahn hat, weit weniger deutlich als erwartet.

Das einzige Problem – wenn man es überhaupt so nennen will – ist, dass man mit verboten hohem Tempo unterwegs sein muss, um das Auto wirklich „zu spüren“, denn die mögliche Haftung ist enorm.

Schnell und souverän, aber keineswegs langweilig

Welche Geschwindigkeit der Volkswagen Golf GTI auf einer beliebigen Kurvenfolge zulässt, grenzt fast ans Kriminelle. Dabei bleibt er unerschütterlich gelassen und vermittelt bei engagierter Fahrweise ein Vertrauen, das nur wenige bieten. Er ist zweifellos berechenbar, aber alles andere als, wirklich alles andere als langweilig. Seine dynamischen Fähigkeiten wirken organisch und flüssig, auch wenn ihm besonders lebhafte oder übertriebene Reaktionen fremd sind. Manchmal habe ich genau das vermisst …

Die Lenkung gehört zwar nicht zu den kommunikativsten, arbeitet aber sehr präzise und angenehm leicht – im Sport-Modus erhält sie etwas mehr Widerstand, was mir besser gefällt. Die Vorderachse beißt entschlossen ein und folgt den Befehlen unmittelbar. Auch das ESP verdient Lob: Auf nassem Asphalt habe ich es nicht abgeschaltet; dennoch drängte es sich nie derart auf, dass es den Fahrspaß beeinträchtigt hätte.

Das einzige Problem – wenn man es überhaupt so nennen will – ist, dass man mit verboten hohem Tempo unterwegs sein muss, um das Auto wirklich „zu spüren“, denn die mögliche Haftung des Chassis, das es mit Modellen wie dem Audi RS3 und SEAT Leon Cupra teilt, ist enorm.

Persönlich sagt mir die temperamentvollere, aber nicht weniger effektive Fahrdynamik des neuen Renault Mégane RS stärker zu. Ihn konnte ich erst im vergangenen Februar sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke ausführlich testen. Nun fehlt mir nur noch etwas „Quality Time“ mit dem Hyundai i30 N, um seine chamäleonartige Persönlichkeit besser einordnen zu können – Guilherme versichert, dass er fantastisch sei, doch ich hatte bislang nicht genügend Zeit am Steuer.

Der Volkswagen Golf GTI hat einen echten Motor

Jede Geschichte hat ein „Aber“. Der Motor ist es nicht, denn er zählt vermutlich zu den besten, die ich in dieser Fahrzeugklasse gefahren bin. Die 245 PS sind definitiv vollständig vorhanden. Schub gibt es in jeder Drehzahlregion: 370 Nm liegen bereits ab 1600 U/min an. Dazu kommen respektable hohe Drehzahlen, selbst wenn der Motor kaum wesentlich über 6000 U/min hinausdreht, geringe Massenträgheit und ein praktisch nicht wahrnehmbares Turboloch. Bisweilen fühlt es sich an, als würde man einen großvolumigen Saugmotor statt eines „bloßen“ 2,0-Liter-Turbos steuern.

Der Klang begeistert nicht gerade, doch in dieser Ära politisch korrekter Turbomotoren sind keine Wunder zu erwarten. Immerhin ist er besser als die allzu offensichtlichen Bits und Bytes des Mégane RS.

Gut, perfekt ist nicht alles …

Das große „Aber“ dieser Geschichte ist tatsächlich das Getriebe. Das allgegenwärtige Siebengang-DSG, das in zahlreichen Volkswagen-Konzernmodellen viel Anerkennung erhält, ließ mich hier allerdings nach dem Handschalter und seinem zusätzlichen Maß an Interaktion verlangen. Im normalen Alltagseinsatz gibt es nichts zu beanstanden: Es scheint stets den passenden Gang gewählt zu haben, zögert nicht und wechselt sanft.

Bei Fahrten mit „Messer zwischen den Zähnen“, wenn seine intuitiven Fähigkeiten maximal gefordert sind, überzeugt es weniger. Im Sport-Modus lässt das Getriebe den Motor vor dem Hochschalten höher drehen, was keineswegs falsch ist. Beim Herausbeschleunigen aus Kurven kam es jedoch zu oft vor, dass es sich verhedderte: Es schaltete herunter, obwohl der eingelegte Gang hätte gehalten werden sollen. Das endete dann in einer höheren Drehzahl, ohne dass daraus ein spürbarer Vorteil entstand.

Den manuellen Modus gab ich ebenfalls rasch auf. Die Schaltwippen hinter dem Lenkrad sind klein und drehen sich mit ihm mit – man weiß nie, wo sie gerade zu finden sind.

Auch mit dem Wählhebel – und vielleicht liegt es an mir … – konnte ich mich nicht daran gewöhnen, zum Hochschalten nach vorn und zum Herunterschalten nach hinten drücken zu müssen. Ist die Norm nicht genau umgekehrt? Nein, ist sie nicht … aber sie sollte es sein.

Fünf Fahrmodi … wozu?

In einer Zeit konfigurierbarer Autos bildet der Volkswagen Golf GTI keine Ausnahme. Allerdings gibt es zu viele Einstellungen, die sich nicht immer klar voneinander abheben.

Von den fünf vorhandenen Fahrmodi ließen sich problemlos zwei machen – oder drei, wenn der Individual-Modus bleibt, in dem sich jeder Parameter separat anpassen lässt. Eco, Comfort und Normal könnten zu einem Modus zusammengefasst werden, während Sport für Momente mit „Messer zwischen den Zähnen“ erhalten bliebe. Mehr Auswahl bedeutet nicht automatisch mehr Nutzen oder ein besseres Produkt …

Ein GTI, aber eben auch ein Golf

Im gewöhnlichen Alltag zeigt der GTI jene Stärken, die man am Golf kennt. Trotz der gebotenen Performance bleibt er ein Angebot, an dem sich kaum etwas aussetzen lässt. Bei Materialien und Verarbeitung gehört er weiterhin zu den Referenzen seiner Klasse, wirkt ausgesprochen solide, bietet ausreichend Platz und eine gute Rundumsicht. Dieses Exemplar hatte zudem fünf Türen, was seine Familientauglichkeit erleichtert.

„Unser“ GTI war mit einigen Extras ausgestattet, darunter das Navigationssystem Discover Pro – das digitale Kombiinstrument ist beim GTI Performance serienmäßig – sowie 19-Zoll-Brescia-Räder. Sie verleihen dem GTI zweifellos mehr optische Präsenz, trotzdem würde ich sie kaum empfehlen. Der Komfort leidet leicht darunter: Auf manchen Unebenheiten fällt eine übermäßige Härte auf, ebenso ein stärkeres Abrollgeräusch. Außerdem sind sie viel zu leicht zu beschädigen – wie ich auf die unangenehmste Art feststellen musste.

Verbrauch? Wechseln wir lieber das Thema …

Ein kurzes Wort zum Verbrauch: Bei Spritmonitor, dessen Angaben von echten Nutzern stammen, finden sich bei 76 Nutzern Durchschnittswerte von 8,55 l/100 km. Ein durchaus realistischer Wert für eine gemäßigtere Fahrweise.

Weit, weit entfernt von den 10,8 l, die ich ermittelt habe. Dafür waren nicht nur viele Stadtfahrten verantwortlich, sondern auch mein persönlicher Einsatz, die dynamischen und leistungsbezogenen Talente des Golf GTI … Performance auszukosten – natürlich alles im Namen der Wissenschaft … Bei Angriffstempo auf den kurvigen Straßen meiner Testfahrt verzeichnete der Golf GTI Performance sogar Durchschnittswerte von über 14 l/100 km. Das ist wirklich nicht schwer, glaubt mir.

Ein bisschen zu teuer

Während sich der Verbrauch durch den Wechsel zwischen „Vollgas“-Phasen und disziplinierteren Momenten noch senken lässt, ist der Preis schwerer zu verdauen. Der Volkswagen Golf GTI Performance mit fünf Türen und DSG startet bei 50.995,63 Euro – mit Handschaltung spart man 1760 Euro. Hinzu kommen 1840 Euro für Sonderausstattung, was einen Gesamtpreis von 52.829,63 Euro ergibt.

Mit solchen Summen befindet man sich bereits im Revier des Honda Civic Type R (GT), der 75 PS mehr leistet. Trotz seiner deutlich umstritteneren Optik gibt es hier wenig zu diskutieren: Seine mechanischen und dynamischen Eigenschaften – nicht jedoch seine akustischen – übertreffen jene des Golf GTI.

Die direkteren Gegner wie Hyundai i30 N und Renault Mégane RS sind laut Datenblatt ebenfalls (etwas) stärker und schneller, wirken am Steuer subjektiv jedoch emotionaler. Zugleich sind sie erheblich günstiger; die Differenz kann bis zu 10.000 Euro betragen.

Den Volkswagen Golf GTI Performance zu empfehlen, fällt schwer, wenn heute Rivalen vom Kaliber der genannten Modelle verfügbar sind. Seine Qualitäten sind allesamt vorhanden, daran besteht kein Zweifel. In dieser Preisklasse rechtfertigt sich der Volkswagen Golf GTI Performance aber nur dann, wenn Technologie an Bord und Verarbeitungsqualität wichtiger sind als Fahrspaß.

Nicht, dass die anderen in diesen Disziplinen schlecht wären, doch das Infotainmentsystem des Volkswagen Golf und seine Materialauswahl gehören unter den Volumenmarken weiterhin zum Besten, was erhältlich ist. Und dafür bezahlt man natürlich!

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